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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Helmut Steber, Betriebsleiter in Hohenkammer Biogasanlage in Hohenkammer John Deere 7930 mit Amazone AD-P Sämaschine
721 mal angesehen
18.04.2011, 16.34 Uhr

Ökologischer Großbetrieb mit vielfältigen Produktionsverfahren

Wir befinden uns in Oberbayern, genauer im Ort Hohenkammer, 40 km nördlich von München. Hier sind wir heute mit Helmut Steber, Betriebsleiter auf dem Gut Eichethof verabredet. Auf dem 280 Hektar Biobetrieb werden sämtliche Kulturen für die Saatgutvermehrung angebaut. Wir haben die Gerstenaussaat ist in den letzten Zügen vor die Linse bekommen und vieles über den Großbetrieb im Landkreis Freising mit seinen vielfältigen Betriebszweigen erfahren.

Zum Videobeitrag auf agrarheute.com

Auf dem Gut treffen wir bereits auf den John Deere 7730 beim Nachfüllen des Saatguts. Wir folgen dem Schlepper zum Feld. Der 215 PS starke 6-Zylinder Schlepper arbeitet mit einem Garopact Avant Packer der Firma Güttler im Frontanbau. Im Heck ist eine pneumatische Aufbausäkombination AD-P Super von Amazone angebaut. Für die Gerstenaussaat zieht die Maschine an diesem Samstag Mittag rasant seine Bahnen. Der lang gezogene Schlag erstreckt sich über einen Hügel, hinter dem die Maschine immer wieder in einer tiefen Senke verschwindet. Nach ersten Aufnahmen fahren wir zunächst weiter zum zweiten Gespann, das heute im Einsatz ist – wollen uns aber später mit Helmut Steber am Betrieb wieder zu einem Gespräche treffen.

Im Einsatz ist ein John Deere 8220 mit 12 Meter Hatzenbichler Striegel. Eigentlich sind Arbeitsgeschwindigkeiten von 12 bis 15 km/h und Stundenleistungen von bis zu 12 Hektar pro Stunde mit diesem Gespann möglich. Heute wird jedoch auf einem Feldversuch gearbeitet und die Arbeitsgeschwindigkeit liegt bei geschätzten 3 km/h. Zur Bodenschonung kann an allen vier Reifen über eine Reifendruckregelanlage der Druck angepasst werden.

Wir fahren wieder zurück zum Gut und treffen uns mit Helmut Steber, der die Saatarbeiten für heute abgeschlossen hat. Von ihm erfahren wir einige Informationen zum Betrieb und der Entwicklung. Seit Jahrhunderten gehört der Betrieb zum Schloss Hohenkammer und nach verschiedenen Besitzerwechseln in den letzten Jahrzehnten, gehört das Gut seit Januar 2003 zum Rückversicherer Munich Re, früher kurz „Münchener Rück“. Seit 1992 gehört der Betrieb zudem zur ökologischen Anbauorganisation „Naturland“. Mit vier Angestellten werden insgesamt 280 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bewirtschaftet. 170 Hektar werden hiervon für die ökologischen Saatgutvermehrung der Kulturen Wintergerste, Roggen, Triticale, Dinkel, Winterweizen, Sommerweizen, Sommergerste, Hafer, Erbsen und Ackerbohnen genutzt. Am Betrieb werden jährlich ca. 1.200 Tonnen Saatgut auch für andere Bioverbände aufbereitet. Zudem werden 7 Hektar Zuckerrüben sowie einige Hektar Kartoffeln für die Direktvermarktung am Schloss Hohenkammer angebaut.

Für die 250 KW Biogasanlage, die seit Dezember 2008 am Netz ist, werden 100 Hektar der Gesamtfläche bewirtschaftet. Ebenso vielfältig wie die Anbaukulturen ist auch die Beschickung der Biogasanlage. Zu 33 Prozent wird Rindermist verwendet, der wiederum zu 75 Prozent aus ökologischer Haltung, beispielsweise der eigenen Angusherde stammt. Den größten Anteil nehmen mit 50 Prozent Kleegras und die Ganzpflanzensilage ein. Zu 12 Prozent werden konventioneller Mais und zu 1 Prozent Getreideschrot beigemischt. Mit Blick auf die nächsten Jahre wird es beim Betrieb der Anlage zu Umstrukturierungen kommen, erklärt uns Helmut Steber. Der Maisanteil, der für den anfänglichen Betrieb der Anlage genutzt wurde, soll herabgesetzt werden und die insgesamt 25 Prozent konventionellen „Zutaten“ sollen bis zum Jahr 2020 auf „Null“ herabgesetzt werden. Die Abwärme, der Biogasanlage wird auch genutzt. Bei 85 Prozent lag die Energieabnahme durch das 2,4 km entfernte Schloss Hohenkammer im vergangenen Jahr 2010. Zusammen mit der Biogasanlage ist auch eine Hackschnitzelheizung mit 600 KWh errichtet worden. Erzeugt werden mit dieser Anlage bei einem Hackschnitzelverbrauch von 3.000 m³ pro Jahr ca. 1.500 MWh. Damit aber noch nicht genug der Vielfältigkeit. Maximal zwei Durchgänge Kelly Bronze Puten mit 450 bis 700 Tieren pro Jahr und auch eine Deutsche Angusherde, die auf 90 Tiere aufgestockt werden soll, werden biologisch gehalten. Für dieses Jahr ist geplant die tierische Vielfalt auf dem Gut noch durch Freilandschweine zu ergänzen.

Für Helmut Steber ist nach getaner Arbeit am Samstag Abend nach unserem Interview Feierabend. Auch wir machen bei bestem Wetter und untergehender Sonne auf den Weg zurück nach Freising.

Wir bedanken uns bei Helmut Steber und seinen Kollegen für den spannenden Nachmittag.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
Video: Tammo Gläser

Weitere Bilder von den Schleppern John Deere 7730 bei der Gersteaussaat und John Deere 8220 beim Striegeln findet ihr auf landtechnikvideos.de
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Kommentare

18.04.2011 17:48 pflugfurche1
Find ich garnicht gut, ein Landwirtschaftl. Betrieb in der Hand eines Versicherers .
18.04.2011 19:09 Freisinger
Halerebeck schrieb:
Find ich garnicht gut, ein Landwirtschaftl. Betrieb in der Hand eines Versicherers .


Warum? Endlich ist in diesem Betrieb mal Kontinuität. Und mit Helmut Steber....das möchte ich extra erwähnen.....ist phantastisch zu kooperieren.
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