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Der gruuna-Blog

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188 mal angesehen
02.10.2012, 11.14 Uhr

Von wegen “Wo nix ist kann nix werden”

Immer wieder wird in Entwicklungsländern versucht, durch künstliche Anlagen Landwirtschaft zu betreiben oder ein ganzes, ausgedörrtes Gebiet wieder aufzubauen. Oft wird viel Geld dafür ausgegeben und Erfolge sind kaum bis garnicht zu sehen.

Nicht so bei einem besonders “einfachen” Konzept des Australiers Tony Rinaudo. Seit den 80er Jahren, als Rinaudo als Wiederaufforstungsexperte nach Niger ging, entwickelt er gemeinsam mit der dortigen Regierung und den Bauern der Gegend ein Konzept zur erfolgreichen Wiederbegrünung von trockenen Wüsten oder durch Dürre geplagten Gegenden.

Viele Böden haben trotz der Trockenheit noch alte Baumwurzeln oder tief vergrabene Triebe, welche aus dem Boden sprießen oder an der Oberfläche kratzen. Durch das einfache Ausästen kleiner, dünner Zweige und das Erhalten der starken kräftigen Wurzeln beginnen Bäume und Sträucher wieder zu leben und grün zu treiben.

Um dies zu beweisen und die Landwirte der Region zu überzeugen, dass dieses Konzept nicht nur funktioniert sondern auch hilft, die Saat mit Schatten zu schützen und bessere Ernten einzufahren, wurde damals ein kleiner Bereich Wüste zu Versuchszwecken abgesteckt.
Innerhalb kurzer Zeit bildete sich ein kleiner Wald, der von der Tierwelt angenommen und durch diese mit Samen anderer Pflanzen versorgt wurde. Die starken, im Boden verwurzelten Triebe speicherten Feuchtigkeit so gut, dass nicht einmal die Hitze ihnen schaden konnte. Auch das Klima selbst änderte sich: Es wurde merkbar kühler und feuchter, die Anbaufläche wurde zu einem eigenen kleinen Tropen-Waldgebiet. Aktuell ist ca. die Hälfte des Ackerlandes im Niger durch diese Wiederbegrünung entstanden.

Und nicht nur das: Studien zeigen, dass Bauern, die das sogenannte FMNR-System (Farmer Managed Natural Regeneration) nutzen, auch selbst deutlich besser leben, da sie sich von den Ernten oder dem Brennholz mehr leisten können, sei es Nahrung oder eine sicheres Dach über dem Kopf.

Durch Wurzeln zum Reichtum – wir finden diese Idee traditionell und absolut fortschrittlich zugleich. Was haltet Ihr davon? Lasst es uns wissen!

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Kommentare

04.10.2012 21:17 Maikatze
Habe schon mal so einen ähnlichen Beitrag im Fernsehen gesehen, ich glaube, das war in Zusammenarbeit mit einer Deutschen Uni, vielleicht sogar Würzburg (oder Heidelberg oder Weihenstephan - ist zu lange her). Der "tote" Boden wurde mit Stroh und kleinen Stöcken "geimpft", dieses von Termiten zersetzt, das Ergebnis war guter Ackerboden.
Anderes Projekt: In einem afrikan. Staat gab es ein Gesetz, das nur Konzernen den Gebrauch von Düngern erlaubt (!!!). Eine neue Regierung setzte dieses Gesetz ausser Kraft, verteilte Dünger an Kleinbauern, der Hunger hatte bald ein Ende.
09.10.2012 14:36 gruuna
Hallo Maikatze,

Sie haben Recht, die Uni Würzburg hat 2006 eine eigene Initiative ins Leben gerufen, welche sich um das Beheben von Missständen kümmert und Forschungen in Afrika durchführt - den Afrikakreis. Leider haben noch viel zu oft die “Regierungen” allein das Recht zu sagen, wer was darf. Mit solchen Initiativen werden vielleicht auch diese ein wenig wach gerüttelt.

Viele Grüße,
Euer gruuna-Team
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