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Web-Pranger

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497 mal angesehen
11.03.2011, 10.08 Uhr

Helles Köpfchen, Fortsetzung: Was sagen die Regierungsstellen?

Heute habe ich mir die Mühe gemacht und an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien geschrieben, welche als Träger der Initiative "Ein Netz für Kinder" auftreten. Der Landlive-Gemeinde gebe ich hiermit den Wortlaut der Mail zur Kenntnis:


"Guten Tag verehrte Damen und Herren,

laut Übersicht „Geförderte Kinderangebote“ der Internetseite zur Initiative „Ein Netz für Kinder“ (Adresse: [www.ein-netz-fuer-kinder.de] wurde über diese Initiative auch die Internetseite www.helles-koepfchen.de der Cosmos Media UG (Berlin) unterstützt. Als Träger der Initiative erbitte ich Auskunft von den zuständigen Stellen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zu dieser Förderung.

In den Fördergrundsätzen (http://www.ein-netz-fuer-kinder.de/dokumente/Foerdergrundsaetze_22022011_ENfK.pdf, abgerufen am 11. März 2011) heißt es unter I. Förderung, Punkt 1. Förderziele und Rechtsgrundlagen:

„Die Förderung dient dem Ziel, Anzahl, Qualität und Auffindbarkeit von Internetangeboten im deutschsprachigen Raum, die für Kinder insbesondere im Alter von sechs bis zwölf Jahren besonders geeignet sind und die die Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten fördern, zu erhöhen.“

Nach Sichtung der Seite www.helles-koepfchen.de kommen wir zu dem Schluss, dass diesen Fördergrundsätzen, zumindest Inhalte betreffend, die wir beurteilen können, womöglich nicht entsprochen wurde. Denn auf zahlreichen Unterseiten des Angebotes werden sehr einseitige Darstellungen zum Thema Landwirtschaft und Tierhaltung in der Landwirtschaft veröffentlicht. Flankiert wird dies auch noch dadurch, dass inkriminierendes Bildmaterial einschlägiger Organisationen Verwendung findet. Wir sehen allerdings keinerlei Versuch der Seitenbetreiber, hier ein möglichst objektives Bild zu zeichnen, indem auch Informationen oder Bildmaterial von Seiten derjenigen verwendet wird, um die es bei diesem Thema geht. Daher sehen wir einen Verstoß gegen die Fördergrundsätze dergestalt, dass hier durch Einseitigkeit nicht dem Ziel entsprochen wird, die „Entwicklung von Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern“; dies wäre in unseren Augen gegeben, wenn den Kindern durch die Darstellung mehrerer unterschiedlicher Sichtweisen die Möglichkeit eröffnet würde, sich selbst eine Meinung zu bilden statt eine einseitige Betrachtung vorgegeben zu bekommen.

Ein paar ausgewählte, konkrete Beispiele dazu, die auch noch fachliche Fehler beinhalten.

Auf der Unterseite [www.helles-koepfchen.de] schreiben die Verantwortlichen „Rinder leben hier - wie alle anderen Zuchttiere - auf engstem Raum, oft ohne Tageslicht. Die Milchkühe können sich in ihren winzigen Verschlägen kaum bewegen …“. Fakt ist jedoch, dass die meisten Milchkühe in Deutschland nicht in engen Verschlägen gehalten werden, sondern in so genannten Laufställen, die unterschiedliche Funktionsbereiche für die verschiedenen tierartgemäßen Bedürfnisse der Milchkühe aufweisen, gehalten werden.

Weiterhin heißt es auf der Unterseite [www.helles-koepfchen.de] „Rückstände von Medikamenten und auch von den zur Leistungssteigerung verabreichten Hormonen finden sich auch in der Milch, landen also letztlich beim Menschen.“ Fakt ist allerdings, dass in Deutschland der Einsatz von Hormonen zur Leistungssteigerung nicht gestattet ist. Der Beitrag unterstellt somit, dass deutsche Milchviehhalter rechtswidrig handeln würden, weil er den Eindruck erweckt, sie würden Hormone einsetzen.

Wir bitten Sie daher um Stellungnahme dahingehend,

a. ob es im Sinne des Projektes „Ein Netz für Kinder“ ist, einseitige Darstellungen, zumal Darstellungen, die nachweislich fachlich nicht korrekt sind, mit staatlichen Mitteln zu fördern;
b. ob es den Stellen, welche für die Bewilligung der Förderung zuständig waren, die Ausrichtung der Beiträge auf der Internetseite zum Bewilligungszeitpunkt bekannt war;
c. inwieweit bei der Evaluierung des Projektes der Aspekt fachliche Richtigkeit und weltanschauliche Ausgewogenheit Berücksichtigung gefunden hat und wie hier gegebenenfalls die Ergebnisse ausgefallen sind;
d. ein nachträglicher Entzug der Förderung in Erwägung zu ziehen ist, weil dieses Projekt einzelne weltanschaulich geprägte Sichtweise anstelle von ausgewogenen, gesamtgesellschaftlichen Betrachtungen befördert hat, somit eben keinen Beitrag zur Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Gemeinschaftsfähigkeit bei Kindern fördert.

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung."
(ich hab mal meine Schreibfehler drin gelassen, die ich erst jetzt beim Durchlesen im Blog entdeckt habe; soll ja original bleiben, nicht verfälscht).
Bin gespannt auf die Rückmeldung. Bleiben Sie im Blog, wir berichten darüber!



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Detlef

Detlef

Alter: 52 Jahre,
aus München

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Kommentare

11.03.2011 12:10 Notill
Ein großartiger Brief,
Würde mich aber trotzdem wundern, wenn sich da was bewegen würde...
Erfahrungsgemäß, werden solche Anfragen entweder ignoriert, oder mit Antworten abgefertigt, die nix mit der Frage zu tun haben, also so eine Art vorgefertigter Pressetext.
11.03.2011 13:13 Detlef
Notill schrieb:
...
Erfahrungsgemäß, werden solche Anfragen entweder ignoriert, oder mit Antworten abgefertigt, die nix mit der Frage zu tun haben, ...

Staatliche Einrichtungen haben der Presse gegenüber eine Informationspflicht. Hab beim Blog meine Redaktionsanschrift nicht drunter gesetzt, in der Mail steht sie aber drin. Heißt also: das war eine offizielle Presseanfrage. Die müssen sie, auch wenn vielleicht mit Verzögerung beantworten. Wie die Antworten ausfallen, klar, muss man abwarten. Aber wenn sie unzufriedenstellend ausfallen, gilt es halt weiter nachzufragen.
Viele Grüße, Detlef
11.03.2011 22:30 Notill
Detlef schrieb:


also ein Krimi könnte kaum spannender sein...
12.03.2011 22:26 Susanne1
14.03.2011 14:04 hausi
Super und vielen Dank!
15.03.2011 17:45 Detlef
ich überleg grade, ob man den Brief nicht auch an verschiedene Bundestagsabgeordnete versenden sollte. Was meint Landlive?
Viele Grüße, Detlef
19.03.2011 13:21 hausi
Wenn, dann an alle Bundestagsabgeordnete. Gleichzeitig müsste man aber die Möglichkeit schaffen, dass sich die Abgeordneten von der Realität überzeugen können.
19.03.2011 18:24 Ringeltaube
Auch die Materialien der IMA, die sogar an Schulen gehen sind einseitig - aber im Sinne der Landwirtschaft. Sie lassen Misstände weg und reden auch die Dinge schön, die man als Landwirt durchaus sieht.

Als Landwirt, der versucht, den Tieren gerecht zu werden muss man sich da zwangsläufig vera... vorkommen!
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