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Der gruuna-Blog

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Haßleben
362 mal angesehen
22.06.2013, 10.26 Uhr

„Schweinefabrik“ Haßleben genehmigt: Alle Mühen umsonst?

Innerhalb und außerhalb der Agrarbranche ist die Diskussion althergebracht: Bio oder konventionell, nachhaltig oder Massentierhaltung. Landwirtschaftliche Betriebe stehen unter ständiger Beobachtung von Tierschützern und Konsumenten. Doch bei dem, was da in Haßleben (Uckermark) entstehen soll, da sind sich alle einig, Landwirte und Tierschützer: Das geht gar nicht.

Die umstrittene Schweinemastanlage wurde diese Woche nach einem seit 2004 laufenden Verfahren genehmigt. Seit der niederländische Investor Harrie van Gennip Interesse an der Anlage, die bereits zu DDR-Zeiten 150.000 Schweine „beherbergte“, anmeldete, gibt es massive Proteste aus allen Ligen, auch von landwirtschaftlicher Seite. Anfangs war von 68.000 Tieren die Rede, im Laufe der Jahre reduzierte der Betreiber die Angaben, zwischendurch wurden war sogar nur die Zahl 4.000 im Spiel. Genehmigt wurden letztlich 36.000 Schweine.

Das zuständige Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bezeichnete vergangenes Jahr die möglichen Beeinträchtigungen des sogenannten Kuhzer Grenzbruches, ein gesetzlich geschütztes Moor, als wichtigsten Aspekt für eine Entscheidung. Die seit vielen Jahren aktive Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein Haßleben“ ist wortführend bei den Versuchen, den Mastbetrieb abzuwenden und bekommt viel Unterstützung, unter anderem vom Bündnis „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ und von der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ (AbL) sowie natürlich der Tierschutz-Lobby. Gemeinsam mit der Albert-Schweitzer-Stiftung, die sich als „Stiftung für unsere Mitwelt“ bezeichnet, wurden bereits 19.000 Unterschriften gesammelt, die eigentlich im August dem Amt übergeben werden sollten.

Es gibt jedoch noch Hoffnungsschimmer. Wie das Landesamt mitteilte, müsse erst über 1.000 Einwände entschieden werden, auch Klagen seien möglich, heißt es weiter.

Befürworter des riesigen Mastbetriebes argumentieren mit entstehenden Arbeitsplätzen, die allerdings in keiner Weise in Relation zum Wohl der Tiere und zum Schaden für kleinere landwirtschaftliche Schweinebetriebe stehen.
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Kommentare

22.06.2013 17:12 Notill
Warum so eine Anlage dem Tierwohl weniger entgegenkommt als eine kleine Anlage, bei der schon wegen der geringen Größe keine finanziellen Mittel da sein können um darauf einzugehen, entzieht sich meinem wissen...
Nur weil mehrere Ställe nebeneinander stehen, ist es doch für die Tiere nicht anders? Die buchten sind gleich groß, die Abteile auch.
Wenn jede Einzeleinheit von einem anderen Betrieb betrieben würde, würde sich für die Tiere nix ändern, warum also wird das Tierwohl immer an die Bestandesgröße geknüpft?
War es vor 50 Jahren so viel besser als 5 Schweine in einem dunklen Verschlag ohne Fenster mit Speiseresten bis zur Schlachtreife gefüttert wurden? Scheinbar ist es genau das, was von den Gegnern gewollt wird, denn solch kleine Bestände sind nicht mit dem Tierwohl vereinbar, zumindest nicht bei den Fleischpreisen.
23.06.2013 22:36 Pattibelle
So weit mir bekannt, werden die Schweine nur für den Export ins Ausland produziert. In wie fern sind dann Landwirte betroffen, die nur für die heimische Fleischproduktion wirtschaften....

(Moor. Arbeitsplätze & Fremdenverkehr ect. mal außen vor gelassen)
24.06.2013 07:14 1000er
Welche "neuen" Schäden sollen denn da entstehen, wenn dort schon mal deutlich mehr Tiere unter schlechteren Bedingungen standen? Und sogenannte "bäuerliche Landwirtschaft", hält sich im "Osten" sowieso in Grenzen.
24.06.2013 18:51 Freisinger
Nach derzeit bekannten Fakten, wird das Fleisch in De nicht benötigt, und die Gewinne schöpft ein Holländer ab. Ich frage mich schon, ob diese Anlage für die Lausitz Vorteile bringt.
Die Welt geht ohne diese Mastanlage sicher nicht zu Grunde, und ein Rückbau von "Haßleben" wäre sicher keine Schande.
25.06.2013 07:42 SchweineFranz
Naja,da die deutschen Tierhalter nicht so produktiv sind machens eben die Holländer und Dänen uns vor,wie bei der Ferkelerzeugung mit bis zu 35 abgesetzten Ferkel Sau/Jahr.Die in der EU wissen schon wers kann , gezwungene-Mastabbau in Dänemark dann habens auf Ferkelerzeugung umgestellt mit besten Leistungen innerhalb von wenigen Jahren.

LG Franz
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