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Der gruuna-Blog

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Was uns Kühe zu sagen haben.
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23.04.2013, 13.36 Uhr

Bioakustik: Der Kuhflüsterer

Was den Menschen von Tieren unterscheidet, ist, dass sich Tiere scheinbar nicht äußern können, so die landläufige Meinung. Wie Wissenschaftler seit geraumer Zeit belegen, können sich Vierbeiner sehrwohl sinnvoll ausdrücken.

Gerhard Jahns aus Wendeburg bei Peine ist Agrarforscher und hat Verständnis für Kühe, zumindest hat er sich das in jahrelanger Forschungsarbeit angeeignet. Was er herausfand, ist, dass Kühe ihre Anliegen mit verschiedenen Lauten kundtun. Die Rede ist hierbei von der sogenannten Bioakustik. Jahns, der früher an der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig arbeitete, ist es gelungen, mit einer selbst entwickelten Software Tierstimmen am Computer zu analysieren. Er hat den Wiederkäuern zehn verschiedene Laute zugeordnet. Scheint nicht viel, ist aber genug, die Kühe zu verstehen. Das Programm basiert auf Methoden der Spracherkennung beim Menschen, da die Lauterzeugung bei Wirbel-Lebewesen, vom Frosch über die Kuh bis zum Menschen, psychologisch ähnlich ist.

Ergebnis ist ein Wörterbuch, quasi Kuhisch – Menschlich. Die „Wortkargheit” von Kühen rührt daher, dass sie evolutionsbedingt als Beutetiere keine Schmerzlaute kennen. „Sonst würden sie im Verletzungsfall nur weitere Jäger anlocken”, so Jahns. Auch machen Kühe lautmäßig keinen Unterschied zwischen Hunger und Durst.

Zunächst wurden viele Rufe und deren mögliche Bedeutungen gesammelt. Auch Verhaltensforscher und die Landwirte selbst haben dabei geholfen. Aus 668 Lautproben filterte die Software zehn verschiedene unterschiedliche Bedeutungen heraus. Mit Hilfe von 20 Merkmalen, etwa die Energiedichte eines Lautes, entstand so ein mathematisches Modell.

Erfasste Laute können nun damit verglichen und so identifiziert werden. Auch Lautstärken, Stimmlagen und „Muuh”-Dehnungen werden dabei berücksichtigt. „Die Trefferquote ist schon sehr hoch.”, freut sich Jahns. Hungrige und durstige Kühe wurden bei Tests zu hundert Prozent identifiziert, hustende Tiere zu 93 und Kühe mit übervollem Euter zu 74 Prozent. „Für Züchter ist es sehr wichtig, zu wissen, wann die Tiere empfängnisbereit sind”, Jahns weiter. Auch hier weist die Software Erfolge auf. Brünftige Kühe wurden mit einer Trefferquote von 88 Prozent erkannt.
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