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Agrarsanis Landwirtschafts-Blo...

Spannende Themen aus der Landwirtschaft (88 Einträge)

Roger auf seinem John Deere Swather John Deere Swather D 450 Agrarflieger in Manitoba
2079 mal angesehen
03.09.2011, 05.16 Uhr

Kanada 2011 Tag 1 - Rapsschwaden in Manitoba

Weiter geht es bei Tag 2, Tag 3, Tag 4.

Agrarsani ist wieder unterwegs. Nach 2009 in Nordamerika und im vergangenen Sommer in der Schwarzerderegion Russlands sind wir nun erneut in Nordamerika. Startpunkt für die diesjährige Reise ist die Stadt Winnipeg in der Provinz Manitoba. Auch in diesem Jahr möchten wir euch wie gewohnt in den nächsten Tagen im unsere Erlebnisse auf dem Laufenden halten.

Reichlich Regen in der Nacht verspricht an diesem Morgen keinen guten Start in den in die Reise. Fast drei Monate hat es hier nicht mehr geregnet und gerade in dieser Nacht stellenweise bis zu 40 Liter je Quadratmeter. Das deutsche Wetter scheint uns auf den Fersen zu sein. Früh morgens starten wir vom Motel nahe dem Flughafen in Winnipeg auf dem Highway 1 in Richtung Westen. Der Himmel ist mit Wolken verhangen. Viele Felder sind bereits abgedroschen und die erste Stoppelbearbeitung ist gelaufen. Kurz vor der Kleinstadt Portage la Prairie versperren Bahnschranken den Weg. Lange müssen wir warten bis der endlose Güterzug die Straße gequert hat. Beim Warten fällt uns in der Ferne ein arbeitender John Deere selbstfahrender Schwader auf. Ein Feldweg hinter den Schienen führt uns zur Maschine. Es handelt sich um einen D450 Self-Propelled Windrower mit 35,5 Fuß (10,82 Meter) Mähvorsatz. Gefahren wird die Maschine von Roger. Er ist seit vier Jahren auf der Farm, die mittlerweile 20.000 acres (8.000 Hektar) bewirtschaftet. Heute arbeiten drei baugleiche John Deere 450 D auf den Flächen der Farm, die jeder bei guten Bedingungen 150 acres pro Tag schaffen. Bevor die Mähdrescher kommen reift und trocknet der Raps im Schwad nun ca. 10 Tage.

Ein Pick-Up nähert sich dem Feldrand. Es ist Justin. Der 32-jährige hat in Winnipeg Landwirtschaft studiert und berät nun selbständig mehrere Agrarbetriebe im Umkreis mit einer Gesamtfläche von rund 30.000 acres. Er erzählt uns, dass bis zum Regen um 3 Uhr morgens die Ernte auf Hochtouren lief. Nun ist erst einmal für ein paar Tage Erntestopp. Seit dem wir uns auf dem Feld aufhalten kreisen zwei Kleinflugzeuge mit waghalsigen Manövern in geringer Höhe über den Feldern. Justin erzählt uns, dass in dieser Gegend viele Farmer den Pflanzenschutz aus der Luft erledigen lassen. Dies möchten wir uns genauer ansehen. Justin nimmt uns in seinem gewaltig bereiften Pick-Up mit zu einem 5 Kilometer entfernten Kartoffelacker. Der Pilot hat gerade mit seiner Arbeit begonnen. Der 20 Hektar Acker ist ringsherum mit hohen Bäumen umgeben mittig durch das Feld stellt eine Kreisberegnung ein weiteres Hindernis dar. Auch auf Hochspannungsleitungen muss der Pilot acht geben.

Mit rasantem Tempo nähert sich das Flugzeug der Fläche. Hinter der Baumreihe am Vorgewende reduziert der Pilot schlagartig die Flughöhe und beginnt mit der Ausbringung des Pflanzenschutzmittels. Auf etwas mehr als 4 Metern überfliegt der Agrarflieger den Kartoffelacker muss aber mit einem gewagten Manöver der Beregnungsanlage ausweichen. Justin erzählt uns, dass die Piloten ihren Flugschein unter anderem auf einem nahe gelegenen Militärflugplatz machen. Bei der enormen Geschwindigkeit behalten die Piloten mit Hilfe eines 50.000 Dollar teuren GPS-Systems den Überblick über die zu besprühenden Flächen. Der Agrarflieger fliegt zur nächsten Fläche und wir fahren mit Justin zurück zu unserem Auto. Wir verabschieden uns von ihm und verabreden uns für die nächste Woche um bei besserem Wetter die Getreideernte auf diesem Betrieb mit unseren Kameras zu begleiten.

Weiter geht es auf dem Highway 1 in Richtung Westen. Nach einer für Landtechnik-Fans eher uninteressanten Landschaft wird es für uns erst kurz vor der Stadt Brandon wieder spannender. Die Mitarbeiter einer Hutterer-Kolonie sind gerade dabei eine neue Seed-Hawk Drillmaschine für die Winterweizenaussaat vorzubereiten. Die Farm, baut auf 6.000 acres (2.400 Hektar) Kartoffeln und Weizen an. Die Kartoffelernte beginnt in den nächsten Wochen.

Die Seed-Hawk Drillmaschinen werden nur etwa 3 Fahrstunden in der Provinz Saskatchewan produziert. Die Maschine mit einer Breite von 20 Metern, einem nachlaufenden Säwagen, sowie einem Flüssigdüngerwagen hätte bereits seit 3 Tagen im Einsatz sein sollen, jedoch gibt es Probleme mit den Pumpen, die für die Förderung des Düngers zu den einzelnen Säeinheiten zuständig sind. Auch nach einigen Testfahrten, die wir mit unseren Kameras dokumentieren gibt es für dieses Problem noch keine endgültige Lösung. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren können wir leider nicht länger warten und fahren weiter in Richtung Westen.


Text: Tammo und Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser

Weiterlesen an Tag 2.

Eine Bildergalerie mit weiteren Bildern des John Deere D 450 gibt es auf landtechnikvideos.de.

Lest mehr über unsere Kanada-Reise in 2009 und startet am Tag 1 oder schaut nach Russland und beginnt hier ebenfalls bei Tag 1.
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 31 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarflieger, agrarsani, ernte, gläser, kanada, landtechnik, landwirtschaft, schwader

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