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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Richter-Technik Richter-Technik Richter-Technik
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31.12.2010, 17.46 Uhr

The Big Boss – Ein Betriebsporträt aus Sachsen-Anhalt

Der eine oder andere wird im vergangenen Jahr durch Zeitungsanzeigen oder Artikel bereits auf das Lohnunternehmen Richter-Technik aufmerksam geworden sein. Im Großraum Stendal bewirbt Christof Richter mit Schlagwörtern wie „Der Boss“ und „Wenn’s um Kraft geht“ seine schlagkräftige Bodenbearbeitungs-Dienstleistung, bestehend aus einem 600 PS Steiger Quadtrac mit angebautem 8 Meter Grubber. Ende Juli nahmen wir Kontakt zu Christof Richter auf, um uns seine Technik einmal bei der Arbeit anzusehen.

Wir befinden uns in Sachsen-Anhalt, genauer in der Feldmark des 260-Seelen-Örtchens Kossebau, 50 Kilometer nördlich von Stendal und 10 Kilometer entfernt vom Maschinenstandort Bretsch. Auf dem platten Land ist die Staubwolke, die der Quadtrac bei der Arbeit produziert, schnell ausgemacht. Am Feldrand des überschaubaren Ackers angekommen, klettere ich zu Christof in die Kabine und er startet in eine neue Spur. Ich möchte mehr über das Unternehmen Richter-Technik erfahren. Christof erzählt mir, dass er seit einigen Jahren jung-gebrauchte Quadtracs mit 1.000 bis 2.000 Betriebsstunden aus den USA nach Deutschland importiert. Denn in Deutschland so sagt er, haben interessierte Landwirte - mangels Masse - eigentlich nur die Wahl zwischen nagelneuen oder extrem in die Jahre gekommenen Steiger Raupen. Viele seiner potentiellen Kunden möchten von ihm als echtem „Quadtrac-Kenner“ natürlich auch anhand von Vorführungen mehr über die Quadtrac-Vorzüge erfahren. Um diese recht kostspielige Anforderung für alle Beteiligten besser zu gestalten, entstand die Idee ein schlagkräftiges Quadtrac-Grubber Gespann im Lohn laufen zu lassen. Die Landwirte haben dadurch den Vorteil, dass Vorführungen nun nicht nur auf wenige Hektar beschränkt bleiben müssen und Christof Richter bekommt auf diese Art und Weise seine Unkosten erstattet. Nach ein paar Probeläufen im Herbst 2009 ist er nun in 2010 erstmals aktiv im Lohn für Großbetriebe im Einsatz.

Sein Gespann besteht aus einem 600 PS Case STX Quadtrac und einem 8 Meter Mulchsaatgrubber von Köckerling. Für die pfluglose Bodenbearbeitung arbeitet er je nach Kundenwunsch auf bis zu 30 cm Arbeitstiefe. Christof erzählt uns, dass er von dem Antriebskonzept der Quadtracs absolut überzeugt ist. Die Traktion durch die vier unabhängig voneinander pendelnden Raupenlaufwerke kennt auch bei nassen Verhältnissen keine Grenzen. Wenn Radtraktoren aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht einsatzfähig sind, kann der Quadtrac seine Vorzüge erst richtig unter Beweis stellen. Per E-Mail schickte uns Christof vor Weihnachten auch ein Foto, das zeigt wie er im Herbst bei einem Kunden einen Fendt Vario aus dem knietiefen Matsch befreien musste.

Wir ackern gerade auf den Flächen den Ritterguts Bretsch. Die Familie Richter hat im Jahr 1999 ihren landwirtschaftlichen Betrieb in Bremen verpachtet und bewirtschaftet seit dem den ehemaligen DDR-Vorzugsbetrieb in Sachsen-Anhalt. Zum Betrieb gehören rund 1.000 Hektar, wobei circa 800 Hektar davon Ackerland sind. Bewirtschaftet wird der Betrieb von Christofs Bruder und Vater, zusammen mit zwei Mitarbeitern und in den Arbeitsspitzen, wie in der Ernte, weiteren Aushilfskräften und Familienmitgliedern. Angebaut werden circa 35 Hektar Zuckerrüben und ein variabler Anteil Körnermais sowie Weizen, Gerste, Raps und Triticale. Neben verschiedenen Bodenbearbeitungsgeräten hat der Betrieb einen Fendt Vario 936, einen Favorit 824, sowie eine ältere Claas Challenger C55 im Fuhrpark. Für den Pflanzenschutz wird eine angehängte Dammann Profi Class Spritze mit 30 Meter Gestänge vorgehalten.

Zurück zur laufenden Bodenbearbeitung. In Sichtweite läuft gerade die Köckerling Ultima Sämaschine hinter dem 936er Fendt. Christof ackert satellitengestützt. Er nutzt dafür ein so genanntes virtuelles RTK, welches über ein Mobilfunkmodem aufgebaut wird. Gelenkt wird die Raupe über einen nachgerüsteten Trimble Motor am Lenkrad. „Bei solchen Arbeitsbreiten und Schlägen möchte ich auf meine GPS-Technik nicht mehr verzichten. Gerade bei meinen Kunden möchte ich ein perfektes Arbeitsbild hinterlassen“, erzählt er mir als wir gerade einem Strommasten ausweichen. Bei der nächsten Kehrtwende springe ich ab. Zusammen mit dem Sägespann, das mittlerweile ebenfalls unseren Acker erreicht hat, machen wir noch ein paar tolle „Parallelflugfotos“. Unser eigentliches Highlight des Tages sollte nun aber noch folgen. Christof beschreibt uns den Weg zur laufenden Weizenernte.

Die Getreideernte auf dem Rittergut Bretsch wird schon in der zweiten Saison mit einem Claas Lexion 600 TERRA TRAC Mähdrescher abgewickelt. In dieser Ernte ist der Drescher erstmals mit dem neuen 12 Meter Schneidwerk Vario 1200 ausgerüstet. Knapp vier Kilometer vom Rittergut entfernt arbeitet der Mähdrescher gerade in den letzten Druschtagen des Weizens. Christofs Bruder Jost Richter ist super zufrieden mit seinem Geschütz. Nachdem es beim vorherigen 10,50 Meter Tisch einige Probleme gab und dieser nun in der 12 Meter Variante komplett überarbeitet wurde, passen Mähdrescher und Schneidwerk jetzt optimal zusammen. Bei den Wetterkapriolen 2010 ist die Region nördlich von Stendal noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Trotzdem, ein kaltes Frühjahr, dann eine lange Trockenperiode und viele Regenunterbrechungen während der Ernte, zwangen den Betrieb dazu für einige Tage auch eine Lohnunternehmermaschine zur Unterstützung zu beauftragen. Die bereits erwähnte Challenger C55 mit 270 Pferdestärken ist mit einem 25 m³ Hawe Überladewagen in Fendt-Lackierung dafür zuständig, dass der Mähdrescher nicht zum Stehen kommt. Vom Feldrand zu den Lagerstätten auf dem Betrieb, transportiert der Fendt 824 mit mehreren Conow HW 80 Anhängergespannen. Als Lagerstätte für das Getreide wurden die ehemaligen Ställe des DDR-Tierzuchtbetriebs umgebaut.

Am späten Nachmittag ergab sich für uns dann noch die Möglichkeit ein ganz spezielles Familienfoto zu schießen. Nach einem Umsetzen war Christof mit seinem Quadtrac, mit dem Fendt und der Ultima Drillmaschine im Gepäck zu einer Fläche ganz in der Nähe der Druschackers unterwegs. Für ein paar Runden fuhren alle im Parallelflug und demonstrierten die komplette Kette von der Aussaat bis zur Ernte. Weitere Fotos findet ihr im Bilderverzeichnis 2011 auf landtechnikvideos.de.

Rund um Weihnachten habe ich mit Christof Richter noch einmal telefoniert und mich erkundigt, wie der Rest der Saison für ihn gelaufen ist. Anfang Oktober hat er aufgrund der nassen Bedingungen den angebauten Vector speziell umgerüstet, um mit ihm den Boden auf 20-25 cm aufzureißen und ohne Rückverfestigung nur locker zum ablüften abzulegen (weitere Fotos vom umgebauten Grubber findet ihr auf www.quadtrac.de). Für viele Betriebe war dies ein zusätzlicher Grund, sich für die Dienstleistung von Richter-Technik zu entscheiden.

Zusammen mit Aushilfsfahrern hat er so gewaltige Stundenzahlen geleistet, aber manchmal war Christof Richter auch ganz auf sich allein gestellt. „Meine längste Schicht waren 29 Stunden“, erzählt er mir am Telefon. "Das geht hin und wieder mal, aber auf Dauer kommt man da schon an seine Grenzen". „Natürlich ist das erste Jahr wichtig und man nimmt logischerweise jeden Job an. Für einige Kunden haben wir daher Anfahrtswege von mehr als 100 Kilometer in Kauf nehmen müssen. So ging es morgens schon häufig um 4:00 Uhr vom Hof. Obwohl das Gespann mit 30 - 35 km/h Höchstgeschwindigkeit natürlich langsamer fährt als ein moderner Standardschlepper, war mit dem großen Grubber dahinter für mich und meine Fahrer schon früh morgens höchste Konzentration gefragt. Einmal mussten wir rund um Magdeburg wegen einer Umleitung im morgendlichen Berufsverkehr eine kurze Tunnelstrecke durchfahren, die nur durch maximales Absenken der Maschine und fahrerisches Können bewältigt werden konnte.“

Ich frage Christof, wie er mit den Hektar-Leistungen seines Gespanns zufrieden ist. Er antwortet, dass er in der ersten Saison bereits mehrere tausend Hektar „schwarz“ gemacht hat und damit sehr zufrieden ist. Letztendlich hat aber die Schlaggröße den meisten Einfluss auf die Flächenleistung. Dies und natürlich auch die variierbare Arbeitstiefe des Grubbers führen zu recht unterschiedlichen Flächenleistungen von 6 bis 10 Hektar in der Stunde. Aufgrund des positiven Feedbacks auf seine geleistete Arbeit in 2010, ist sich Christof sicher, dass viele Kunden seinen Quadtrac fest in der Bodenbearbeitung 2011 einplanen werden.

Wir wünschen der Familie Richter viel Erfolg für die Zukunft und bedanken uns für einen landtechnikreichen Sommertag in Sachsen-Anhalt!

Text: Tammo und Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser

Eine ausführliche Bildergalerie zu allen genannten Maschinen findet ihr auf landtechnikvideos.de.

Weitere Infos auf www.quadtrac.de und auf www.richter-technik.com.

Weitere interessante Bericht in Agrarsanis Blogs:

Auf Landtechnik-Tour gen Nordosten – Teil 1
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Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, case, case quadtrac, fendt, gläser, köckerling, landtechnik, landwirtschaft, lexion, mähdrescher, richter technik, ultima

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Kommentare

31.12.2010 18:43 erik
toller blog. werde ich gleich mal dem fahrer von dem 936 schicken.
09.01.2011 15:27 Axiflo2577
das mit dem grubber hätte man sich auch einfacher machen können: statt 3 gestelle mit rädern zu bauen, hätte man auf die 2 zylinder der transportachse clips stecken können, wie es bei väderstad und horsch auch gemacht wird

wir bauen bei unserem köckerling auch die walzen ab zum winterland machen. lassen wir aber noch die zustreicher drann, das das land etwas besser aussieht...
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