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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

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454 mal angesehen
20.04.2011, 00.25 Uhr

Tag 2 Tierhaltungskurs Schwerpunkt Schwein in Schwarzenau

Zum passenden Fotoalbum.

Heute morgen ging es für einen Teil unserer Gruppe früh raus. Zusammen mit fünf Mitstudenten war ich zum morgendlichen Stalldienst eingeteilt. Wir trafen uns um 6 Uhr mit Helmut und fuhren hinauf zum Stall. Schnell waren wir in unsere Stalloutfits geschlüpft und warfen mit Helmut einen ersten Blick in das erste Abferkelabteil. Das im morgendlichen Stalldienst nicht derartig viel Handarbeit zu tun sein würde, haben wir beim gestrigen Rundgang durch den modernen und in weiten teilen automatisierten Stall bereits erkannt. Vielmehr kommt es auf das beobachten und überwachen an. Schauen ob die kleinen Ferkel noch alle fit sind, ob mit der Sau alles in Ordnung ist, die Tränke oder der Futtertrog sauber ist. Oft war es auch sinnvoll in die Abteile zunächst einen Blick durch die Fenster zu werfen, bevor man sie betritt. Denn speziell bei den Kunststoffböden löst man beim Betreten der Abteile und durch das aufschrecken eines Tieres eine kleine Lawine aus und das ganze Abteil ist auf den Beinen. Konkrete Beobachtungen sind dann oft schwierig. Bei den Abferkelbuchten haben wir auch auf die Lage der Ferkel geachtet. Jede Bucht ist mit einer wassererwärmten Heizplatte für die Ferkel ausgestattet. Nutzen die Ferkel diese Wärmeplatte nicht als Liegefläche ist diese möglicherweise zu warm eingestellt. Würden sich die Ferkel auf der Heizplatt häufen und somit versuchen sich gegenseitig zu wärmen, wäre das ein Indiz für eine zu niedrige Temperatur. Über der Heizplatte ist zudem eine Wärmelampe angebracht.

Mit roten Kunststoffpaddeln ausgestattet sahen wir auch in der Großgruppe mit aktuell etwa 200 Tieren nach dem rechten. Wir machten einen kleinen „Spaziergang“ durch die Masse an morgendlich-genügsamen Tieren, die jeweils mit einem Gewicht zwischen 90 und 110 Kilogramm nur recht schwerfällig Platz machten.

Nach kurzer Frühstückspause am Hof in Schwarzenau fuhren wir erneut in voller Besetzung zurück zum Stall. Dort wurden wir von Christof empfangen, der uns den Mastbereich zunächst näher vorstellte. Das Ausmessen einer Einzelbucht ergab eine Fläche von 12 m². Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 50 bis 110 kg je Tier müssen nach Tierschutzverordnung pro Tier 0,75 m² nutzbare Fläche zur Verfügung stehen. Zudem stehen in dieser Bucht 5 Fressplätze zur Verfügung, was bei einer maximalen Besetzung der Bucht mit 15 Tieren einem Fressplatz/Tier-Verhältnis von 1:3 entsprechen würde. Ein ähnliches Rechenbeispiel sind wir dann auch noch in der Ferkelaufzucht durchgegangen um ein Gespür für die Haltungsbedingungen zu erhalten.

Bei Christof stand am Vormittag dann noch die Tierbeurteilung auf dem Plan. Hierzu suchten wir uns eine Zuchtsau in einem der Gruppenabteile heraus. Wie alle Tiere im Betrieb gehört auch dieses 280 Tage alte Tier zur so genannten Bayernhybrid-Rasse, einer Kreuzung aus Deutschem Edelschwein (DE) und Deutscher Landrasse (DL). Einfaches Unterscheidungsmerkmal dieser beiden Rassen sind die Stehohren des Edelschweins gegenüber den Schlappohren der Landrasse. Die sehr detaillierte Beurteilung der Sau in den Kategorien Rahmen, Bemuskelung, Form und Gesäuge ergab durchschnittliche Noten bei Rahmen und Bemuskelung sowie „gut“ und „befriedigend“ bei der Form und dem Gesäuge der Sau. Bei einem Blick auf das Fundament betrachtet man neben der Stellung auch Winkelung und Drehung von Vorder- und Hinterbeinen. Hierbei konnte „unsere“ Sau ebenfalls befriedigen abschneiden. Sie brachte zudem ein Gewicht von 146 kg auf die Waage. Durchschnittlich hatte die Sau somit eine Zunahme von 500 g pro Tag. Nach unserer abschließenden Prognose wird die Sau am 20. Juni 2011 ferkeln, denn die Trächtigkeitszeit einer Sau beträgt 114 Tage (3 Monate, 3 Wochen, 3 Tage).
Nach der Mittagspause stand die Schlachtkörperbewertung auf dem Plan. Hierfür bietet das betriebseigene Schlachthaus einen Präsentationsraum in dem uns Helmut, durch eine Glasscheibe von uns getrennt, über Mikrofon drei Schweinhälften der letzten Schlachtung am Vortag präsentieren konnte. Helmut stellte uns auch unterschiedliche Messgeräte und deren Handling im Schlachtalltag vor.

Nach der Fleischbeschau haben wir noch einen Blick in das Schlachthaus geworfen. Zur Zeit wurde nicht geschlachtet aber Helmut erklärte uns den Weg, den das Schwein nimmt, wenn es das Wunschgewicht von ca. 110 kg bis 120 kg erreicht hat.

Zum Betrieb in Schwarzenau gehört seit dem Jahr 2001 eine 300 kW Biogasanlage. Diese wird mit Schweingülle, Maissilage, Grünschnitt und Kartoffelabfällen aus einem nahe liegenden Verarbeitungsbetrieb betrieben. Der Strom der durch zwei Motoren erzeugt wird, wird dann ins Netz eingespeist.

Nach Ende unseres Rundgangs über das Betriebsgelände ließen wir den Faschingsdienstag gemeinsam mit Otto und Helmut bei Kaffee und Krapfen ausklingen. Für den Abend war bereits eine Lokalität im Nachbarort Volkach ausgemacht.

Beginnt bei Tag 1 und begleitet auch die nächsten.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

fachhochschule, ferkelaufzucht, lfl, schwarzenau, schweine, schweinemast, schweinhaltungskurs, weihenstephan

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