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Aus der Wochenblatt-Redaktion

Neues zum Wochenbeginn (18 Einträge)

33 mal angesehen
25.10.2011, 09.34 Uhr

Verkauft?

Hehre Ziele hatte EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ausgelobt, als er sich an die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2020 machte: Die Agrarzahlungen sollten gerechter verteilt werden und die gesellschaftliche Akzeptanz sollte verbessert werden. Adressat dieser Botschaften war wohl in erster Linie die breite Öffentlichkeit.

In puncto gesellschaftliche Akzeptanz scheint die Rechnung einigermaßen aufgegangen zu sein. Noch gar nicht lange her wurde über ein radikales
Zusammenstreichen des EU-Agraretats öffentlich diskutiert. Da muss man wohl einigermaßen zufrieden sein mit dem jetzt vorgesehenen Agrarbudget im EU-Haushalt für die nächste Planungsperiode. Allerdings wurde die gesellschaftliche Akzeptanz teuer – aus Sicht der Betroffenen, der Bauern,
inakzeptabel teuer – erkauft. Mit dem harmlosenBegriff „greening“, wörtlich übersetzt „Begrünung“, wird das Ganze der Öffentlichkeit verkauft.

Tatsächlich verbergen sich dahinter für die Bauern richtige Hämmer wie etwa die zwangsweise Flächenstilllegung. Der „grüne Fortschritt“ wie Copa-Präsident Gerd Sonnleitner gesagt hat, der helfen könnte, die Weltbevölkerung zu ernähren und eine nachhaltige Energieversorgung aufzubauen, bleibt dabei auf der Strecke. Ähnlich unerfreulich stellt sich die gerechtere Verteilung der Agrargelder dar. Man kennt das ja auch aus dem täglichen Umfeld: Mehr Gerechtigkeit braucht detaillierte Regelungen.
Insofern braucht es nicht verwundern, dass das, was Ciolos auf den Tisch gelegt hat, ein wahres Bürokratiemonster geworden ist. Der EU-Agrarkommissar hat bei seinen Zielen Eines schlichtweg vergessen: Die EU-Agrarpolitik sollte auch einfacher werden.

Und wie kommen wir jetzt aus dem Schlamassel wieder raus? Erst mal eine Zwischenbilanz ziehen und schon vorhandene Leistungen anrechnen:
Was von den Ansprüchen ist denn wo schon wie weit erfüllt? Bayern braucht dann sicher nicht noch mehr „greening“. Zweitens schauen, wo mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Golfplätze, Flughäfen und Konzerne kriegt man sicher einfacher aus der Agrarförderung raus als mit dem jetzt vorliegenden „aktiven Landwirt“. Drittens: Schauen, wo es wirklich Neues braucht und wo man auf Bewährtes zurückgreifen kann.
Stichwort Ausgleichszulage.

Sepp Kellerer, Redaktion BLW
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