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Farming in Australien

Berichte ueber die Landwirtschaft in AUS (5 Einträge)

Service in the field Saatgut truck holt Nachschub parked Walzenkombination
1288 mal angesehen
06.02.2011, 08.44 Uhr

Logistik einer 62.000 Hektar Herbstbestellung

Im Mai 2010 hatte Ich die Gelegenheit mir die Weizenaussaat auf einer grossen australischen Getreidefarm anzuschauen. Insgesamt hatte die Farm ein Weizenprogramm fuer 2010 von rund 62000 Hektar. Die Farm hat zwei Betriebsteile, die einige Kilometer auseinander liegen, somit koennen auf Grund der Breite der Maschinen diese nur auf dem jeweiligen Betriebsteil eingesetzt werden. Um es noch einmal deutlich zu machen, diese breiten Maschinen werden nur auf privaten Farmwegen bewegt und sehen nie eine oeffentliche Strasse. Die einzige Ausnahme ist die Ueberquerung der Strasse wenn die Farm auf beiden Seiten Flaechen hat. Der suedliche Farmteil hatte ein Weizenprogramm von 27.000 Hektar zu erledigen und der noerdliche ein Weizenprogramm von 35.000 Hektar. Die Farm baut auch noch andere Sachen an, wie Baumwolle und Erbsen und hat noch grosse Teile Weideland die bisher noch nicht fuer den Getreideanbau genutzt werden.

Eingesetzte Maschinen der Farm:
- John Deere 9630T mit 160ft Multifarming Systems planter und 15000 Liter Simplicity Airseeder
- John Deere 9620T mit 2x 60ft Janke planter und 17000 Liter Simplicity Airseeder
- Case IH STX 440 mit 2x 47ft Gason planter und 2x 5000 Liter Gason Airseeder
- Case IH STX 450 mit 80ft Gessner planter und 12000 Liter Simplicity Airseeder
- Case IH STX 500 mit 2x 40ft Janke planter und 17000 Liter Simplicity Airseeder
- Case IH STX 500 mit 2x 40ft Janke planter und 12000 Liter Simplicity Airseeder
- Case IH STX 500 mit 80ft Gessner planter und 12300 Liter Bourgault Airseeder
- John Deere 8520 mit 30 Tonnen DFE Ueberladewagen
- Mehrere John Deere 8320 mit 80ft K-Line Walzenkombinationen
- Mehrere Trucks fuer Saatgut- und Dieseltransporte
- Jede Menge Utes fuer die Mitarbeiter und Mechaniker
Maschinen von Lohnunternehmen:
- Case IH 4420 Patriot selbstfahrende Spritze mit 36m Gestaenge
- John Deere 8420 mit 36m Anhaengespritze
- Goldacres selbstfahrende Spritze mit 27m Gestaenge
- Wasser- und Spritzmitteltrucks

Gegen die 27.000 Hektar auf dem suedlichen Farmteil kaempften 3 Case IH STX (440, 450 und 500) mit zusammen 254ft (77.5m) Arbeitsbreite an sowie die selbstfahrende Case IH Spritze. Auf dem noerdlichen Farmteil waren die zwei JD Raupen (9630T and 9620T) sowie 2 Case IH STX 500 mit zusammen 440ft (134m)Arbeitsbreite dabei die 35.000 Hektar zu bestellen und die zwei Spritzen (Goldacre and JD 8420) leisteten die Vorarbeit.

Das gesamte Program wurden in 20 Tagen erledigt, gearbeitet wird im 24 Stunden Schichtbetrieb mit 2 Fahrern pro Maschine. Das auffuellen der Maschinen mit Saatgut und Diesel sowie kleine Reparaturarbeiten wenn noetig dauert rund 45 – 60 Minuten beim Schichtwechsel, somit kommen die Drillen auf eine taegliche Einsatzzeit von 22 - 22.5 Stunden. Die Tagesleistung der 7 Maschinen zusammen betraegt je nach Schlaggroesse rund 3000 – 3500 hektar am Tag oder 140-160 hektar pro Stunde. Fahrgeschwindigkeiten haengen stark von der Saattiefe, den Reihenabstaenden und der Arbeitsbreite ab und natuerlich der Zugmaschine davor. Die kleineren Maschinen sind durchaus fuer Geschwindigkeiten bis 15km/h ausgelegt, aber das schaffen die Traktoren nicht mehr wenn man zwei Maschinen zusammenhaengt mit dem Zugrahmen.Die STX haben alle einen Chip drin, somit hat die Nummer auf der Motorhaube nichts mehr mit der aktuellen Leitsung zu tun, die muessten alle deutlich ueber 500 PS liegen.
Als ich vor ein paar Jahren noch selbst eines der Gespanne bewegt habe, hatten wir nur eine Maschine (12.5-14.5m) hinter den Case IH 9380QT’s mit rund 400PS. Die waren in der Lage eine Fahrgeschwindigkeit von 13-15km/h zu erreichen ohne groessere Probleme mit den Drillen.Mit doppelter Arbeitsbreite hinter den STX ist bei 8-9km/h Schluss. Rund 150PS mehr mit doppelter Breite und das alles nur 5km/h langsamer, hier zeigt sich das Sparpotenzial der grossen Drillen. Auf dem Suedteil haben wir damals mit 5 Maschinen rund 30 Tage gebraucht um die 27000 Hektar zu bestellen, jetzt machen sie es mit 3 Maschinen in unter 3 Wochen.

Die Logistik der ganzen Aktion ist schon beachtlich, um alles am Laufen zu halten. Rund 90 tonnen Saatgut am Tag oder fast 1600 tonnen ueber die 3 Wochen mussen zu den Maschinen transportiert werden. 3 LKW’s und ein Ueberladewagen waren damit beschaeftigt.

Der Dieselverbrauch der Monster und der Transport beschaeftigen auch ein paar Leute. Die Steiger und JD Raupen haben ueber 1000 liter Dieseltanks und somit reichen die auch fuer die 11 stunden Dauerbetrieb zwischen den Schichtwechseln. Wenn die fahrer es ein wenig zu gut meinen oder der Boden richtig trocken ist, dann verbrauchen die Steiger auch mal schnell bis zu 100Liter pro Stunde und die durstigen Hirsche nehmen auch schnell bis zu 120 Liter pro Stunde. Dann wird es knapp und es muss 36mal am Tag getankt werden. Alles zusammen verbrauchen die 7 Drillgespanne zwischen 14000-15000 Liter Diesel am Tag. Bei knapp 20 Tagen sind das fast 300.000 Liter fuer die Weizenbestellung.

Bei 20 tagen Dauereinsatz ist mindestens ein Service faellig, um so wenig wie moeglich Zeit zu verlieren erfolgt der Service direkt auf dem Feld. Mechaniker der Farm kommt mit der Ute und den Teilen aufs Feld gefahren und mit dem fahrer zusammen ist der Service (Oel und einige Filterwechsel) in 30 Minuten erledigt und es geht weiter. Jeder Farmteil hat einen Mechaniker, der ansonsten fuer schnelle Reparaturen und andere Logistiksachen zustaendig ist. Normalerweise fahren sie saatgut oder transportieren Diesel zu den Fahrzeugen. Das gleiche Schicksal trifft den Farmmanager, der auch Saatgut oder Diesel bewegen muss. Manager und Mechaniker haben die laengsten Arbeitstage, da sie ja beide Schichtwechsel mitmachen muessen. Die Fahrer haben 13h tage, der Manager und der Mechnaiker 15-16 Stunden.
Eine Menge Personal ist erforderlich, damit es rund laeuft. 14 Fahrer fuer die Drillmaschinen, jeweils 3 Leute(Manager und 2 Mechniker) pro Farm fuer den Transport von Saatgut und Diesel, 6 Leute fuer die Walzen kombinationen (3Maschinen im 24 Schichtbetrieb) und das Lohnunternehmen bringt einiges Personal fuer die Spritzen und LKW’s. Die Manager, Mechaniker und einige Fahrer gehoeren sind stammpersonal der farm und sind das ganze Jahr dort beschaeftigt, der Rest der Fahrer sind Saisonkraefte.Dieses Jahr hatten sie probleme ausreichend Aushilfen zu bekommen, so das die Walzenkombinationen wegen Fahrermangel nicht genutzt werden konnten. Die vorhandene Aushilfen waren eine bunte Mischung, lokale Arbeitskraefte von anderen Betrieben ausserhalb der Landwirtschaft, die fuer die 3 Wochen einspringen, einige LKW fahrer der eigenen Spedition, Backpacker aus Europa, das Kindermaedchen des Farmers und Ihre deutsche Aushilfen. Der Farmer ist richtig happy mit den deutschen Maedels, nach dem Sie in der Ernte schon fleissig Ueberladewagen gefahren haben, hat er Sie fuer die Bestellung nochmals ermutigt den Urlaub zu unterbrechen. Die Auszeit nach dem deutschen Abi endete dann auf einen australischen Outback mit 600PS unterm Hintern und abends dann auch noch den Kindern die Gutenachtgeschichte vorlesen.

Ein paar ackerbauliche Fakten:
- Jahresniederschlagsmenge so um die 500-550mm
- Aussaatmenge liegt so bei 23-25kg pro Hektar
- Reihenabstaende je nach Bodenart zwischen30 – 50 cm
- Saattiefe richtet sich nach der noch vorhandenen Bodenfeuchtigkeit , war dieses Jahr schon ziemlich weit ausgetrocknet so das sie auf 25cm Tiefe gedrillt haben, ansonsten liegt die Tiefe bei rund 15cm.
- Ein paar Tage vor der Aussaat wird die gesamte Flaeche mit Roundup behandelt, das Feld liegt seit der Ernte im November bis zur Aussaat im April/Mai brach. Stoppelbearbeitung wird nicht durchgefuehrt, wenn die Stoppel zu lang sind so das sich bei der Aussaat haufen schieben koennten, wird diese Flaeche kurz vor der Aussaat mit der Mulchchain bearbeitet. Dies sind aber meistens nur kleine Teile der Flaechen.

Webseiten der Maschinenhersteller:

Simplicity Airseeder
Janke Bodenbearbeitungsgeraete
Gason Bodenbearbeitungsgeraete
Gessner
Multifarmingssystems
K-Line
Kelly mulch chains

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Cleveland

Cleveland

Alter: 39 Jahre,
aus Mitchelton/Brisbane

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Kommentare

06.02.2011 09:54 Identic
Klasse, absolut klasse...Bevor ich hier auf meinem Familienbetrieb fest einsteige ist auf jeden Fall eine Saison in Australien dran.
06.02.2011 11:19 spacefarmer
Sehr interessanter Bericht! Hast Du erfahren, warum die Reihen so weit auseinander sind, und wie hoch der Ernteertrag pro Hektar gewesen ist?
06.02.2011 15:57 chainsaw
was bist du gefahren?
06.02.2011 21:13 Rick
Was? Der Weizen wird 25 cm tief gesäht?
Krass!
01.05.2011 15:14 anne1989
Hallo, wirklich unfassbar was ich hier gerade gelesen habe...!!!
wenn wir hier wirklich von Cleveland und Noondoo sprechen, wäre das er absolute wahnsinn.
vllt erinnerst du dich ja noch, dass du damals bei deinem besuch, bei dem deutschen kindermädchen auf dem trecker mitgefahren bist?
wenn mich nicht alles täuscht, dann war ich das!
es wäre ganz toll, wenn du mal zurück schreiben würdest!
lg
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