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Bulldog fahren........
749 mal angesehen
05.06.2012, 19.57 Uhr

Eine etwas ANDERE Geschichte

Es ist schon eine ganze Zeit her, mein Neffe war ein kleiner Bub eben erst in die Schule gerutscht. Er war sehr neugierig wie halt Buben in diesem Alter sind und eine große Leidenschaft hatte ihn gepackt: Traktor fahren besser gesagt mitfahren!

Bei uns nennt man diese Fahrzeuge Bulldog, das hat nichts mit den zu unrecht verrufenen Vierbeinern zu tun! Es handelt sich vielmehr um die Bezeichnung der Lanz Traktoren die in der sog. guten alten Zeit bei uns stark verbreitet waren und so wurde der Name Bulldog für alle Ackerschlepper übernommen.
Zwei Bulldogs hatte ich im Einsatz um meine Wildäcker zu bearbeiten und Brennholz zu transportieren.

Mein Neffe verstand es spätestens zwei Minuten nach dem Starten des begehrten Gefährtes fertig angezogen an meiner Seite zu sitzen, Bulldog fahren war das höchste. Selbst bei langweiligen Arbeiten wie pflügen harrte er aus, nur manchmal kippte er nach vorne von Müdigkeit gepackt, doch wehe ich hätte ihn heim gefahren..........

So waren wir im Spätsommer wieder einmal unterwegs um Brennholz aus dem Wald zum Lagerplatz zu fahren. Dieser Platz befand sich an der Nordseite einer Waldwiese damit die Sonne möglichst lange das Holz trocknen kann.
Als wir an dieser Stelle mit unserem Gespann um die Ecke kamen bot sich folgender Anblick:
Vor uns auf dem Weg eine große Limousine mit Münchner Kennzeichen (schon das war verdächtig), in der Wiese stand ein großer Mann mit Filmkamera, an meinem Holzstapel mit einer Kette befestigt ein Mann nur mit einer knappen schwarzen Lederunterhose bekleidet, davor eine schwarzhaarige Schönheit ebenfalls in knapper schwarzer Lederwäsche und einer gleichfarbigen Gesichtsmaske in der Hand eine Lederpeitsche. DAS MUSSTE ERSTMAL VERDAUT WERDEN!

Offensichtlich war die Peitsche schon öfter mit dem armen Teufel in Kontakt gekommen weil zahlreiche rote Striemen seinen Rücken zierten. Entkommen konnte er jedenfalls nicht weil die Kette an einem Ende mit dem größten Stammabschnitt des Holzstapels verschraubt war und am anderen Ende mittels Eisenschelle an seinem Hals hing, - entkommen wollte er wahrscheinlich auch nicht.

Nicht das mir der Anblick der schwarzen Schönen unangenehm war und mir die Sprache verschlagen hatte, nein es war der Gedanke an den kleinen Mann neben mir für den es zu früh war schon jetzt in die Abgründe der Menschheit zu blicken!

Schon kam der große Mann aus der Wiese mit beschwichtigender Geste auf mich zu: „es ist so schönes Licht hier zum filmen, das wollten wir ausnutzen“ hörte ich ihn sagen. Als keine Reaktion erfolgte fuhr er fort: „wir räumen auch Alles wieder auf, Ehrenwort!“
Nun zeigte ich auf die Kreatur in Ketten und sagte nur: „DEN AUCH!“; worauf er schnell antwortete: „den nehmen wir auch wieder mit“ offensichtlich erleichtert das nun wohl die Sache für ihn ausgestanden war.

So schnell es ging wendete ich das Gespann und fuhr Richtung Dorf. Mein Neffe hatte bisher geschwiegen doch sah ich wie es in seinem Kopf arbeitete. Die gefürchteten Fragen würden wohl gleich den Weg nach draußen finden und mir würde nichts einfallen was diese Szene erklärt.
Schon ging es los: „Onkel, was haben die Leute da gemacht?“, ich zögerte mit der Antwort, jeder Meter näher beim Dorf verhindert vielleicht die eine oder andere Detailfrage............, dann sagte ich spontan: „die haben für den Fasching geübt“, das schien dem kleinen Kerl einleuchtend zu sein denn er redete eine ganze Zeit nicht mehr, kein WARUM und kein WIESO. Dann erreichten wir endlich unser Anwesen, dort wartete schon ein Schulfreund und so war für Ablenkung gesorgt.

Das Erlebte geriet langsam in Vergessenheit bis zum Februar des nächsten Jahres, der Bub war ganz versessen darauf den Faschingsumzug zu sehen. Als ihn seine Mutter nach dem Grund fragte antwortete er: „ich will die nackten Leute sehen die ich mit dem Onkel im Wald angeschaut habe!“ Da gab es Klärungsbedarf...............

Inzwischen ist aus dem Kleinen ein erwachsener junger Mann geworden und aus dem ratlosen Onkel ein .........................Geschichtenschreiber.
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sau_hund

sau_hund

Alter: 62 Jahre,
aus BAYERN
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Kommentare

07.06.2012 13:18 Belarus550
Wenn Du noch mehr solche Geschichten auf Lager hast, dann her damit!
07.06.2012 13:26 sau_hund
Belarus550 schrieb:
Wenn Du noch mehr solche Geschichten auf Lager hast, dann her damit!

Es gibt viele Geschichten unter der Rubrik Jagd, da ist mein eigentliches Betätigungsfeld
09.06.2012 07:29 Leanne
Kompliment für Deine Antwort auf die Frage Deines Neffen, die ihn sicherlich vor Albträumen etc. bewahrte... sie wäre nicht gleich jedem eingefallen.
10.06.2012 13:03 DerChristoph
Schön erzählt
14.06.2012 21:00 Pad1
Echt heikel,aber ganz gut gelöstbt ,es gibt schon dolle Dinger....
20.06.2012 15:36 sanny1978
Unglaublich was man alles so in der Natur erlebt :P :D
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