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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

47 mal angesehen
18.04.2011, 11.52 Uhr

Nutzen

Fast 32 Jahre ist es jetzt her, da gab es im Wochenblatt eine 20-seitige Energiebeilage, in der es um die verschiedenen Alternativenergien, um Wärmedämmung und ums Energiesparen ging. Der Solarstrom gehörte bereits zu den darin aufgezeigten Möglichkeiten, aber es sollte noch mindestens zwei Jahrzehnte dauern, bis diese Technik den Durchbruch schaffte. Zumindest unter einem Aspekt scheint diese zähe Entwicklung positiv gewesen zu sein, denn hätte die Photovoltaikanwendung früher eingesetzt, wäre sie unweigerlich kollidiert mit den Initiativen für landschaftsgebundenes Bauen, die in den 1980er-Jahren ihre Blütezeit hatten. Manchen Landwirt, der in dieser Zeit einen neuen Stall gebaut hat, wird es noch heute wurmen, mit welcher Penetranz Baugenehmigungsbehörden in dieser Zeit bestimmte Dachdeckungsmaterialien, -farben und Dachneigungen durchgesetzt hatten.
Derlei Gestaltungsfragen sind heute weitgehend außen vor; die Dachlandschaften unserer Dörfer haben sich komplett verändert. Ziegelrot versteckt sich, zumindest südseitig, unter den Modulen der PV-Anlagen. Das zwar von Region zu Region in unterschiedlicher Intensität, aber insgesamt ist von dieser Entwicklung kaum mehr ein Dorf ausgenommen. ie Proteste dagegen halten sich, mit einigen Ausnahmen (zum Beispiel seitens des Denkmalschutzes), in Grenzen. Der Nutzen siegt über die Ästhetik.
Man kann es drastischer formulieren: Wir können in Schönheit sterben, oder wir akzeptieren gewisse Landschaftsbildveränderungen, die erneuerbare Energietechniken mit sich bringen.

Dazu gehören nicht nur die PV-Anlagen auf den Dächern, sondern die auf dem Boden ebenso wie Ackerflächen mit Nachwachsenden Rohstoffen
und Windräder.
Es sollte unserer Gesellschaft auch etwas wert sein, in materieller wie in ideeller Hinsicht, wenn sie Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien
dezentral von möglichst vielen kleinen und mittleren Erzeugern geliefert bekommt. Wüstenstrom mag sinnvoll sein, aber machen wir uns nichts vor: Er wird wieder nur in der Hand von Großkonzernen liegen und von vielen Eventualitäten beeinflussbar sein. Und als Stromendverbraucher können wir uns eines abschminken: dass Strom aus Nordafrika eine günstige Alternative wird. Billiger jedenfalls nicht als von heimischen Dächern.

Franz Wittmann / Redaktion BLW
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