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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

91 mal angesehen
02.03.2011, 08.27 Uhr

Forst-Wirtschaft

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Für vier Fünftel der Deutschen ist der Wald als Ökosystem von entscheidender Bedeutung für das Weltklima. Das hat das Bundeslandwirtschaftsministerium in einer repräsentativen Umfrage festgestellt. Insofern hat also der Slogan „Forstwirtschaft schafft Leben“ gefruchtet, den die Waldbesitzerverbände 2010, im internationalen Jahr der Biodiversität, geprägt haben.

Aber schon kommen wir zur Kehrseite der Medaille: Die Umfrage hat ebenfalls ergeben, dass zwar vier Fünftel der Deutschen den Wald als unersetzbaren Lebensraum für die Tier- und Pfl anzenwelt betrachten, aber nur ein Drittel der Bevölkerung sieht den Wald als wichtigen Arbeitgeber und bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Besonders bedenklich dabei ist, dass die Bedeutung von Holz und Holzprodukten abnimmt, je jünger die Befragten sind. Insofern ist es gut, dass die Waldbesitzerverbände den Slogan „Forstwirtschaft schafft Leben“ im Jahr 2011, dem internationalen Jahr der Wälder, fortführen, wobei die Betonung hier durchaus auf Wirtschaft liegen darf. Immerhin gibt der Sektor Forst und Holz in Deutschland 1,2 Millionen Menschen einen Arbeitsplatz und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 170 Milliarden Euro. Vielleicht sollte man die Zahlen
einfach einmal ausschreiben, um ihr Gewicht auch optisch deutlich zu machen: 1 200 000 Menschen und 170 000 000 000 €.

Und noch mal mit anderen Worten: Würde man alle diese Menschen
örtlich konzentrieren, könnte man sagen, fast ganz München lebt von Forst und Holz. Aber halt: Genau das ist der falsche Vergleich, denn Forst und Holz spielen sich eben nicht in den Ballungsräumen ab, sondern vor allem im
ländlichen Raum, und der soll in Bayern nach den Bekenntnissen der Politik gefördert werden – im Gegensatz zum Zukunftsrat.
Die Gefahr, dass dabei der unersetzliche Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt leidet, besteht nicht, denn der Biodiversitätsbericht der
Bundesregierung weist aus: In Sachen Biodiversität ist der Wald in Deutschland spitze.
Die Bürger dürfen darauf vertrauen, dass es den Eigentümern auch künftig gelingen wird, die Multifunktionalität des Waldes zu erhalten, das heißt, alle Funktionen auf der gleichen Fläche zur Verfügung zu stellen, ohne weitere
Stilllegungen.

Sepp Kellerer / Redaktion BLW
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