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Zehn Tage live aus Japan!

RasenderReporter auf Landwirtschaftstour (10 Einträge)

Reissaat mit Hand Führerlose Reissaatmaschine Baumwollfaser mit Reispflänzchen
325 mal angesehen
19.09.2007, 17.49 Uhr

Leis? Reis!!

Ein bißchen was über Reis und die japanische Landwirtschaft:

Die durchschnittliche Größe eines japanischen Landwirtschaftsbetriebes beträgt 1,7 ha. Das Durchschnitts(!!)alter der Betriebsleiter beträgt 65 Jahre, drei Viertel sind über 60. Man hat erhebliche Nachwuchssorgen, Reisanbau ist für junge Leute nicht mehr attraktiv. Die Regierung versucht, dem mit aktiver Werbung für diesen Beruf entgegenzusteuern. Der Schwerpunkt soll mehr auf "business farming" gelegt werden.

69 Prozent der Fläche Japans ist Bergland und 42 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe liegt in dieser Region. Aufgrund der Topgraphie versuchen die japanischen Landwirte, überall dort Landwirtschaft zu betreiben, wo es nur geht.

Reis hat einen Hektarertrag von ~6 Tonnen, in den vergangegen Jahren ist er erheblich gestiegen, dank neuer Sorten und Mechanisierung. Reis wird oft noch mit Hand gesetzt (also die Stecklinge) oder eine handgeschobene Maschine übernimmt das Setzen. Mit so einem Gerät braucht man für den Anbau eines Hektars ungefähr sechs Stunden.

Diese Geräte gibt es auch mit Motorisierung und sogar satellitengesteuert und unbemannt. Diese Dinger brauchen dann nur die Hälfte der Zeit, drei Stunden, um einen Hektar zu bepflanzen. Auf diesen Maschinen sind die Stecklinge entweder in Boxen (bei manueller Aussaat) oder auf ca. 20 cm breiten Bahnen aufgerollt. Die Maschine entnimmt dort immer ein Pflänzchen und setzt es in den Boden.

Neben der "transplanting seed", also dem Setzen von Stecklingen, gibt es auch die Direktsaat der Samen - das macht aber nur ein Prozent aus. Vorteil der letzteren Methode ist die Ersparnis an Arbeitszeit und damit geringe Produktionskosten.

Reis wird einmal, oft auch zweimal im Jahr angebaut und geerntet.

In den Forschungsstationen wird an neuen Sorten gearbeitet, die kälteresistenter sind und dabei sehr hohe Geschmackseigenschaften haben.

Bioreis ist auch im kommen - auch Japaner legen gesteigerten Wert auf qualtitativ hochwertige Produkte, dessen Herkunft sie kennen und die umweltverträglich hergestellt wurden. Obwohl die Nachfrage da ist, macht Bioreis nur ein Prozent der gesamten Produktion aus.

Japaner essen übrigens fast ausschließlich eigenen Reis - Importe werden vom Verbraucher nicht angenommen. Reis ist hier Hauptnahrungsmittel Nummer eins.

Soweit mal in aller Kürze Wissenswertes über Reis. Morgen werden wir einige landwirtschaftliche Betriebe hier im Norden Japans besuchen - wir sind ja heute mit dem Shinkansen (sowas wie der ICE in superschnell, superpünktlich und super organisiert...) nach Sendai, 400 km nördlich von Tokyo gefahren.

Morgen bis übermorgen Abend werde ich keinen Internetzugang haben, also seid gespannt auf meine Berichte am Freitagabend oder Samstag!

Euer rasender Reporter.

PS: Details zu den Bildern könnt Ihr wie immer leider nur in meinem Fotoalbum nachlesen.



EDIT: Die Regierung versucht, die Reisproduktion zu drosseln. Angeblich, wegen des gesunkenen Verbrauchs - Reis ist zwar der Kalorienlieferant schlechthin, aber Jugendliche entdecken auch Fastfood und andere Nahrungsmittel. Das heißt, daß die Reisbauern 40 % der Fläche aus dem Anbau herausnehmen müssen. Andere Früchte dürften angebaut werden, aber Reis ist tabu. Der Landwirt bekommt 210 Yen pro Kg Reis, das sind ca. 1,90 Euro. Für höchstqualitativen Yamada Nishiki-Reis, wie er für die Sakeproduktion (Reiswein) notwendig ist, werden 500 Yen pro kg gezahlt.
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RasenderReporter

RasenderReporter

Alter: 40 Jahre,
aus München

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Kommentare

05.11.2007 07:37 horstmann
hallo, wir interessieren uns für den hersteller der reissaatmaschine.

können Sie mir freundlicherweise die webseite mitteilen?!

vielen dank im voraus

horstmann gmbh

axel horstmann
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