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Die Billig Lüge - Franz Kotte...

Rezension des gleichnamigen Buches (7 Einträge)

Massentierhaltung Freunde Massentierhaltung
315 mal angesehen
18.12.2010, 23.05 Uhr

Turbo Mast und Billig Fleisch

Wie Franz Kotteder in seinem Buch -Die Billiglüge- schon vor mehreren Jahren beschrieben hat, dreht sich die Spirale der Billigheimer immer weiter mit dem Preis nach unten und erstreckt sich mittlerweile auch auf alte Traditionshandwerke wie die der Bäcker und auch der Metzger/Fleischer.
Die Folgen die diese zeitigen möchte ich in diesem Blogeintrag anhand des Themas Fleisch ansprechen:
Manchmal ist es schon sehr erstaunlich bis erschreckend – es mehren sich seit vielen Jahren die mahnenden Stimmen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht, die vor zu viel Fleischkonsum warnen, also über die gesundheitlichen Folgen aufklären. Genauso weisen die Naturschützer auch auf die Folgen für die Umwelt, das Klima und nicht zuletzt die Tiere hin. Da wird sogar ein fleischkritisches Sachbuch – „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer –, das zu Vegetarismus animieren soll, zu einem Bestseller. Auch in den Medien machen immer wieder Skandale im Zusammenhang mit Massenkonsum und Billigfleisch die Runde. Und dennoch scheint das Expansionsbedürfnis der industriellen Fleischproduktion ungebrochen zu sein, denn es werden immer mehr und immer größere Tierhallen gebaut. Es machen sich vermehrt auch ausländische Investoren daran, hierzulande gigantische Tier-Fabriken aus dem Boden zu stampfen, in denen zigtausende Schweine oder Hühner unter wohl fragwürdigsten Bedingungen der Turbomast gehalten, also in kürzester Zeit unter Einsatz von optimiertem Futter, Hormonen etc., zur Schlachtreife aufgepäppelt werden, damit wohl das Kilo Schweineschnitzel 2,22 € beim Discounter letzendlich kosten darf. Neben all den moralischen Bedenken und auch direkt gesundheitlichen Gefahren, die solch ein Industriefleisch mit sich bringt, bringen manche Kritiker auch Zahlen, Daten und Fakten, die belegen dass diese Anlagen auch der umliegende Natur schaden, z.B. durch eine schleichende Überdüngung und Nitratbelastung des Bodens durch Ausbringung der riesigen Güllemengen, die im Produktionsprozess Tag für Tag anfallen.
Die NDR-Sendung markt beschäftigte sich unlängst mit einigen besonders krassen Fällen – da möchte ein holländischer Großinvestor die größte Schweinemastanlage Nordeuropas mitten in die Mecklenburg-Vorpommersche Idylle klatschen, ohne Rücksicht auf die Anwohner und die zart aufblühende Tourismusbranche der Region. In Niedersachen soll eine monströse Schweineschlachtanlage entstehen, die jeden Tag unzählige Tiertransporte durch die umliegenden Ortschaften nach sich zieht – „Massentierhaltung spaltet Norddeutschland“. Titelt es auf dieser Seite des NDR [www.ndr.de]

Ein neuer Riesen-Schlachthof bei Celle, Mastanlagen im Emsland oder in Alt Tellin in Mecklenburg-Vorpommern: Landwirtschaft in Norddeutschland wird immer mehr der Agrar-Industrie geprägt. Doch die Produktion von billigem Fleisch bringt aber auch Anwohner und auch kleinere Landwirte auf die Barrikaden. Sie befürchten erhöhte Belastungen für Umwelt und Gesundheit sowie negative Folgen für kleinere Betriebe.
Tja billiges Fleisch so haben wie es scheint manche Konsumenten die beim Discounter einkaufen gehen gerne auf ihren Tellern, aber ungern in der Nähe vor der eigenen Haustüre.
Der Fleisch-Markt ist bekanntlich in den letzten Jahren von den Discounter aufgerollt worden, wobei dies vielerorts leider an den Schliessungen von handwerklichen Fleischereien/Metzgereien zu sehen war.
Des weiteren wird immer öfter von sogenannten osteuropäischen Selbsständigen mit Werksverträgen in deutschen Schlachthöfen berichtet, die deutsche Arbeitskräfte verdrängen. So titelte z.B. die Süddeutsche Zeitung "Sauerei im Schlachthof"
[www.sueddeutsche.de]
Dabei ist es aber oft Gedankenlosigkeit vieler Verbraucher über das vermeintliche Billig-Schnäppchen. Welche Folgen es aber für Menschen, Tiere und Umwelt zeigt, überblicken leider nur wenige oder erst dann wenn es zu spät ist.
Mit anderen Worten:
Die Billig Falle, wie sie im Buch klassisch beschrieben ist.

Im NDR.de sind Fakten, Aussichten und Befürchtungen hierzu gesammelt worden.
Hier gehts zum Film Massentierhaltung spaltet Norddeutschland
[www.youtube.com]

Tobi Schlegel vom NDR-Satiremagazin extra 3 hat sich der Angelegenheit von einer etwas amüsanteren, aber nicht minder kritischen Seite genähert:

[www.youtube.com]



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Rickrich

Rickrich

Alter: 46 Jahre,
aus der Hallertau
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Kommentare

19.12.2010 17:34 Cord
bohh ey, kannst du mal mit den Angriffen auf die konventionelle Landwirtschaft aufhören? Es nervt langsam.
20.12.2010 12:22 1000er
Hier in Deutschland wird wenigstens noch nach den Tieren geschaut. Wenn die Ställe in anderen Ländern stehen würden könnten viel mehr Tier in ein Stall passen und dort interessiert es keinen, wie die Tiere gehalten werden. Hier dürfen die "BIO`s" fast alle Tiere in Anbindung halten und ein "normaler" Betrieb darf das nicht!? Eine Kuh z.B. hat in einem 50er Laufstall nicht mehr Platz, als eine in einem 500er Stall. Wahrscheinlich geht es ihr im "Großen" Stall sogar besser, weil dort der Kuhkomfort besser ist.
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