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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

141 mal angesehen
14.03.2011, 09.35 Uhr

Ausgebremst

Wissen Sie, wie viele Autos in Brasilien jährlich zugelassen werden? Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöfer geht für 2010 von rund 3,25 Millionen verkaufter Neuwagen aus. Das sind rund 330 000 mehr als in Deutschland. Damit ist das Land am Zuckerhut bei den Absatzzahlen wahrlich keine Bananenrepublik. Und auch bei den Bio treibstoffen ist das Land vorne mit dabei. In Brasilien saugen schon seit Jahren Millionen von Autos Hochprozentiges aus ihrem Tank, bis hin zu reinem Alkohol. Das zeigt, es geht doch.
Warum gibt es dann bei uns die Aufregung um gerade mal 10 Prozent Ethanol im Sprit, wie dies bei E10 der Fall ist? An den Autos dürfte es kaum liegen. Sie unterscheiden sich hier wie dort kaum. Folglich gehen auch Experten davon aus, dass 93 Prozent der Autos E10 klaglos schlucken.
Trotzdem will der Verbraucher nicht ran an den Sprit. Hauptgrund ist, dass er sich einfach schlecht informiert fühlt. Dass dem so ist, hat mehrere
Ursachen.

Zunächst die kurze Umstellungsphase. Mitte Dezember beschließt die Politik ein Biokraftstoffquotengesetz, das ab 1. Januar gilt.
Umsetzen soll das eine Mineralölindustrie, die aus einer Handvoll weltumspannender Konzerne besteht und die sich nur widerwillig in ihre
Geschäftpraktiken hineinreden lässt. Also lässt sie ihre Muskeln spielen und probt schon eimal das Ausstiegsszenario. Sollte sie die geforderten 6,25 Prozent Biotreibstoff nicht verkaufen, so deutete sie an, müssten sie eben die fällig werdende Strafe von zwei Cent je Liter dem Spritpreis aufschlagen. Das würde den schwarzen Peter an die Politik zurückspielen. Die müsste dann mit dem Unmut der Verbraucher rechnen. Also versuchte die Politik nachzuverhandeln. Ein groß angekündigter Benzin-Gipfel am Dienstag dieser Woche brachte immerhin als Ergebnis, dass nun von der Automobilindustrie autorisierte Listen an den Tankstellen ausliegen sollen, die Aufschluss über die Eignung der Pkw geben. Eine schriftliche Benachrichtigung der Halter über das Kraftfahrtbundesamt scheiterte an den Kosten. Im Gespräch waren 20 Millionen Euro, also ein Betrag, der in der Öl- und Autoindustrie unter die Kategorie „Peanuts“ fallen dürfte. Da scheint jemand die Bremse immer noch nicht gelöst zu haben. Deshalb ein etwas unkonventioneller Vorschlag.

Wie wär es mit Entwicklungshelfern aus Brasilien? Das Land am Zuckerhut scheint den Bogen raus zu haben beim Biosprit.

Ulrich Graf, Redaktion BLW
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