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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

111 mal angesehen
23.05.2011, 09.04 Uhr

Trittfestigkeit

Am Berg hat der Frühsommer Einzug gehalten.
Die ersten Bauern haben mit ihrem Vieh die Almen und Alpen bestoßen. Zweifelsfrei etwas früher als sonst, doch das Futter soll ja nicht alt werden. Glockengeläut erfüllt nun wieder die bunten Almwiesen. Bleibt zu hoffen, dass nach dem trockenen Frühjahr das Futter herhält, und Wasserknappheit nicht zum Problem wird.
Rund 10 000 Bergbauern in Bayern bewirtschaften etwa 215 000 ha wertvollstes Kulturland, gewachsen über viele Generationen Landnutzung,
oft unter extremen Bedingungen. Eine Arbeit von größtem gesellschaftlichen Wert, in ökologischer, aber auch touristischer Hinsicht. Denn viele nutzen den Alpenraum als Naherholungsgebiet.

Doch die „Oasen“ am Berg schrumpfen im gesamten Alpenraum zusehends. Nur mit größten Anstrengungen, vornehmlich der vielen Kleinbetriebe, kann die Landschaft offen gehalten werden. Der Bergwald rückt immer weiter vor. Wirtschaftliches Arbeiten ist dabei für viele Bergbauern ein Wandern auf schmalem Grat mit erhöhter Absturzgefahr. Da braucht es Trittfestigkeit.
Eines steht fest, der Erhalt der alpenländischen Kulturlandschaft steht und fällt mit dem Halten von Weidevieh. Darauf müssen die politischen Rahmenbedingungen ausgerichtet sein. Entsprechende Förderungen sind abzusichern. Zudem bedarf es sachlicher Diskussionen über Entwicklungs- und Erschließungsmaßnahmen oder Tierschutzreglementierungen, wie kürzlich bei der internationalen Berggebietskonferenz in Oberammergau deutlich wurde. Ein Verbot der Anbindehaltung beispielsweise käme vor allem in der Bergregion einem Todesstoß für die Rinder haltenden Betriebe gleich. Mehr denn je muss uns die Berglandwirtschaft etwas wert sein,
damit sie in ihrer Vielfältigkeit erhalten bleibt.

Staatsgrenzen dürfen dabei keine Fördergrenzen sein: Gleiche Förderung für das gleiche System. Der Schlüssel zum Erfolg liegt außerdem in Kooperationen aller Nutznießer, denn ein Vernetzen der Interessen im Sinne der Berglandwirtschaft ist zwingend notwendig. Ein museumsähnliches Refugium wäre der vollkommen falsche Weg. Man muss an die junge Generation denken, Hofnachfolger, die weitermachen wollen, indem sie traditionelle Werte bewahren und innovativ Herausforderungen anpacken. Dazu muss natürlich auch eine Wertschöpfung über regionale Produkte möglich sein.

Maximilian Riesberg / Redaktion BLW
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