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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

57 mal angesehen
31.01.2011, 15.29 Uhr

Schadenbegrenzung

Natürlich war der Dioxinskandal das beherrschende Thema zum Start der diesjährigen Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin. Tröstlich dabei war, dass unisono klargemacht wurde, dass die Bauern nicht die Täter sind, sondern die Opfer krimineller Machenschaften. Lassen Sie es uns noch einmal deutlich sagen: Die Sicherungssysteme in der Landwirtschaft haben
funktioniert. Innerhalb weniger Tage waren alle Betriebe, die belastetes Futter bekommen haben, bekannt und hielten ihre Produkte zurück. Und auch möglicherweise belastete Produkte waren schnell identifi ziert und aus den Regalen genommen. Das ist effektiver Verbraucherschutz.

Jetzt geht es darum, Schadensbegrenzung zu betreiben – so weit das mit Blick auf die Marktpreise überhaupt noch möglich ist. Ein Schritt dazu sind die Sonderkredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank. Weiter gilt es, die Schlupflöcher für kriminelle Energie dichtzumachen. Und es gilt daran zu arbeiten, dass – sollte wirklich noch mal so ein Fall auftreten – Medien und Verbraucher sachlich und nicht hysterisch reagieren.

Um das zu erreichen, so die Meinung auf der IGW, müssen wir noch transparenter machen, was wir tun – vom Acker bis zur Ladentheke. Wenn die Leute ein realistisches Bild von der Landwirtschaft haben, dann laufen Schlagworte wie Massentierhaltung ins Leere. Eine Kuh fühlt sich in einem 120er-Laufstall wohler als in einem muffigen Anbindestall der Nachkriegsjahre, und einem Schwein geht es in einem modernen Maststall besser als in einem finsteren Verschlag von damals. Das sollten auch die zur Kenntnis nehmen, die sich für ideologisch geprägte Demonstrationen einspannen lassen.

Lebensmittel müssen sicher sein, der Tierschutz muss gewährleistet sein, daran besteht kein Zweifel, und das ist erfüllt. Wer darüber hinaus bestimmte Haltungs- oder Produktionsverfahren haben möchte, der muss einen Aufpreis zahlen, dann wird er bekommen, was er haben will. Ob Agrarministerin Ilse Aigner noch bekommen wird, was sie haben will, ist seit der IGW fraglich.

Sie hat ihre Karten praktisch aus der Hand gegeben, als sie bei der Eröffnung sagte, dass Deutschland ab 2014 auf einen Teil seiner Agrarförderungen verzichten werde, damit die Beitrittsländer stärker als bisher an den Fleischtöpfen teilhaben können. Wir sind gespannt, wie da
die Schadensbegrenzung aussieht.

Sepp Kellerer, Redaktion BLW
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Kommentare

02.02.2011 08:36 Notill
Nun... nicht zu vergessen das nicht der Futterfettskandal die großen Verluste bei den Schweinehaltern verursacht hat, sondern die Art, wie die Presse mit den 'Ökos' dies ausgeschlachtet hat. Der Futterfetthersteller ist insolvent und kann den von ihm angerichteten Schaden nicht mehr begleichen. Die Presse hat genug gewinn auf Kosten der Landwirte gemacht, um zumindest einen Teil davon wieder gut machen zu können. Nur traut sich da keiner ran!
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