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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Cultan-Düngung mit Güstrower GFI 12-2 Cultan-Düngung mit Güstrower GFI 12-2 Cultan-Düngung mit Güstrower GFI 12-2
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02.05.2011, 12.16 Uhr

Cultan-Düngung – Ein effizientes Stachelschwein im Einsatz

Während der Frühjahrsbestellung waren wir einen Tag lang beim Lohnunternehmen Dettmer aus Kettenkamp nahe Osnabrück zu Gast. Neben den laufenden Pflanz- und Legearbeiten von Kartoffeln und Mais, sind auch bereits die organischen und mineralischen Düngearbeiten in vollem Gange. Hierbei bietet das Lohnunternehmen Dettmer seit diesem Jahr das Cultan-Verfahren an, bei dem flüssiger Stickstoff direkt an der Pflanze in den Boden injiziert wird und dadurch eine höhere Effizienz bei der Düngernutzung erzielt werden kann.

Knapp 50 km nördlich von Osnabrück befindet sich die kleine, 1.700 Einwohner zählende Gemeinde, Kettenkamp. Hier sind wir mit Geschäftsführer Gerd Dettmer verabredet. Sein Lohnunternehmen besteht seit 1967, mittlerweile in 2. Generation und beschäftigt heute 70 festangestellte Mitarbeiter an 4 Standorten. Neben landwirtschaftlichen Dienstleistungen bietet der Betrieb auch Transport- und Entsorgungstätigkeiten an.

Gerd Dettmer hat seit diesem Frühjahr die neue Cultan-Dienstleistung mit passender Beratung im Programm. Auf einem Infoabend zur Cultan-Düngung konnten interessierte Landwirte bei Vorträgen von Gastrednern aus der Pflanzenbau- und Landmaschinenbranche alle nötigen Informationen zu den Vorzügen des Cultanverfahrens erfahren. „Viele Landwirte haben in diesem Jahr im Getreide das Cultanverfahren getestet und konnten auch forciert durch die Trockenheit in diesem Jahr bereits selbst auf den eigenen Flächen positive Effekte erkennen“, erklärt Dettmer.

Nähere Informationen zur Disposition und Organisation im Betrieb Dettmer, mithilfe des iGreen Projekts des CCI e.V. (Competence Center Isobus), könnt ihr in einem Videobeitrag auf agrarheute.com erfahren.

Bevor er an diesem Vormittag selbst mit der Maschine zu einem Kunden aufbricht, erklärt er uns den grundlegenden Aufbau. Die Maschine mit der Bezeichnung GFI 12-2 des Herstellers Güstrower hat einen aufgebauten 8.000 Liter Tank. Der gezogene Flüssigdüngerinjektor hat eine Breite von 12 Metern und ist 4-teilig. Insgesamt drehen sich 48 Injektorräder und injizieren flüssigen Stickstoff in den Boden. Das Gerät ermöglicht zudem Teilbreitenschaltung und die Spurmarkierung erfolgt ähnlich wie bei Pflanzenschutzspritzen mithilfe von Schaumdüsen.

Zusammengeklappt auf Transportbreite soll es losgehen und wir folgen dem Gefährt zur ersten Fläche, um uns das „Stachelschwein“, wie es aufgrund seines Aussehens mittlerweile bei den Mitarbeitern genannt wird, im Einsatz anzuschauen. Gearbeitet wird auf einer frisch abgeernteten Grünlandfläche nach dem ersten Grünlandschnitt. Rasch hat sich die Maschine auf seine Arbeitsbreite entfaltet und Gerd Dettmer zieht die Stachelwalze über die Grasnarbe. „8 bis 8,5 km/h ist eine gute Geschwindigkeit bei der die Maschine gut arbeitet“, erklärt er bei einer Mitfahrt auf dem 820er Fendt Vario. Über die „Spokes“, die Injektorstacheln, wird der Flüssigdünger 6 cm tief in den Boden injiziert. Jedes der 48 Räder besteht aus 12 Spokes. Der Systemdruck kann zwischen 1,5 und 6 bar variiert werden, je nach Arbeitsgeschwindigkeit und Aufwandmenge. „Durch dieses Verfahren werden den Pflanzen Düngerdepots direkt über den Wurzel bereitgestellt, über die sie sich dann bedarfsgerecht über die gesamte Wachstumsperiode versorgen können“, erläutert Gerd Dettmer. Zwischen den Injektionspunkten einer Reihe liegt ein Abstand von 13 cm. Der Abstand zwischen den Reihen liegt bei 25 cm und die gewünschte Ausbringmenge kann von 150 kg bis 1.200 kg je Hektar computergesteuert geregelt werden und wird bei variierender Fahrgeschwindigkeit mittels Geschwindigkeitssensor automatisch angepasst.

Vorteile, die Dettmer in seiner neuen Dienstleistung sieht sind, dass durch die konzentrierte, direkte und verlustfreie Injektion, Landwirte mit weniger Düngereinsatz gleiche Erträge erzielen können. Zudem wird dadurch das Grundwasser geschützt. „Unsere Dienstleistung wird nach erster Skepsis gut angenommen und die Maschine war bereits auf rund 500 Hektar Getreideflächen im Einsatz. Als Ziel für dieses Jahr haben wir uns eine Auslastung von gut 1.000 Hektar gesteckt und wir sind mit Blick auf die anstehenden 4-5 Grünlandschnitte in diesem Jahr guter Dinger dies auch zu erreichen“, erläutert Gerd Dettmer abschließend. Wir verabschieden uns, denn Gerd Dettmer muss weiter. Auch wir wollen bei bestem Wetter keine Zeit verlieren und nehmen Kurs in Richtung Heimat.

Welche interessanten Maschinen wir bei den laufenden Frühjahrarbeiten noch vor die Linsen bekommen haben, könnt ihr in den nächsten Tagen auf landtechnikvideos.de erfahren.

Vielen Dank an Gerd Dettmer für das Interview.

Cultan steht übrigens für Controlled Uptake Long Term Ammonium Nutrition was mit „kontrollierter Langzeitammoniumernährung“ übersetzt werden kann. Erste Anwendungen dieser Technik gab es bereits in den 60er Jahren durch den Bonner Agrarwissenschaftler Karl Sommer.

Wer mehr über das Cultan-Verfahren erfahren möchte findet Informationen unter:
[www.mua-landtechnik.de]
[www.cultan.de]
[de.wikipedia.org]

Mehr Informationen zum Competence Center ISOBUS findet ihr unter www.cc-isobus.de

und unter der Internetpräsenz des Lohnunternehmens Dettmer:
[www.dettmer-agrarservice.de]

Weitere Bilder findet ihr auf landtechnikvideos.de


Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, agrarservice, cultan, dettmer, gfi 12-2, güstrower, stickstoffdüngung

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