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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Farmax Tiefspatenmaschine Farmax Tiefspatenmaschine Farmax Tiefspatenmaschine
1262 mal angesehen
02.04.2012, 20.47 Uhr

37 Stunden Marathon in 1,3 Meter Tiefe

Schon seit längerem wartet ich darauf eine etwas speziellere Maschine endlich einmal im Einsatz zu sehen. Am Dienstag der vergangenen Woche war es nun endlich soweit als ich vom Lohnunternehmen Piening den passenden Anruf erhielt. Ein Deutz TTV 630 wird die nächsten Stunden mit einer Tiefspatenmaschine der Firma Farmax im Einsatz sein.

Weit brauchte ich am Abend nicht zu fahren um zu meinem Motiv zu gelangen. Nahe Fuhrberg sollte der Deutz laufen und in der Dunkelheit auch relativ leicht zu finden sein. Tatsächlich war in Mitten der Wäldchen nördlich von Fuhrberg an diesem Abend nur eine Maschine mit voller Arbeitsbeleuchtung im Einsatz.

Langsam schiebt sich der Deutz durch die Nacht – „langsam“ heißt in diesem Fall wirklich „langsam“: 1,0 km/h Arbeitsgeschwindigkeit oder besser noch 27 cm pro Sekunde. Die Arbeitsgeschwindigkeit hat allerdings ihre Berechtigung, denn die angebaute Tiefspatenmaschine KRG 250 des niederländischen Herstellers Farmax, arbeitet auf einer Arbeitstiefe von bis zu 1,30 Metern und auf einer Arbeitsbreite von 2,50 Metern. Durch eine derart tiefe Bodenbearbeitung wird eine optimale Vermischung der verschiedenen Bodenschichten erreicht, wodurch eine homogene Bodenstruktur hinterlassen wird. Für den späteren Spargelanbau auf dieser Fläche ist diese tiefe Bearbeitung sehr wichtig, da ungewünschte Staunässe dadurch vermieden werden kann. Zudem liegt die Hauptwurzelzone des Spargels mindestens in 70 Zentimetern Tiefe. Mit dem groß dimensionierten, nachlaufenden Reifenpacker wird der aufgelockerte Boden wieder angedrückt und eine konstante Arbeitstiefe gehalten.

Der Agrotron läuft auf voller Leistung bei rund 1.000 Umdrehungen. Für die Spatenfräse an der liegt er mit seinen 203 PS gerade im Anforderungsbereich, der laut Farmax bei empfohlenen 190 PS liegt. Nach ein paar Fotos in der Dunkelheit steige ich zu Fahrer Patric auf den Schlepper. Er übernimmt heute die erste Schicht. Nach dem Mittag hat er auf dieser Fläche begonnen. „Ich schätze, dass wir noch bis morgen Nachmittag bei diesem Kunden benötigen“, erzählt der 26-jährige und drückt, wie alle 5 Minuten, die „Okay“-Taste. „Damit weiß das Lenksystem, dass ich nicht nur anwesend sondern auch wach bin“, scherzt er. Mit Blick auf die Nacht, die noch größtenteils vor Patric liegt und der relativ geringen Beschäftigung, die sich auf das Überwachen der Maschine und das Wenden reduziert, ist ein „Wachbleiben“ keine Selbstverständlichkeit. „Ich wechsele mich bei diesem Kunden mit meinem Kollegen ab, den ich nur anrufen brauche“, erklärt mir Patric. Die Flächenleistung, die das Bordterminal angibt, liegt im „Null-Komma“-Bereich. Rein rechnerisch könnten jedoch bei Vernachlässigung der Wendevorgänge 0,25 Hektar pro Stunde möglich sein. Bei der gesamten Fläche von ca. 9 Hektar stehen für Patric und seinen Kollegen noch einige Stunden Arbeit bevor. Ich verabschiede mich von Patric mit der Absicht morgen Nachmittag noch einmal vorbeizuschauen.

Am nächsten Tag bin ich um 14 Uhr noch einmal beim Deutz mit der Tiefspatenmaschine. Die Welle mit den 24 Spatenmessern dreht sich scheinbar unaufhörlich. Nach dem Fahrerwechsel sitzt nun Tim am Steuer. „Ich habe Patric heute morgen um 5 Uhr abgelöst und nun sind es nur noch wenige Bahnen“, erklärt mir der 20-jährige und deutet auf die unbearbeitete Spur neben ihm und auf das Vorgewende. Bei Tageslicht sehe ich nun auch die RTK-Station des Autofarm GPS mit dessen Hilfe der Deutz auf wenige Zentimeter genau in der Spur bleibt.

Ich nutze die letzten Meter und mache noch ein paar Foto- und Filmaufnahmen. Dann ist Tim fertig und zieht Bilanz: „Ingesamt haben wir 37 Stunden für diese Fläche benötigt. Der Deutz stand nur kurz zum Tanken und zum Abschmieren der Tiefspatenmaschine und laut Bordcomputer wurden 1.100 Liter Diesel verbraucht.“ Auch in der Nacht gab es keine Zwischenfälle und so begibt sich Tim zurück auf den Heimweg.

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser

Weiter Informationen zum Hersteller Farmax gibt es auf http://farmax.info/

Zur Homepage des Lohnunternehmens Piening: http://lu-piening.de/

Weitere Bilder gibt es auf www.landtechnikvideos.de

oder folge uns auf unserer neuen Facebookseite http://www.facebook.com/Landtechnikvideos.de
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 30 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

agrarsani, bodenbearbeitung, deutz, farmax, jörn gläser, piening, spargel, trecker

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Kommentare

02.04.2012 21:53 pflugfurche1
Richtig guter Beitrag :)
02.04.2012 21:55 Agrarsani
Halerebeck schrieb:
Richtig guter Beitrag :)

Danke dir! Haste schon unsere neue Facebook-Seite gesehen: [www.facebook.com]


Grüße
05.04.2012 22:44 Streuschuetze
Beitrag super, aber der Kommentar meines Schwagers auf meine Nachfrage, ob das bei Ihm gewesen sei, fiel etwas nüchterner aus: "Das war bei uns, jawohl, aber er hat nicht geschrieben, das der Schw.... auf 180m die Beregnungsleitung geschnetzelt hat - der Kapitän des Ackers!!" Aber Gott sei Dank gibt's ja Versicherungen ... .
16.04.2012 20:32 Agrarsani
Streuschuetze schrieb:
Beitrag super, aber der Kommentar meines Schwagers auf meine Nachfrage, ob das bei Ihm gewesen sei, fiel etwas nüchterner aus: "Das war bei uns, jawohl, aber er hat nicht geschrieben, das der Schw.... auf 180m die Beregnungsleitung geschnetzelt hat - der Kapitän des Ackers!!" Aber Gott sei Dank gibt's ja Versicherungen ... .


Wenn an der Beregnungsleitung etwas kaputtgegangen ist, ist das natürlich nicht gerade gut - aber ich habe das weder vor Ort erfahren noch im Nachhinein.

Gruß
16.04.2012 23:04 Streuschuetze
Agrarsani schrieb:
Wenn an der Beregnungsleitung etwas kaputtgegangen ist, ist das natürlich nicht gerade gut - aber ich habe das weder vor Ort erfahren noch im Nachhinein.

Gruß

Schwager hat's locker genommen, hat sich ja auch erst später im Nachhinein herausgestellt. Muss wohl auch ein Abstimmunsgproblem gewesen sein. Soweit ich weiß ist alles gut! Gruß, M.
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