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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

115 mal angesehen
16.08.2011, 10.10 Uhr

Zuchtfortschritt

Es ist gerade ein paar Jahre her, da gab es in der Milchviehhaltung eine technische Revolution:
Der Melkroboter wurde eingeführt. Viel Skepsis gab es da zu Beginn, inzwischen aber sind die sogenannten AMS, automatische Melksysteme, alltäglich. Ihnen folgten Fütterungsroboter, Roboter zum Futternachschieben oder zum Sauberhalten der Laufstallböden. Die Roboter kosten Geld, viel Geld, entlasten den Familienbetrieb jedoch enorm, sodass die eingesparte Zeit in das Management eingebracht werden kann, und da
ist der Bauer nach wie vor selbst gefragt.

Möglich gemacht hat dies moderne Computertechnik. Sie verarbeitet Daten innerhalb von Sekundenbruchteilen. Genau dadurch ist auch die Revolution möglich geworden, die in unserer heutigen Ausgabe ihren Niederschlag fi ndet: die genomische Zuchtwertschätzung. Mit dieser Ausgabe werden die ersten genomischen Zuchtwerte von Jungvererbern ohne Nachkommenschaftsprüfung veröffentlicht. Vorerst nur für die Fleckviehzucht, die Ergebnisse aus der Braunviehzucht folgen voraussichtlich im Dezember. Die genomische Selektion läutet nun auch in Bayern ein neues Zeitalter der Rinderzucht ein. Von vielen lang ersehnt, im Vorfeld heiß diskutiert und von manchen auch mit Argwohn betrachtet. Doch die positive Grundstimmung angesichts der Herausforderungen, die diese Methode mit sich bringt, sollte eindeutig vorherrschen. Schließlich ist es das Ziel, mit dem neuen Verfahren den Zuchtwert eines Tieres bereits ohne Eigen- und Nachkommensprüfung genauer schätzen zu können, indem man Einblick in dessen Gene nimmt. Das wird den Zuchtfortschritt rasant vorantreiben, denn die Phase der Prüf- und Wartebullen wird es nicht mehr geben. Auch ist mit einer größeren Linienvielfalt zu rechnen.

Natürlich hat auch die Riege der nachkommengeprüften Besamungsstiere nach wie vor ihren sicheren Platz im Heft. Diese Top 30 werden weiterhin
den soliden Grundstock für die Landeszucht bilden. Es bleibt wohl vorerst eine Frage der Experimentierfreudigkeit des jeweiligen Züchters, wie stark
er mit der genomischen Selektion arbeitet. Und der Blick und das Gespür der Züchter werden nach wie vor das entscheidende Zuchtinstrument
bleiben, zumal jeder sein eigenes Bild von der perfekten Kuh im Kopf hat.

Max Riesberg, Redaktion Wochenblatt
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