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Der gruuna-Blog

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Eier
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26.02.2013, 13.57 Uhr

Freilaufende Hühner und schwarze Schafe

Die berühmte „Qualität aus Deutschland“, die nicht nur im Lebensmittelbereich sprichwörtlich geworden ist, hat wieder einmal einen ordentlichen Knick bekommen. Die deutschen Hühner laufen leider momentan nicht nur die Leiter hoch und runter, sondern auch in den Medien.

In der Causa geht es um falsch etikettierte Eier, die aus Haltungen stammen, die das Prädikat „Bio“ nicht tragen dürfen, allerdings als solche in den Umlauf gebracht wurden. Deutschlandweit sind an die 200 Betriebe, davon circa 150 alleine in Niedersachsen, im Blickfeld der Öffentlichkeit und der Staatsanwaltschaft.

Wie der Nachrichtensender n-tv berichtete, wurden Kontrolleure von Landwirten, deren Eier sie überprüfen sollten, bezahlt. Der Sender beruft sich dabei auf eine Zeugenaussage eines Bauern während eines Zivilprozesses. Ministerium, Deutscher Bauernverband (DBV) und die rechtschaffenden Landwirte sind sich einig, dass so etwas nicht passieren darf. Ob Bio oder nicht, die Landwirtschaft ist dem Verbraucher schuldig, Qualität zu liefern und diesen auf keinen Fall zu belügen. Die schwarzen Schafe müssten somit nicht nur wegen Etikettenschwindel, sondern auch wegen Rufschädigung einer ganzen Branche belangt werden.

Wenn man die wirklich Schuldigen sucht, sind diese vom Grundsatz her an einer anderen Stelle zu suchen. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden mit ihren Produkten immer mehr im Preis gedrückt. Die Gier der Konzerne ist allerdings nicht neu. Bereits 2004 ging eine Aktion von Aldi Nord durch die Medien, in welcher der Discounter 10 Eier um 69 Cent anbot. „Aldi diktiert Dumpingpreise, die nicht einmal die Kosten der Erzeuger decken”, kritisierte bereits damals der DBV. Laut Zentraler Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) bezahlen Tiefpreis-Ketten unter teilweise nur unter 5 Cent pro Ei. Da wundert es nicht, dass unter Landwirten der Kampf um das pure Überleben ausbricht. Umsomehr besteht im Agrarmarketing der öffentlichen Stellen Handlungsbedarf, den Konsumenten wieder die deutsche Qualität näherzubringen und davon zu überzeugen, dass es sich auszahlt, lieber etwas mehr zu bezahlen und dafür zu wissen, was man isst.

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