Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
224 mal angesehen
07.02.2011, 09.49 Uhr

Aigner und der Tierschutz

Eine Schelte musste Bundesagrarministerin Aigner während der heißen Tage des Dioxin-Skandals immer wieder einstecken: sie habe keine Vision für die Agrarwirtschaft. Nun hat sie in einem Gespräch mit der Tageszeitung DIE WELT deutlich gemacht, wo sie eigene Akzente setzen will. Ausgekuckt hat sie sich dafür das Thema Tierschutz.
Keine Frage, Tierschutz ist ein wichtiges Thema, für die Verbraucher und für die Landwirte und damit auch für die Politik. Die zeitliche Abfolge von Dioxin-Skandal und Aigners Ankündigungen hinterlässt aber einen Eindruck, dem man vehement widersprechen muss: nämlich, dass, was da mit Dioxin passiert ist, eine Folge unserer Haltung sei. Oder warum geht es nun um Tierschutz? Einzige Logik, die ich mir da denken kann, die aber von falschen Annahmen ausgeht: dass es zu der Belastung von Futtermitteln gekommen ist, hinge mit der Art und Weise zusammen, wie Tiere heute gehalten werden. Also müsste daran was geändert werden. Und der Hebel ist der Tierschutz. Die Logik ist erkennbar, aber jetzt mal zu den Fakten: das Dioxin-Debakel verursacht haben kriminelle Triebe Einzelner; es waren nicht Einzelne aus der Landwirtschaft, sondern der Futtermittelwirtschaft, und es war schon gar nicht ein gesamter Berufsstand.
Dass Frau Aigner manchmal etwas blass gewirkt hat, was eigene Vorstellungen angeht, mag stimmen. Und man mag auch mehr eigene Akzente von ihr erwartet haben. Ja, die Tierschutzdiskussion muss zwischen Bevölkerung und Landwirtschaft geführt werden. Aber sie muss so geführt werden, dass Ideologie keine Rolle spielt, und sie muss so geführt werden, dass sie nicht von falschen Annahmen ausgeht (Dioxin-Skandal = Beleg für Notwendigkeit die Tierschutzschraube anzudrehen). Und sie muss so geführt werden, dass Landwirte eine ehrliche Chance haben zu zeigen, dass es ihren Tieren nun wahrlich deutlich besser geht als deren Artgenossen von vor Jahrzehnten - der vermeintlich guten alten Zeit, als die Hühner noch auf dem Mist scharrten (und jegliche Parasiten alle Chancen hatten, ans Ende der Nahrungsmittelkette - also den Menschen - zu kommen), als die Schweine in ihren Koben herumtollten (und ob der Ausdünstungen der Mistmatratze unter ihnen Atemwegsprobleme noch und nöcher hatten), als die Kühe wussten wo ihr Platz ist (nämlich auf ein und derselben Stelle, wo sie aus Langeweile ständig ihre Köpfe hin und her wiegten und von einem aufs andere Bein traten).
Hoffen wir mal, dass Frau Aigner hier den Sattel nicht falsch rum aufs Pferd legt.
offline

Geschrieben von

Private Nachricht schreiben »

Detlef

Detlef

Alter: 52 Jahre,
aus München
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Anzeige
Zum Seitenanfang