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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Rainer Samblebe mit seinem Steyr 6160 CVT Steyr 6160 CVT aus der Vogelperspektive Steyr 6160 CVT mit Köckerling Master
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29.12.2010, 18.31 Uhr

Auf Aussaat-Tournee!

Unterwegs in der Lüneburger Heide – Eine spontan geplante Landtechnik-Tour in den Nordosten Niedersachsens haben wir im Mai unternommen. Durch Zufall haben wir auf dieser Tour ein neues Rübenlegeverfahren kennen gelernt, das in dieser Region eingesetzt wird. Wo wir Rainer Samblebe, der jedes Jahr einige tausend Kilometer mit seinem Schlepper unterwegs ist, beim Rübenlegen angetroffen haben und wie er zufrieden ist, lest ihr in diesem Blog-Bericht.

Nachmittags machten wir uns bei besten Wetterbedingungen über Bundes- und Landstraßen auf den Weg in Richtung Lüneburg. Diese Region haben wir auf bisherigen Touren etwas vernachlässigt. Viele kleinere Schlepper sahen wir bei den Bestellungsarbeiten für Mais und Rüben. Etwas Außergewöhnliches war jedoch lange Zeit nicht in Sicht. Bei der Ausfahrt aus einem kleinen Örtchen erspähten wir dann aber unweit der Landstraße einen rot-weißen Steyr mit blauem Anbaugerät. Das wollten wir uns dann doch genauer anschauen und fanden schnell den passenden Feldweg, der uns direkt zum Schlag führte.

Langsam schiebt sich der Steyr uns entgegen und wir können erste Aufnahmen machen. Überrascht von dem unerwarteten Besuch kommen wir mit dem Fahrer nach der ersten Kehrtwende ins Gespräch. Rainer Samblebe ist Landwirt im Ort Wieren und wirtschaftet seit einigen Jahren in Form einer GbR zusammen mit einem Nachbarlandwirt. Gemeinsam werden unter anderem mehrere 100 Hektar Rüben für die Zuckerrübenfabrik Uelzen angebaut. Im Sommer fährt er den Steyr vor einer Welger Quaderballenpresse. Seine Maschinen nutzt er auch im Lohn für Landwirte in der Region und kann dadurch für eine bessere Maschinenauslastung sorgen. Für größere Aufträge hat es ihn in der Vergangenheit auch schon häufiger bis zu 150 km ins angrenzende Mecklenburg Vorpommern verschlagen.

In diesem Jahr setzt er erstmals eine Maschine des westfälischen Herstellers Köckerling ein, der ein neues Saatverfahren im Markt etablieren möchte. Das Prinzip der 5,40 Meter breiten Maschine ist es in einem Arbeitsgang den Boden tief und gezielt zu lockern, Dünger hinter den Lockerungszinken in den Boden einzubringen, das Saatbett zu bereiten und im Abschluss über eine beliebige Einzelkornsämaschine beispielsweise Rübensaatgut abzulegen. Dieses Maschinenkonzept war zu der Zeit unseres Besuchs noch in der Testphase und ist mittlerweile mit dem Namen „Master“ auf der Internetpräsenz von Köckerling auch offiziell vorgestellt.

Bei einer Mitfahrt erfahre ich von Rainer weitere Details zu diesem Verfahren. „Ich schaffe ca. 2 ha pro Stunde mit der 12 Reihen Kverneland Sämaschine. Hierfür muss mein Steyr vor dem Gerät aber auch einiges leisten, wie man hören kann“. Rainer zeigt sich jedoch zufrieden mit seinem Gespann. „Mit gefällt die Kombination der notwendigen Arbeitsschritte für den Rübenanbau in diesem Gerät gut. Die Frage ist, wie sich das Gerät auf schweren Böden bewehrt. Nach stichprobenartigen Kontrollen der Ablagetiefe sehe ich einem guten Feldaufgang positiv entgegen“, erklärt mir Rainer.

Ich möchte mehr über Rainers Steyr 6160 CVT erfahren. „Ich fahre den Österreicher jetzt bereits seit 2 Jahren und er hat mittlerweile 2.200 Stunden auf der Uhr“. Der Steyr ist in diesen Regionen ein echter Exot aber Rainer schätzt die gute Einsatzsicherheit der Österreicher auf denen sich auch eine Aushilfe bei Bedarf schnell zurechtfindet. Diese guten Erfahrungen hat er bereits vor einigen Jahren mit seinem ersten Steyr, einem 9115 gemacht, der mittlerweile 12.500 Stunden auf der Uhr hat.

Ein weiteres Detail, was mir am Schlepper auffällt ist die Reifendruckregelanlage, sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterreifen. „Ich habe mich im letzten Winter auf der Agritechnica darüber informiert und mich haben die Vorteile überzeugt. Bereits in der letzten Drillsaison haben viele meiner Kunden diesen Service zur Bodenschonung bei mir angeregt.“ Zusammen mit einem Kollegen hat er die 4.000 Euro teure Regelanlage an dem Österreicher innerhalb von 2 lockeren Arbeitstagen installiert und eingestellt. Aus der Kabine raus hat Rainer nun über eine Bedieneinheit die Möglichkeit die Reifendrücke zu regeln. Bei der momentanen Arbeit auf dem Acker fährt er mit 0,75 bar Druck. Für die Straßenfahrt regelt er auf 1,5 bar hoch. Nach den ersten Wochen im Einsatz ist der Dieselverbrauch des Schleppers positiv beeinflusst worden. So hat sich der Verbrauch um ca. 1,5 Liter verringert und er benötigt bei meiner Mitfahrt genau 20,18 Litern pro Stunde. Den JCB Teleskoplader, der am Feldrand für die Beladung des Düngers bereit stand, konnten wir toll für unsere Foto- und Filmaufnahmen nutzen. Dafür und für das interessante Interview, vielen Dank an den Betrieb und die Mitarbeiter.

In einem Telefonat mit Rainer Samblebe vor wenigen Tagen habe ich mich über den Verlauf seiner Bestell- und Erntesaison erkundigt. Insgesamt war Rainer mit seinem Steyr-Master Gespann 5.000 Kilometer auf Bundes- und Landstraßen unterwegs. Im Einsatz war er unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, aber auch bis nach Magdeburg und Halberstadt in Sachsen-Anhalt hat es ihn verschlagen. 600 Hektar Ackerland hat er auf seiner Tour bestellt, davon etwa 300 Hektar Mais, und jeweils 150 Hektar Rüben und Raps.

Für die Rüben stellten sich die Wetterbedingungen in diesem Jahr recht durchwachsen dar und führten zu durchschnittlichen Erträgen, erklärt mir Rainer im Telefonat. Leichte Verzögerungen in der Aussaat und Trockenheit in den Sommermonaten sind Gründe hierfür. Für die Rübenernte saß Rainer dann auch selbst auf dem Vollernter und hat viele „seiner“ bestellten Flächen auch roden können. Positiv fiel ihm hierbei die bessere Rodefähigkeit bei Flächen auf, die mit dem „Master-Verfahren“ bestellt wurden. Er führt dies auf ebenere Äcker und gleichmäßige Saattiefen zurück.

In den ruhigen Wintertagen ist Rainer zunächst einmal froh etwas zur Ruhe kommen zu können. Die Vorfreude auf das Frühjahr 2011 und eine weitere Aussaat-Tournee sind jedoch schon in Sicht!

Das Master-Verfahren in einer weiteren Entwicklungsphase haben wir auch im August in der Nähe von Prenzlau vor die Linse bekommen. Hier war die 8 Meter Ausführung des „Master“ von Köckerling in Kombination mit einen Holmer Terra Variant 600 im Einsatz. Das leistungsstarke Systemfahrzeug aus Bayern ermöglicht durch einen aufgebauten Düngertank die Mitnahme von jeweils 9,5 m³ Dünger und Saatgut. Vor ein paar Tagen haben wir hier bei landlive ein passendes Video zu dem Einsatz hochgeladen.

Text: Jörn Gläser
Fotos: Jörn Gläser

Weitere Bilder zu diesem Bericht findet ihr auf landtechnikvideos.de

Das Verdeck von Rainers Steyr 6160 CVT war auch bereits in der vergangenen Agrarsanis Landtechnik-Pixelsuche eines der Rätsel.

Weitere Interessante Dokumentationen von Landtechnik-Touren:

Landtechnik-Tour gen Nordosten Teil 1
Landtechnik-Tour gen Nordosten Teil 2
offline

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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

agrarsani, holmer terra variant, landtechnik, landwirtschaft, rüben, steyr

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