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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

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18.12.2010, 15.45 Uhr

Großes Weizendreschen mit John Deere

Text: Sascha Jussen

Zum Fotoalbum mit interessanten Impressionen zu allen beschriebenen Maschinen.

Dichte Staubwolken und gelb-grüne Maschinen - die bestimmenden Elemente der Getreideernte bei Vettweiß (Kreis Düren).

In meinen letzten vier Gast-Beiträgen in Agrarsanis Landwirtschaftsblog hatte ich von Stationen meiner Reise durch Belgien und England berichtet. Nach zwei Wochen, die von Büroarbeit und schlechtem Wetter bestimmt waren, machte ich mich am Wochenende des 1. August 2010 wieder auf die Reise - diesmal ging es von Neuss aus rund 50 km in südöstlicher Richtung in den Kreis Düren. Hier sollte einer der größten Mähdrescher unserer Region im Einsatz sein: ein John Deere 9880i STS mit 9-Meter-Schneidwerk - eine willkommene Abwechslung von den vielen im Rheinland vorherrschenden Mähdreschern der unteren und mittleren Leistungsklasse - vor allem der Marke Claas. Doch je weiter mich der Weg von zu Hause weg führte, desto dunkler wurde der Himmel, sogar ein paar Regentropfen fielen.

John Deere 1055 - 105 PS - 3-Meter-Schneidwerk
Gerade als ich nahe der Kleinstadt Vettweiß im Kreis Düren die Hoffnung aufgeben und umkehren wollte, entdeckte ich einen John Deere 1055 Mähdrescher bei der Arbeit. Die 105 PS starke 4-Schüttler-Maschine von 1984, mit 3-Meter-Schneidwerk entsprach zwar nicht ganz meiner Zielvorstellung, aber wenigstens stimmte die Farbe und - was noch wichtiger war - die Wetterbedingungen waren ausreichend zum Dreschen. Nach ein paar Fotos von dem kantigen Oldtimer entdeckte ich nur wenige hundert Meter entfernt einen moderneren John Deere Mähdrescher auf dem nächsten Feld, der mir ohne das kurze Intermezzo beim 1055er verborgen geblieben wäre.

John Deere 9640WTS - 295 PS - 7,7- Meter-Schneidwerk
Zwar zeigte die dachförmige Anordnung der ausgeklappten Korntankabdeckung schon von weitem, dass es sich nicht um eine Maschine der Oberklasse aus dem Hause John Deere handelte, doch erweckte ein begleitender Traktor der gleichen Marke mit farblich passendem Anhänger mein Interesse: Während im Rheinland am Feldrand abgestellte Anhänger-Züge das Getreide-Transportmittel Nummer Eins darstellen, wurde hier während der Fahrt abgetankt: Der Mähdrescher entpuppte sich bei meiner Ankunft am Feldrand als 9640WTS. Mit ihrem 7,7-Meter-Schneidwerk und unter Einsatz des Strohhäcklsers lieferte die knapp 300 PS starke 6-Schüttler-Maschine, zusammen mit dem 7720 Traktor, einige spektakuläre Bilder. Von dem Fahrer des Traktors erfuhr ich, dass aufgrund des für den nächsten Tag angekündigten Regens noch eine Vorführmaschine des John Deere Händlers Zimmermann Landtechnik auf dem 20-Hektar-Schlag zum Einsatz kommen sollte.

John Deere C670i - 400 PS - 7,7-Meter-Schneidwerk
Obwohl nach einem weiteren Mini-Regenschauer die Kornfeuchte von 15 auf bedenkliche 16 Prozent angestiegen war, ging die Getreideernte der "Freiherr von Geyr'schen Gutsverwaltung" weiter. Zusammen mit zwei weiteren Traktoren (John Deere 7430) mit gelb-grünen 2-Achs-Kippanhängern, traf schließlich die Leihmaschine ein: ein C670i, ebenfalls mit 7,7-Meter Schneidwerk vom Typ 622R. Optisch unterscheidet sich diese Maschine vom 9640er vor allem durch das neuere Korntank-Design mit nach vorne und hinten öffnenden Klappen. Akustisch beeindruckte mich vor allem der Strohhäcksler, der nicht nur die volle Schneidwerksbreite problemlos bestreute, sondern einen Klang erzeugte, der dem eines Feldhäcksler sehr ähnelte. Zusammen mit den gigantischen Staubwolken, dem anderen Mähdreschern und den insgesamt drei Abfahrgespannen, ein tolles Erlebnis.

John Deere 9880i STS - 465 PS - 9-Meter-Schneidwerk
Trotz dieser "Action" bemerkte ich zum Glück einen weiteren John Deere Mähdrescher, der auf der Straße mit einem zweiachsigen Schneidwerksanhänger vorbei fuhr. Nach einer kurzen Verfolgungsjagd traf ich ihn schließlich nur einen Kilometer entfernt beim Anbau des neun Meter breiten 630R Schneidwerks an: "meinen" John Deere 9880i STS. Der Rotordrescher arbeitete zusammen mit einem 8420 Traktor und Bergmann 2-Achs-Überladewagen für den Großbetrieb Viktor Rolff, der für rheinische Verhältnisse gigantische 800 Hektar (davon in diesem Jahr fast 400 Hektar Weizen) bewirtschaftet. Der benachbarte Betrieb des Freiherr von Geyr bewirtschaftet rund 400 Hektar, ebenfalls eine stattliche Fläche im äußersten Westen Deutschlands. Auch hier war es ein Traktorfahrer, der mich mit weiteren Informationen versorgte: In den nächsten Tagen würde auch der Betrieb von Rolff ebenfalls einen zweiten Mähdrescher einsetzen.

John Deere T550 - 290 PS - 6,7-Meter-Schneidwerk
Um beide Mähdrescher zusammen im Einsatz auf einem Schlag zu erleben, bat ich den Fahrer um eine SMS, wenn es soweit wäre. Die erhoffte Nachricht folgte dann zum Ende einer regenreichen Woche. Nach einer Feuchtigkeitsmessung von noch über 17 Prozent gegen Mittag und trotz mehr als 36 Stunden Regenpause, konnte es an diesem Tag wieder einmal erst am späten Nachmittag mit der Ernte weitergehen. In 2-er Formation kam der 9880i zusammen mit seinem neuen Partner angefahren: einem John Deere T550 mit 6,7-Meter-Schneidwerk. Obwohl beide Mähdrescher den 30-Hektar-Schlag in verschiedene "Beete" aufgeteilt hatten und zumeist recht weit entfernt von einander fuhren, gab es immer wieder Situationen, in denen beide Maschinen auf einem Foto abgelichtet werden konnten. Dafür war allerdings auf dem riesigen Feld viel Rennerei nötig. Noch stressiger war es für den Fahrer des Bergmann Überladewagens: Da beide Mähdrescher konstant mit 6 bis 7 km/h bei großer Schlaglänge und somit wenigen Wendezeiten fuhren, konnte der neue Mitarbeiter nur durch permanentes Fahren und Abladen dafür sorgen, dass es zu keinen Standzeiten für die Erntemaschinen kam.

Nach diesen beiden auch für mich sehr anstrengenden Tagen hatte ich erst einmal genug von Landwirtschaftsfotografie. Doch schon wenige Tage sollten es wieder einmal gelb-grüne Maschinen sein, die mich im Atem hielten. Davon mehr in meinem nächsten Blog-Beitrag.


Bilder: Sascha Jussen
Text: Sascha Jussen in Zusammenarbeit mit Jörn Gläser

Zum Fotoalbum mit interessanten Impressionen zu allen beschriebenen Maschinen.

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
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