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Agrarsanis Landtechnik - Blog

Ständig neue Technik... (71 Einträge)

Eckhard Köpcke auf einem New Holland CR 9080 New Holland CR 9080 im Gras Deutsches Weidelgras
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18.08.2012, 18.49 Uhr

Grassamenernte in der Heide

In dieser Woche haben wir uns mal wieder die Zeit genommen einen interessanten Maschineneinsatz aus unserer Heimat euch etwas näher vorzustellen. Am frühen Nachmittag bei bestem Erntewetter hieß es somit: Kameras ins Auto und los geht’s. Verabredet sind wir mit Eckhard Köpcke nördlich von Walsrode. Er ist heute mit einem neuen New Holland CR 9080 unterwegs - heute jedoch nicht im Getreide sondern im Gras.

Das Deutsche Weidelgras liegt sehr flach und ausgetrocknet am Boden und Eckhard Köpcke hat größte Mühe das überreife Gras mit dem Schneidwerk aufzunehmen. „Wir sind mit dem Gras rund 10 Tage überfällig, aber wegen der mehrtägigen Regenpause können wir erst jetzt hier mähen“, erklärt uns der 58-jährige. Zudem haben Wildschweine auf dem 25 Hektar Schlag den Boden hier und da aufgebrochen und an den Erdhaufen ist nun für Eckhard Köpcke mit dem Schneidwerk zusätzliche Aufmerksamkeit geboten. Zu guter Letzt ist auch der Steinanteil auf dem Weidelgrasacker vergleichsweise hoch und bei dem bis auf den Boden abgesenkten Schneidtisch werden die Steine wahrhaft aufgesammelt. Unter diesen Bedingungen liegt die Arbeitsgeschwindigkeiten bei rund 4 km/h. „Getreidedreschen ist gegenüber Gras ein Kinderspiel“, scherzt Köpcke.

Der New Holland gehört zum Maschinenpark von Albrecht Brammer. Er ist Geschäftsführer der Albrecht Brammer Agrar Service & Handels GmbH & Co. KG die eine Ackerfläche von rund 500 Hektar bewirtschaftet. Eckhard Köpcke und ein weiterer Landwirt betreiben den Ackerbau im Nebenerwerb und ihre Flächen werden im Rahmen des Agrarservice mit bewirtschaftet. Eigener Arbeitseinsatz aber auch beispielsweise die Kosten für die Ernte werden dann über den Agrarservice von Herrn Brammer abgerechnet. Auch die Betriebsmittel werden gemeinschaftlich eingekauft und auch die Erzeugnisse zusammen vermarktet. „Wir sind sehr zufrieden wie sich die Gemeinschaft in den letzten Jahren entwickelt hat“, erklärt Eckhard Köpcke. Er merkt jedoch auch an, dass eine solche Gemeinschaft sicherlich nicht für jeden Betrieb passt. Die Basis ist ein vertrauensvolles und gemeinschaftliches Verhältnis, dann können alle von dieser Lösung profitieren und produktiver wirtschaften.

Von Albrecht Brammer erfahren wir Näheres zur Grassaatgutvermehrung. Ausgesät wurde das Weidelgras als Untersaat mit der Sommergerste 2011. Nach der Gerstenernte 2011 wurden die Weidelgrasflächen mit einem Mulcher im November abgemäht. Teilsweise grasten auch Schafe bis Anfang Dezember auf manchen Flächen. Das nun aufgewachsene Grasland wurde im Frühjahr gewalzt, damit möglichst wenige Steine im Arbeitsbereich des Dreschers liegen und zudem eine Ebene Grasnarbe entsteht. Bei der Düngung der Grassamenbestände wird bei den Grundnährstoffen nach Grundlage der Grünlanddüngung vorgegangen. Bei der Stickstoffmenge wird jedoch reduziert gedüngt, da die höchstmögliche Samenanlage an den Einzelpflanzen und ein gleichmäßiges Abreife erreicht werden soll. Mit Samenerträgen von gut einer Tonne pro Hektar beim Deutschen Weidelgras zeigt sich Albrecht Brammer zufrieden.

Das Deutsche Weidelgras kann, wie auf der heutigen Fläche, je nach Verunkrautung und Verungrasung des Bestandes, mehrjährige genutzt werden. Wichtig beim mehrjährigen Anbau ist jedoch, dass Fahrspuren im Bestand vermieden werden, da diese die Ernte im Folgejahr erschweren.

Zurück zum Ernteeinsatz. Der New Holland CR 9080 mit dem Eckhard Köpcke drischt, ist ein Rotordrescher und aktuell das zweigrößte Modell des Landtechnikherstellers. Gegenüber den CR 8000er Modellen haben der CR 9080 ein breiteres Chassis und Rotoren mit 559 mm Durchmesser. Nach dem 9 Meter Schneidwerk wird das Erntegut durch den Einzug befördert. Hier kommt das neue APS-System ins Spiel. Wenn von Sensoren Steine oder andere Fremdkörper erkannt werden öffnet sich eine Klappe und der Stein fällt heraus. Eckard Köpcke muss die Maschine dann jedoch Stoppen und das Schneidwerk ausheben, wodurch die Klappe wieder geschlossen wird. Durch die großvolumigen Rotoren des Dreschers kann der Bruchkornanteil laut Eckhard Köpcke reduziert werden und auch mit der Strohverteilung ist er sehr zufrieden.

Da sich weite Teile der Ackerflächen auf schweren Standorten mit hohen Lehmanteilen befinden, die schlechter abtrocknen, hat sich die Betriebsgemeinschaft für das Raupenlaufwerk entschieden. New Holland verspricht bis zu 57 % geringeren Bodendruck. Auch der Fahrkomfort wird gesteigert. Eckhard Köpcke, der nun bereits einige Betriebsstunden auf den Drescher in seiner ersten Ernte gefahren hat, merkt jedoch auch an, dass der Wenderadius bei der Raupenversion etwas größer ist, als beim herkömmlichen System.

Nach dem interessanten Besuch beim Grasdreschen geht es für uns weiter durch die Region, das gute Wetter soll nicht ewig anhalten und lockt somit viele Landwirte auf die Felder.

Vielen Dank an Eckhard Köpcke und Albrecht Brammer für das Interview sowie an die AGRAVIS Technik Weser- Aller GmbH.

Über das Grasdreschen wird auch bei landlive diskutiert. Näheres zum Thema:
https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/6547/page/1/

Weitere Bilder vom New Holland CR 9080 findet ihr auf www.landtechnikvideos.de

Text: Jörn Gläser
Foto: Jörn Gläser
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Agrarsani

Agrarsani

Alter: 32 Jahre,
aus Wedemark
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Schlagwörter

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