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Conne`s Blog

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03.07.2007, 12.00 Uhr

Zwiebeln

Das tut der Seele weh. 250 Tonnen Speisezwiebeln hat Ansgar Kühner auf seine Felder geschüttet: "Eine reine Vernichtungsaktion." Der Preis ist derart am Boden, dass der Dahenfelder seine Ware nicht vermarkten kann. Ansgar Kühner ist in der Region kein Einzelfall.
Man kann's kaum glauben, wenn man das nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Die Felder bei Neckarsulm-Dahenfeld sind übersät von tadellosen Speisezwiebeln aus der Ernte 2004. Bis zuletzt hat der Landwirt Ansgar Kühner aus Dahenfeld zugewartet.

Bevor der hart gefrorene Ackerboden, in dem bereits der Winterweizen schlummert, wieder auftaute und für den schweren Traktor unbefahrbar wurde, hat der Bauer gezwungenermaßen reagiert. Fast das gesamte Lager wurde geräumt. 250 Tonnen Zwiebeln - das sind zehn Lkw-Ladungen - verrotten jetzt auf den Feldern. "Da haben sie wenigstens noch einen gewissen Düngewert", sagt Kühner verbittert.

Noch vor einem Jahr erzielte der Landwirt bis zu 20 Euro für 100 Kilo. Jetzt bekommt er für die gleiche Menge einen Euro - bei Produktionskosten von bis zu sieben Euro. "Das ist ein Witz." Schuld ist die europaweite Spitzenernte vom vergangenen Jahr. Diese Mengen will keiner mehr haben.

Bereits nach der Ernte im Herbst 2004 hatte Kühner 300 Tonnen direkt ab Feld auf die Reise geschickt - zum Großmarkt nach Mannheim. "Die Zwiebeln sind verkauft und verspeist." Gesehen hat er bislang keinen Cent. "Ich bin froh, wenn ich dafür nicht auch noch Transportkosten bezahlen muss."
50 Tonnen hat Besenwirt und Ortschaftsrat Kühner noch auf Lager. Die wird er in die Biogasanlage schicken. "Die Zwiebeln treiben jetzt aus und werden unbrauchbar."

Kühner macht keine Vermarktungsfehler, er ist auch kein Einzelfall", sagt der Chef des Heilbronner Kreisbauernverbandes Joachim Rukwied. Zwiebeln, Sellerie, Kartoffeln - die Lage sei "katastrophal". Wer Lagerkapazitäten hat, nutzt diese, solange es geht. Doch Kartoffeln der Ernte 2004 bekommen in vier Wochen schon wieder Konkurrenz. "Dann kommt neue Ware aus Nordafrika." Spenden an kirchliche Einrichtungen? "Das scheitert oft an der Menge und der Logistik."

Die Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG) Bad Friedrichshall vereint 700 Mitglieder aus der Landwirtschaft von Neckarsulm bis Jagsthausen. Geschäftsführer Manfred Merkle bestätigt: "Die Kosten fürs Verladen und die Fracht sind höher als der Ertrag." Zwiebeln müssen den ganzen Winter über temperiert lagern. "Betriebsmittel, Lagerung, Arbeitskraft - den Bauern bleiben nur die Kosten." Merkle appelliert an die Vernunft der Verbraucher: Natürlich sei es schick, in vier Wochen frische Kartoffeln aus Ägypten zu verspeisen. Aber: "Die sind teurer als die unsrigen - und sie schmecken auch nicht."
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Conne

Conne

Alter: 27 Jahre,
aus Neuenstadt

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