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Der gruuna-Blog

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27.09.2012, 15.54 Uhr

Wie es sich ohne Subventionen leben lässt

Ob es sich ohne Agrarsubventionen aushalten lässt, haben wir vorgestern in einem Blogartikel aufgegriffen. Dass es durchaus möglich sein kann, wollten wir Ihnen natürlich auch nicht vorenthalten.

Ein gern zitiertes Paradebeispiel ist das weit entfernte Neuseeland. Bis zum Jahr 1984 bestand das Einkommen der ansässigen Landwirte zu ca. 40 % aus den Subventionen durch den Staat. Ölkrise und Regierungswechsel führten schrittweise zu einem Stopp der Fördermittel. Natürlich bekam dies nicht allen Betrieben, aber der befürchtete Kollaps blieb aus: Gerade einmal 1 % der landwirtschaftlichen Betriebe kamen mit dieser Umstellung nicht zurecht. Durch effiziente Anpassung konnten bestehende Verfahren um- oder ausgebaut werden. So gelang es durch effiziente Kreuzung auf Gentechnik zu verzichten und trotzdem effizientere und widerstandsfähigere Gräser zu züchten. Diese verbesserten Futtermittel enthalten mehr Nährstoffe und sorgen dafür, dass die Tiere mehr Milch und Fleisch abgeben. So ging zwar die Menge an Lämmern zurück, nicht jedoch die an Lammfleisch, im Gegenteil. Ähnliches lässt sich auch für andere als die Fleisch verarbeitenden Bereiche sagen. Bis zu zehn Mal mehr Erträge als in den achtziger Jahren lassen sich so erzielen.

Zudem ist die Industrie durch die fehlenden Förderungen bestrebt, ihre Produkte beständig weiterzuentwickeln. Erntemaschinen, Melktechnik und andere elektronische Hilfsmittel müssen angepasst und optimiert werden, um möglichst effizient arbeiten und produzieren zu können. Solche und andere Maßnahmen könnten sich auch auf unsere eigene Wirtschaft übertragen lassen. Sicher gibt es noch mehr Faktoren in einem Land wie Neuseeland, die nicht auf Deutschland zutreffen, die Kernaussage dahinter lautet jedoch: Wandel ist möglich. Auch wenn in diesem Beispiel eher Zwang als Freiwilligkeit vorhanden war, könnte ein plötzlicher Zusammenbruch wirtschaftlicher Strukturen auch bei uns zu einem Bedarf an neuen Ideen führen. Der Diskussion um eine Reform der Subventionen sollte sich also mit realem Hintergrund gestellt werden. Es geht hierbei nicht um das Heraufbeschwören einer Endzeitstimmung, vielmehr um die aktive Beschäftigung mit dem Thema: Was wäre ohne Agrarsubventionen? Würden Sie Ihren Betrieb genauso weiterführen?
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