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Conne`s Blog

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04.07.2007, 12.00 Uhr

Genmaisanbau

LEINGARTEN - Der Agrar-Konzern Monsanto darf in Leingarten genveränderten Mais anbauen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat den Antrag bereits genehmigt. Die Pflanzen sind resistent gegen das starke Spritzmittel Roundup.
Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte Monsanto beantragt, auf einem 10 000 Quadratmeter großen Grundstück in Leingarten-Großgartach verschiedene, gentechnisch veränderte Maissorten testen zu dürfen. Der Acker gehört einem Landwirt aus Heilbronn-Frankenbach. Weil dies eine so genannte Erstanmeldung war, musste die Öffentlichkeit informiert und ein aufwändiger Genehmigungsprozess eingeleitet werden. Die Pläne stießen auf großen Widerstand. Eine Demonstration machte diesen deutlich, der Gemeinderat einige sich auf eine Resolution gegen den Anbau. Unter anderem eine wissenschaftlich fundierte Stellungnahme von Genmais-Gegnern führte dazu, dass dieser Antrag für den Standort Leingarten noch immer geprüft wird und bislang nicht genehmigt ist.
Und trotzdem darf der Agro-Konzern dieses Jahr Gen-Mais in Leingarten aussäen lassen. Der Konzern hat eine andere Sorte, die in Gerbitz in Sachsen-Anhalt 2004 genehmigt wurde, für Leingarten nachgemeldet. Dies geschah im vereinfachten Verfahren und unbemerkt von der Öffentlichkeit. Das BVL hat dieser Nachmeldung inzwischen zugestimmt.
Unklar ist allerdings, auf welchem Acker der Mais wachsen soll. Da auf der Fläche des Frankenbacher Landwirts 2006 konventioneller Mais gesät wurde, ist es wegen der Fruchtfolge unwahrscheinlich, dass es sich um denselben Acker handelt. Monsanto erteilt in dieser Frage auch Bürgermeister Ralf Steinbrenner keine Auskunft. Der Heilbronner Stimme gegenüber nahm das Unternehmen gestern keine Stellung. Auch das BVL konnte gestern trotz Anfrage nichts zur weiteren Aufklärung beitragen. Dass die Nachmeldung bekannt wurde, ist der Leingartener Gemeinderätin Brigitte Wolf zu verdanken. Sie ist aktiv im „Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft im Kreis Heilbronn“ und hat immer wieder bei den Behörden nachgefragt, Internet-Seiten kontrolliert.
„Heimlich wie ein Dieb in der Nacht versucht Monsanto, den Gen-Maisanbau in Leingarten doch noch durchzusetzen“, sagt Gottfried May-Stürmer, Regionalgeschäftsführer des BUND. Er war auch federführend für die Stellungnahme gegen der ersten Monsanto-Antrag. Alle Argumente, die damals vorgebracht worden seien, gälten auch für diesen Versuch. Der BUND hatte auf die Gefährdung eines geschützten FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) hingewiesen. Und: Gentechnikfreie Landwirtschaft auf den umliegenden Feldern sei bedroht.
Gottfried May-Stürmer erklärt, dass er die Nachmeldung im vereinfachten Verfahren für rechtswidrig hält. Laut Gentechnikgesetz sei diese Möglichkeit am 31. Dezember 2006 ausgelaufen. Das Aktionsbündnis lasse juristisch prüfen, ob eine Fristversäumnis vorliege. Leingartens Bürgermeister Ralf Steinbrenner sagt zu den Monsanto-Plänen: „Es ist eine Frechheit gegenüber der Gemeinde, dass durch die Hintertür jetzt doch Gen-Mais gesät werden darf.“ Er habe mit BVL und Monsanto gesprochen, ohne Ergebnis. Die Kommune habe keine Möglichkeit, etwas gegen die Freisetzung zu tun. Steinbrenner ärgert besonders, dass der Agrokonzern die Nachmeldung nicht angekündigt hat.
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Conne

Conne

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