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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

63 mal angesehen
12.04.2011, 08.12 Uhr

Mut

Der Wolf, der seit geraumer Zeit den Almbauern in Oberbayern schlaflose Nächte bereitet, weil er sich statt auf Rotkäppchen auf Schafe und Rinder spezialisiert hat, hat einen taktischen Fehler begangen.
Der könnte für ihn ungute Folgen haben, wie etwa das plötzliche Zusammentreffen mit einer Autostoßstange. Der Beutegreifer will sich in einer Region ansiedeln, die zum einen von der Bevölkerungsentwicklung her knapp im positiven Bereich liegt, zum zweiten das anerkannte Ausflugsziel der überbordenden Metropolregion München ist. In Unter- und Oberfranken oder im Bayerischen Wald wäre er bevölkerungstechnisch gesehen besser aufgehoben gewesen.
Wie am Beispiel München zu sehen ist, funktioniert eine Metropolregion nur mit ihrem ländlichen Umfeld und nicht gegen es. Wo sollten sie alle hin am Wochenende – die Stadterer, welches Wasser, und zwar ein anerkannt gutes, sollten sie trinken, wenn nicht das aus dem Mangfallgebiet und, und, und?
Die Metropolen haben sich über die Jahrhunderte so positiv entwickeln können, weil sie auf die Ressourcen des ländlichen Raums zurückgreifen konnten bis hin zu den Arbeitskräften. Gern genommen worden sind auch sauberes Wasser und saubere Luft. „Abfallprodukte der Waldwirtschaft“, wie es Sepp Spann, Präsident des Waldbesitzerverbandes, mahnend nennt.
Einen berechtigten Proteststurm hat das Zukunftsratgutachten, das die bayerische Staatsregierung in Auftrag gegeben hatte, ausgelöst, dessen Experten die ländlichen Räume sauber hatten hinten runter fallen lassen. Was sich da gezeigt hatte, war überkommenes Denken, hatte aber den positiven Effekt, dass die Diskussionen um die Abwanderungstendenzen der ländlichen Räume in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind.

Wie gut, dass wir „unsere“ Österreicher haben, denn die haben die Gabe, die Dinge beim Namen zu nennen. So die Wiener Professorin Gerlinde
Weber, die von einer Jahrzehnte langen Entwicklungsspirale nach unten im ländlichen Raum spricht und ein deutliches Umdenken fordert:
„Nicht den Niedergang verwalten, sondern kreative und sparsame Lösungen suchen“, das Schrumpfen kontrollieren. Dazu gehören Mut und eine klare Vorstellung, wer das in die Hand nehmen soll. Hoffentlich muss sie sich keinen Wolf reden.

Johannes Urban, Redaktion BLW
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Kommentare

12.04.2011 11:09 Notill
vielleicht sollten wir einige Rotkäppchen aus den Städten anwerben... als Ablenkung für den Wolf?
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