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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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593 mal angesehen
18.04.2011, 22.09 Uhr

Tag 1 Tierhaltungskurs Schwerpunkt Schwein in Schwarzenau

Mein Studium an der Hochschule Weihenstephan Triesdorf schreitet voran und Semester Nr. 4 hat bereits begonnen. In den vergangenen Semesterferien habe ich euch hier auf landlive.de bereits von interessanten Praktika und Kursen berichtet, die den Studenten der Hochschule in den Semesterferien angeboten werden. Vor etwa einem Jahr habe ich über den Tierhaltungskurs mit Schwerpunkt Rind am LfL Standort Achselschwang im Süden Bayerns berichtet. Im Sommer letzten Jahres wurde es dann technisch und ihr konntet einen Einblick in den 5-tägigen Landmaschinenkurs in Landshut/Schönbrunn bekommen, den meine Kommilitonen und ich dort besucht haben.

Zum Fotoalbum mit Bildern rund um Tag 1.

Nun geht es weiter und ihr könnt in diesem und den nächsten Tagesberichten den Kursverlauf mit Schwerpunkt Schwein in Schwarzenau mitverfolgen, Einblicke in die moderne Schweinehaltung, mit Zuchtsauenhaltung, Ferkelaufzucht und anschließender Mast bekommen und allerlei Interessantes rund um das Schwein erfahren.

Tag 1

Heute, am Montag, war für mich und die weiteren Kursteilnehmer Treffpunkt am LfL Stützpunkt in Schwarzenau in Unterfranken, 25 km östlich von Würzburg, am Main gelegen. Herzlich empfangen wurden wir dort von Helmut Stockinger, dem Lehrgangsleiter für diese Woche. Nach kurzer Begrüßung erfuhren wir zunächst einige Informationen zum Betrieb in Schwarzenau. Insgesamt gehören zum Betrieb 200 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche mit Bodenpunkten von 25 bis 40 beim Grünland und 25 bis 80 beim Ackerland. Auf 90 Hektar werden Weizen und Gerste, auf weiteren 50 Hektar wird Silomais angebaut. Die restliche Anbaufläche entfällt unter anderem auf Grünland und Zuckerrüben. Herzstück des Lehr-, Versuchs-, und Fachzentrums in Schwarzenau ist die Schweinehaltung. In diesem Bereich bietet Schwarzenau ein weitreichendes Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Berufsschüler, Studenten und Landwirte an. Nach einjähriger Bauzeit ist seit dem Herbst 2008 hierfür ein moderner Schweinestall mit Platz für 252 Zuchtsauen, 1080 Ferkelplätzen und 1000 Mastplätzen in Betrieb. Diese neue Stallung wird zudem für Forschungszwecke im Bereich der Fütterung und Haltung genutzt. Hierfür steht permanent ein Drittel des Tierbestandes zur Verfügung.

Nach kurzer Pause, in der wir die Zimmer im angegliederten Internat beziehen konnten, stand vor dem Gang in den Stall noch das Mittagessen an. Da in dieser Woche die Küche in Schwarzenau, deren guter Ruf in Studentenkreisen bekannt ist, auf Grund der Urlaubszeit in den Faschingstagen unterbesetzt war, wurden wir für die Mittagsmahlzeit in einen nahe liegenden Gasthof gefahren. Vorsuppe, Salat und Schweinbraten mit Klößen als Hauptspeise stellten auch den hungrigsten Kursteilnehmer zufrieden und weckten Vorfreude auf die Bewirtung an den nächsten Tagen. Zeit für eine lange Ruhepause blieb uns nicht, denn Helmut stand mit dem VW-Bus bereits schnell wieder bereit. Wir fuhren zum neugebauten Stall, der etwa 1,5 Kilometer außerhalb von Schwarzenau auf einer Anhöhe errichtet wurde.

Hier trafen wir auf Otto Schwemmer unseren zweiten Dozenten in dieser Woche, der bereits mit einem Korb voll Overalls auf uns wartete. Um den Keimeintrag trotz der vielen externen Besucher im Stall möglichst gering zu halten ist es vorgesehen, dass man sich im ersten Teil der Umkleide der Klamotten entledigt und erst im nächsten Raum die Arbeitskleidung anzieht. Zudem ist eine Dusche installiert. Vom zweiten Raum kommt man dann zur „Stiefelausgabe“. Nach der obligatorischen „Dichteprüfung“ der Stiefel im Desinfektionsbad betraten wir dann mit Otto den südlichen Teil des Stalls. Hier befinden sich unter anderem die 91 Abferkelbuchten, der Jungsauenbereich, der Deckbereich und Abteile für die Sauengruppenhaltung und Einzelhaltung für gruppenuntaugliche Tiere. Um uns einen Überblick zu verschaffen machten wir zunächst einen Rundgang durch die Stallung und gelangten über einen Seitengang in den längeren zweiten Teil des Stallkomplexes. Hier befinden sich die Ferkelaufzucht und die Schweinmast, sowohl in Kleingruppen, als auch in Großgruppen mit bis zu 300 Tieren.

Nach diesem Rundgang und einem groben Überblick mit vielen Eindrücken erfuhren wir im angegliederten Lehrsaal im Stall noch grundlegendes zu den physiologischen Daten und der Entwicklung eines Schweins in Schwarzenau. Mit ca. 1,5 kg kommen die Ferkel zur Welt und wachsen dann heran. Mit 6,5 kg, nach etwa 3 Wochen, werden die Ferkel von der Sau getrennt und nehmen dann innerhalb von 6 weiteren Wochen bis auf ein Gewicht von 30 kg zu. Das eigentliche Mastendgewicht von 120 kg wird dann wiederum 17 Wochen später erreicht. Wie genau die einzelnen Schritte der Schweinehaltung ablaufen, sollten wir dann in den nächsten Tagen von Helmut, Otto und den Kollegen im Stall erfahren.

Um 17.30 Uhr, zum Abendbrot, waren wir wieder an der Hofstelle im Dorf und ging nach ein paar Feierabendbierchen relativ früh zu Bett, denn am nächsten morgen sollte es für einige von uns schon um 5.30 Uhr wieder los gehen.

Bleibt dabei, denn morgen geht es weiter mit Tag 2.

Zum Fotoalbum mit Bildern rund um Tag 1.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark

Schlagwörter

fachhochschule, ferkelaufzucht, lfl, schwarzenau, schweine, schweinemast, schweinhaltungskurs, weihenstephan

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Kommentare

19.04.2011 19:34 Identic
Du studierst in Triesdorf? Allmächt, das schreit ja mal nach nem Bierchen oder zwei
21.04.2011 12:34 Agrarsani
ich studiere in Freising/Weihenstephan...
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