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Web-Pranger

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10.03.2011, 11.14 Uhr

Wird die Charta zum Kater?

Noch kein Pranger contra Landwirtschaft, aber zu befürchten, dass es dazu beiträgt: BMELV-Bürgerbefragung

Ministerin Aigner plant für die kommenden Wochen und Monate Workshops, die zentrale Themen rund um die Landwirtschaft aufgreifen sollen. Klares Ziel: mit den Ergebnissen möchte sie ihre künftige Politik ausrichten. Die Masche ist die gleiche, wie sie Agrarkomissar Dacian Ciolos bereits im Zuge der GAP-Diskussionen geknüpft hat. Auch er rief in so genannten Web-Konsultationen die Bevölkerung auf kundzutun, was ihr im Zusammenhang mit der gemeinsamen Agrarpolitik wichtig ist. Die Befragung startete im Frühjahr vergangenen Jahres und ist abgeschlossen. Leider ist das Originaldokument, die Seite, auf der interessierte Mitbürger ihre Meinung niederschreiben konnten, nicht mehr online. Es gibt lediglich ein zusammenfassendes Dokument: EU-Konsultationsergebnis Die Ergebnisse flossen allerdings später - im Frühsommer 2010 - in eine Konferenz zur Weiterentwicklung der GAP ein.

Frau Aigners Schlachtplan ist ähnlich. Bereits Mitte März (am 15.!) kümmert sich ein Workshop um das Thema Umwelt. Am 7. April folgt einer zum Tierschutz, am 20. Mai zu Ernährungssicherung und Weltagrarhandel. Schlußpunkt ist ein Workshop zum Thema Lebensmittel am 7. Juni. Vorher will sie über die Internet-Befragung Anregungen der Bevölkerung einholen. Also nur noch wenige Wochen Zeit, dass sich auch die Betroffenen - Landwirte und Landwirtinnen, ihre Familien und natürlich auch die Wirtschaftspartner - zu Wort melden. Denn eines haben schon Ciolos-Konsultationen gezeigt. Diejenigen, die später kaum Verantwortung für die Umsetzung tragen, was da beschlossen wird, waren sehr rührig. Ist ja auch einfach: ich wünsch mir was; wenn es später darum geht, für die Realisierung grade zu stehen, hab ich ja nichts mehr mit zu schaffen, ich bin ja nicht in der Pflicht. Gerade Organisationen aus dem Umweltschutzbereich hatten damals die Chance ergriffen, zahllose Beiträge aus eigener Feder, aber auch aus Sympathisanten-Hand beizusteuern. Es waren zwar auch viele von Landwirtschaftsseite dabei, aber die Masse anderer Beiträge war deutlich größer.

Es ist halt wie bei Wahlen. Wer seine Anhängerschaft am besten mobilisiert, also sie motivieren kann überhaupt zur Wahl zu gehen, macht das Rennen. Alle anderen schauen dann in die Röhre, wenn das Ergebnis - mangels Wahlbeteiligung - nicht so ausfällt wie erwünscht. Wer am Ergebnis mäkelt, muss sich fragen lassen, hat er selbst genug dafür getan, dass Gleichgesinnte zur Urne gegangen sind? Klagen über den Kater gilt dann nicht! Übertragen wir das mal: wer verhindern will, dass die Konsultationen und die anschließenden Vorlagen für Politikbeschlüsse der Landwirtschaft weitere Steine in den Weg legt, kann nicht anders als selbst seine Sichtweise in der Befragung zu platzieren.

Deswegen, liebe Landwirte und Landwirtinnen: aufgepasst und mitgemacht! Denn Frau Aigners Charta und die davor geschalteten Workshops werden auch nicht an dem vermeintlichen Meinungsbild vorbei gehen und vorbei kommen, das diese Internetbefragung zeichnen wird. Heißt kurz: Nicht das Feld denen überlassen, die sich vieles wünschen, wenn es aber um die Verwirklichung geht, nicht in der Pflicht stehen.

Wo war das noch mal, wo man sich einmischen und mitmischen kann? Genau hier: BMELV-Bürgerbefragung Aber sputen ist angesagt: der erste Workshop läuft bereits in wenigen Tagen! Also: ran an die Tastaturen.
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Detlef

Detlef

Alter: 52 Jahre,
aus München
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Kommentare

10.03.2011 16:36 Kaix
Ob man wohl davon ausgehen darf, dass die Interessenvertretungen der Landwirtschaft ihre Mitglieder bereits auf diese Maßnahme oder Möglichkeit eingestimmt haben , vielleicht sogar ein paar kleine tutorials (ich mein jetzt nicht Textbausteine) bereitstehen damit es gleich mit Schwung losgehen kann?
11.03.2011 11:59 Notill
Eine Internetbefragung zu dem Thema fnde ich interessant, in einer Zeit, in der die Petaaktivisten und ander Ökoterroristen ind er Stadt mit DSL am Start sind, und die meisten Landwirte sich zuheuse mit einem Modem ins Internet Quälen müssen.
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