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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Fahrer des Claas Xerion 3800 Claas Xerion 3800 mit 30 m³ Kaweco Güllefass Biogasanlage Könnern
2865 mal angesehen
04.03.2011, 09.27 Uhr

Nonstop Gülleausbringung mit 30 Kubikmeter

Der Wetterbericht prognostizierte in den letzten Tagen beste Bedingungen, das hieß für uns nach dem technikarmen Winter endlich mal wieder „Kameras entstauben“ und los geht’s.
Nach kurzem Telefonat war für den nächsten Tag ein attraktives Gespann ausgemacht, für das es sich lohnte auch ein paar mehr Kilometer Anfahrt in Kauf zu nehmen. Morgens ging es los ins 210 km entfernte Könnern in Sachsen-Anhalt. Unsere Erlebnisse bei einer der weltweit größten Biogasanlagen mit 16 Fermentern und bei einem der größten Güllefässer am Markt, könnt ihr in folgendem Bericht nachlesen.

Vor der Kleinstadt Könnern, an der Saale gelegen, ist in den letzten Jahren eine der größten Biogasanlagen Deutschlands entstanden, die man auch von der Autobahn 14 in Richtung Halle, zur rechten Seite erspähen kann. Zunächst ein paar Fakten zu der gewaltigen Biogasanlage, die zu Baubeginn als größte weltweit galt. Das Areal erstreckt sich über 13 Hektar bebaute Fläche mit insgesamt 16 Fermentern, 16 Endlagern und 4 Vorlagebehältern. Jährlich werden 30 Millionen Kubikmeter Bio-Rohgas produziert die zu 15 Millionen Normkubikmeter Biomethan aufbereitet werden und direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden. Die thermische Energieleistung der Anlage wird mit 15 Mega Watt angegeben. Alleine die Siloplatte hat eine Fläche von 2,7 Hektar. Für die ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen betriebene Anlage werden jährlich 120.000 Tonnen Frischmasse benötigt, die von 30 Landwirten aus der Region produziert werden.

Der Lohnunternehmer Heinrich Schaper aus Ilsede im Landkreis Peine ist seit Juli 2010 mit seiner Technik für den Großteil der Substratausbringung der Biogasanlage in Könnern zuständig. Vor der Einfahrt zur Anlage müssen wir nicht lange warten, bis wir uns an die Färsen eines LKW-Zubringers mit der Aufschrift „Lohnunternehmen Schaper“ hängen können, der uns zu unserem heutigen Motiv führen soll. Knapp 17 Kilometer folgen wir in Richtung Plötzkau. Zum Schluss geht es über Kopfsteinpflaster und ausgefahrene Feldwege weiter bis zum Schlag.

Aus der Ferne schiebt sich uns der Koloss entgegen, ein Claas Xerion 3800 Trac VC mit tridem Kaweco aufgesatteltem Schwanenhalsfass mit 30 Kubikmeter Fassungsvermögen und einem Schleppschlauchgestänge mit 30 Meter Arbeitsbreite. Ein imposanter Anblick. Am Ende des Weizenschlages angekommen klappt der Fahrer das Gestänge zusammen und „blubbert“ mit markantem Xerion-Sound zum Tanker auf dem Feldweg. Mit dem Saugarm wird angedockt.

Ich klettere zu Sven Johade, Fahrer des Xerions, hinauf. Seit 8 Uhr ist der gelernte Landwirt mit dem Gespann heute unterwegs, erzählt er mir. Seine Schicht geht bis 20 Uhr heute Abend und dann übernimmt ein Kollege für die 12-stündige Nachtschicht. Schichtwechsel ist für die neue Besatzung immer morgens und abends um 8 Uhr am Feldrand. „Seit ein paar Wochen können wir nun fast ohne Unterbrechungen in diesem Rhythmus das Gespann auslasten“, erklärt mir Sven, während er den Saugarm mittels Joystick anhebt und hinter sich auf dem Fass ablegt. Das Volltanken hat dank der Drehkolbenpumpe mit einer Leistung von 9.000 Litern pro Minute keine vier Minuten gedauert.

Zwangspause für die Güllelogistik vom Lohnunternehmen Schaper herrscht lediglich von Samstags um 22 Uhr bis Sonntag 22 Uhr, aufgrund der Lkw-Fahrverbotszeit. Dann ist auch Zeit für kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten. „Der starke Frost bis -15 °C hat in den letzten Wochen ab und zu zusätzlich für Unterbrechungen gesorgt“, erklärt mir Sven. Eingefrorene Schieber oder Schlauchverbindungen machten Einsätze bei den eisigen Temperaturen unmöglich.

Vollbeladen rollen wir einige Hundert Meter den Schlag hinauf und kommen schließlich an den Güllebahnen der vorherigen Tour an. Das Parallelfahrsystem hilft Sven dabei den passenden Anschluss zu finden. Knapp 40 Sekunden dauert es, bis sich das Gestänge auf seine 30 Meter Arbeitsbreite auseinandergefaltet hat und der Xerion losziehen kann. 20 m³ je Hektar bringt Sven heute auf diesem Schlag aus. Mit der Gestängebreite kann er zwischen 18, 21, 24, 27 oder den maximalen 30 Meter variieren, je nach Kundenwunsch bzw. Fahrgassenabstand. Der Xerion bietet zudem die Möglichkeit des Hundegangs. Aber im Bestand, wie momentan, verzichtet Sven darauf, um nicht unnötig viele Pflanzen zu überfahren. Beim Wendevorgang hat Sven den äußeren Flügel des Gestänges stets im Blick, denn die Hecken, die den 25 Hektar Schlag umgeben ragen leicht in das Feld hinein und die Spannweite ist nicht zu unterschätzen.

Das Fass des niederländischen Herstellers Kaweco ist momentan weltweit noch ein Einzelstück in dieser Größe, berichtet mir Sven. „In der Dreipunkthydraulik am Heck des Fasses können wir je nach Kundenwunsch auch eine 6 Meter Kurzscheibenegge von Amazone anhängen und die Gülle direkt einarbeiten. „Aber dann wird der Xerion bei Steigungen auch ordentlich gefordert“, gibt Sven zu bedenken. Die Umrüstung dauert lediglich 30 Minuten. Bis zum Feldende reicht der Güllevorrat, dann heißt es wieder zusammenklappen und auftanken. Von Heinrich Schaper erfahre ich, dass er die Jahresleistung dieses Gespanns auf über 1.600 Betriebsstunden im Jahr kalkuliert. Täglich können nach seinen Angaben je nach Entfernung und Schlaggrößen Ausbringleistungen von 1.700 – 2.000 m³ in 24 h realisiert werden.


Auf der Zubringstrecke von 17 Kilometern setzt Heinrich Schaper drei Sattelschlepper ein, deren Fassungsvermögen optimal zu dem des Kaweco Fasses passen. Während des Klappvorgangs rollt der nächste bereits über den staubigen Weg heran und Sven kann direkt andocken. Anfang der Woche hatte einer der 10 Zoll Schläuche des Saugarms aufgrund des ständigen Frosts ein Leck und konnte erst am Folgetag repariert werden. „Dann mussten wir die Schläuche wie „früher“ von Hand am Fass anschließen, das war aber auch kein Problem, denn es konnte trotzdem weitergehen“, erzählt mir Sven.

Wir machen bei bestem Wetter noch einige schöne Foto- und Filmaufnahmen vom Gespann. Sven schätzt bei einer der nächsten „Tankpausen“, dass er für die restlichen Hektar noch etwa 3 Stunden benötigen wird. Dann wird er umsetzen und durch die kleinen Gassen des Ortes zu einem nicht weit entfernten Schlag fahren. „Lkw fahren ist nichts gegen dieses Gespann“, scherzt Sven. Es ist bereits 15 Uhr. Wir verabschieden uns und machen uns auf den Heimweg, wohl wissend, dass bei bestem Wetter heute noch viele weitere interessante Maschinen unterwegs sind, die jedoch die Größenordnung dieses Gespannes nicht mehr übertreffen werden.

Text: Tammo und Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser


Vielen Dank an Heinrich Schaper, Sven Johade und die weiteren Fahrer dieser Schicht!

Weitere Bilder auf:
[www.landtechnikvideos.de]

Mehr Informationen unter:
[www.lohnbetrieb-schaper.de]

Bilder des Claas Xerion 5000 vor dem Kaweco tridem zu Testzwecken auf chefkochs-treckerbilder.de

Weitere interessante Berichte zu diesem Thema von Agrarsani:

Claas Xerion 5000

Schlagkraft im Frühjahr

Explosive Mischung – Biogasanlage in ehemaligem Munitionslager

Die 3. Generation des Claas Xerion

Kanada Tag 1 – Eine Farm und 10.000 Rinder


Quellen für die Informationen zur Biogasanlage Könnern:

[www.biotechnologie.de]

[www.nordmethan.de]

[www.ikz-energy.de]
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

3800, agrarsani, bga, biog, biogasanlage, claas, kaweco, nawaro, schaper, xerion, xerion 3800

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Kommentare

05.03.2011 00:02 agrofreak
cooler blog
were es bei so einen großen fass nicht sinnvoller den großen xerion davorzuspannen
05.03.2011 00:22 Benny
Ja wohl schon, das Dumme ist nur, das es den noch nicht zu kaufen gibt.
05.03.2011 18:06 benjo
Benny schrieb:
Ja wohl schon, das Dumme ist nur, das es den noch nicht zu kaufen gibt.


Wenn man wollte könnte man sofort einen kriegen...ist halt auch eine viel zu geringe Nachfrage nach den neuen Xerion da, Claas ist froh wenn sie nen 45er oder 50er los werden.
05.03.2011 20:05 Benny
Wie macht der Lohnunternehmer denn das mit den LKW Fahrern, die müssen doch ihre Pausen einhalten?
05.03.2011 20:12 Eddy_the_Igel
Benny schrieb:
Wie macht der Lohnunternehmer denn das mit den LKW Fahrern, die müssen doch ihre Pausen einhalten?


Für Landwirtschaftliche Zwecke braucht man keine Lenk- & Ruhezeiten einhalten! Ich könnte das noch weiter erklären, aber die lust hab ich nicht!
Wir fahren ja auch seit Mittwoch mit zwei LKW in Könnern, aber leider wurden wir nicht Fotografiert...son mist!
06.03.2011 21:50 Agrarsani
Eddy_the_Igel schrieb:
Für Landwirtschaftliche Zwecke braucht man keine Lenk- & Ruhezeiten einhalten! Ich könnte das noch weiter erklären, aber die lust hab ich nicht!
Wir fahren ja auch seit Mittwoch mit zwei LKW in Könnern, aber leider wurden wir nicht Fotografiert...son mist!

Hallo,
einfach mal ne Mail schreiben, wenn Ihr interessante Technik laufen habt. Gruß
07.03.2011 19:43 Eddy_the_Igel
Agrarsani schrieb:
Hallo,
einfach mal ne Mail schreiben, wenn Ihr interessante Technik laufen habt. Gruß


Das ist ja das schlimme, wir haben nichts Interessantes, was sich zu fotografieren lohnt
08.03.2011 20:05 warrior99
benjo schrieb:

Wenn man wollte könnte man sofort einen kriegen...ist halt auch eine viel zu geringe Nachfrage nach den neuen Xerion da, Claas ist froh wenn sie nen 45er oder 50er los werden.

Wo gibt es denn solche Aussagen?? Wenn man keine Ahnung hat muß man einfach mal die ............halten.
08.03.2011 20:13 benjo
warrior99 schrieb:
Wo gibt es denn solche Aussagen?? Wenn man keine Ahnung hat muß man einfach mal die ............halten.


Von den Claas-Vertretern direkt! Also halt dich zurück mit deinen Mutmaßungen, ok? Ich glaube du solltest hier lieber den Rand halten, denn du hast scheinbar überhaupt keine Peilung.
Das find damals mit deinen Mutmaßungen hier an: www.landlive.de . Und siehe da? Schon laufen hier 45er und 50er in der Umgebung, komisch, komisch Herr Klugscheisser!
Es ist Fakt das Claas weniger, bezw viel weniger von den neuen absetzt als sie gedacht haben. So wurde es uns erzählt. Deswegen überarbeiten sie ja z.B. die beiden 3000er Xerion noch ein bisschen, hauptsächlich schonmal den Motor.
10.03.2011 16:55 agrofreak

mann kann doch diese schwanenhalsfässer auch auf john deere und case knicklenker machen
hab nähmlich in ungarn mal ein case quadtrac mit samson fass gesehen
13.03.2011 18:55 Benny
In Dänemark läuft ein Case Knicklenker mit aufgesatteltem 3-achsigen Samson Fass.

www.youtube.com/watch?v=8lCMssQBo2Q
16.03.2011 14:00 Agrarsani
Benny schrieb:
In Dänemark läuft ein Case Knicklenker mit aufgesatteltem 3-achsigen Samson Fass.



www.youtube.com/watch?v=8lCMssQBo2Q

hmm wäre echt einen Besucht wert
27.03.2011 19:40 warrior99 (gesperrt)
27.03.2011 20:08 benjo (gesperrt)
28.03.2011 20:51 warrior99 (gesperrt)
29.03.2011 08:08 benjo (gesperrt)
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