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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

151 mal angesehen
14.02.2011, 09.02 Uhr

Eilfertig

Der Verbraucher – ja, ja, Sie kennen ihn schon. Das ist der, der da gerade ums Eck gegangen ist, ja wie hieß er denn gleich wieder?

Egal, dieser Verbraucher hat wohl wieder einmal gesprochen und unserer Verbraucher- und Landwirtschaftsministerin eingeflüstert, dass er nachhaltige Landwirtschaft will – und zwar sofort. Gerade wollten wir ihn fragen, was er damit eigentlich meint, aber leider, er ist eben gerade ums Eck und weg.
Geblieben ist offenbar bei Ministerin Aigner der massive Eindruck, ganz schnell handeln zu müssen in Sachen Tierschutz, wie sie der „Welt“ mitteilte. Nun ist es so, dass der nationale Tierschutzbericht 2007/10 sowieso Mitte des Jahres vorgelegt wird, dass ein Tierschutzpaket derzeit im Ministerium in Arbeit ist. Die Frage ist: Warum nun diese Eile, warum im
nationalen Alleingang? Offenbar spielt da der Dioxinskandal mit herein und es wird deutlich, dass wieder einmal die Falschen geprügelt werden sollen. Dioxin ist das Problem der Zuliefererkette, dort gibt es definitiv Kontroll- und
Nachweislücken, die im Interesse von Landwirtschaft und Verbrauchern schnell und wirksam geschlossen werden müssen.
Das mediale Echo auf den Dioxinfall war aber wohl für die Politik erdrückend, und so kommt es jetzt zu dieser völlig überzogenen Reaktion. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Meinungstreiber nicht „die Verbraucher“ sind, sondern Nicht-Regierungsorganisationen, wie bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin zu sehen, die die Gunst der Stunde nutzen, um ihre Klientel bei Stimmung, sprich: in Geberlaune, zu halten.

Man sollte es da lieber sinngemäß mit Altbundespräsident Walter Scheel halten: „Die Aufgabe der Politik ist nicht das Populäre zu machen, sondern das Richtige populär zu machen.“ Genau in diese Richtung geht auch die
Argumentation von DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, der sich in einem Protestschreiben an Ministerin Aigner gegen eine populistische Tierschutzdebatte verwehrt, und fordert: „Es gilt, die Themen sachlich und wissenschaftsbasiert zu beleuchten.“
Die Landwirtschaft ist für jedwede Verbesserung zu haben. Nur es sollte fachlich fundiert und vor allem wirtschaftlich machbar sein. Tierschutz ist wissenschaftlich schwer definierbar, da der Versuchsgegenstand nicht sprechen kann, und so gibt es reichlich Raum für Spekulationen in alle Richtungen. Dass das in einer so „denaturalisierten“ Gesellschaft wie der unseren ausgenutzt wird, braucht nicht zu verwundern. Es hilft aber überhaupt nichts, wenn wir stolz erhobenen Hauptes sagen können, bei uns gibt es keine Käfighaltung mehr, aber nebenbei essen wir in Form von
Kuchen- oder Nudelwaren millionenfach Eier von Hühnern, auf deren Käfigen andere Nationalflaggen wehen. Da sollte zumindest im Wirtschaftsraum EU doch Einklang herrschen. Und auch internationale
Handelsabkommen ließen sich in der entsprechenden Richtung formulieren, wie Präsident Sonnleitner anmerkt.

Moment – da kommt er gerade wieder, der Verbraucher. Ah, er hat sein Hundchen Gassi geführt. Dieses ist leider aufgrund falscher Ernährung verfettet, mit seiner Boxernase ist es eine Qualzucht und dummerweise muss das Hundchen tagaus und tagein in einer kleinen Zweizimmerwohnung leben und wenn Herrchen/Frauchen tagsüber nicht da sind, lebt das Rudeltier als Single und frisst vor lauter Frust die Tapeten von den Wänden.
Wo bleibt da der Tierschutz?
Ja, Herrchen/Frauchen sind doch beim Tierschutzverein. Das reicht
offenbar.

Redaktion BLW, Johannes Urban
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