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200 Jahre Wochenblatt

Neues aus dem Wochenblatt zum Jubiläum (25 Einträge)

BLW
69 mal angesehen
19.11.2010, 09.21 Uhr

Gleichgewicht

Zu einer Handelschaft gehören immer zwei – einer, der anbietet und verkauft sowie ein anderer, der kauft und abnimmt. Die müssen sich als
gleichwertige Partner gegenüberstehen, soll die Waage nicht aus dem Gleichgewicht kommen.
In den 200 Jahren Wochenblattgeschichte haben vielfältige Markteinflüsse dafür gesorgt, dass das „Bauerngewicht“ in der Waagschale immer wieder einmal zu leicht geworden ist. Auch wenn es sich dann wieder einpendeln konnte. Bis es soweit war, war „Leben von der Substanz“ angesagt. Wenn zu wenig davon da war, ist der Bauernhof dem Strukturwandel zum Opfer gefallen.

Die Umstände haben sich geändert. Mit dem Ausbau der Eisenbahn sind beispielsweise im 19. Jahrhundert die Agrargüter mobil geworden und ganz neue Märkte erschlossen worden. Die Landtechnik und natürlich auch der züchterische Fortschritt in Tierzucht und Pflanzenbau haben später die Effizienz der Landwirtschaft enorm gesteigert. In den 50er- und 60er-Jahren
des vergangenen Jahrhunderts ist geradezu eine Revolution abgelaufen. Es ist eine bis dahin in der europäischen Nahrungsmittelversorgung noch nie dagewesene Situation entstanden. Nicht mehr Hunger oder Mangel waren das Problem, sondern Überfluss. Und der Überfluss trifft besonders die Bauern, denn sie handeln mit „verderblicher“ Ware. Wenn das Schwein 110 kg wiegt, muss es raus, sonst frisst es, ohne zu „verdienen“. Der Abnehmer ist also im Vorteil.Er bestimmt, was bezahlt wird, und er bestimmt, was momentan Qualität ist und wie diese honoriert wird.

Mit der Gründung von Erzeugergemeinschaften als Selbsthilfeorganisationen wollten die Bauern diese Front der Abnehmer aufbrechen. Das ist in vielen Fällen durchaus gelungen. Die Woche der Erzeugergemeinschaften, die der Bauernverband alljährlich abhält, trägt sicher dazu bei, deren Stellung zu festigen. Dennoch haben die Selbsthilfeorganisationen keinen leichten Stand und drohen bisweilen, selbst Opfer des Strukturwandels
zu werden, wenn sie sich nicht der Rückendeckung ihrer Mitglieder sicher sein können.
Um die Herausforderung der immer volatiler, sprich „flatterhafter“, werdenden Märkte meistern zu können, braucht die Landwirtschaft ein sicheres Auftreten. Die Kenntnis der Marktpreise und des Verlaufs der Märkte, ist da sicher hilfreich. Die Informationen dazu liefern wir.


Karl Bauer, Redaktion BLW
offline

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Kommentare

21.11.2010 11:12 Notill
schade das in diesem Beitrag nicht auf Marktmechanik eingegangen wurde....
Leider ist es wieder mal ein etwas oberflächlicher Beitrag (dafür aber sehr gut) über ein tiefgreifendes Thema.
Allerdings muss ich Zugeben, das es ein Thema ist, welches bei einem tiefern Einstieg den rahmen sprengt.
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