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Der gruuna-Blog

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Erster energieautarker Bauernhof Österreichs
162 mal angesehen
06.07.2013, 10.33 Uhr

Energieerzeugung: Selbst ist der Betrieb

Energie wird immer teurer – und sie wird gebraucht. Das wissen die Energiekonzerne auch und haben so kein Problem, regelmäßig die Preise hochzutreiben. Auch landwirtschaftliche Betriebe kommen heutzutage nicht mehr aus, ohne eine Menge Energie einzukaufen. Sprit für Maschinen und Fahrzeuge, Strom für Melkmaschinen, Häcksler, Stallbeleuchtung, alles will versorgt sein.

Es gibt Möglichkeiten, Strom selbst zu erzeugen, sogar bis zur kompletten Energieselbstständigkeit, wie ein österreichischer Betrieb zeigt. Bereits seit 2002 versorgt Wolfgang Löser seinen Bauernhof im niederösterreichischen Streitdorf, 40 Kilometer nördlich von Wien, selbst mit Energie. Die Beiheizung der Gebäude versorgte Löser seit jeher mit Biomasse, vor einigen Jahren rüstete er auf eine automatisch arbeitende Hackgut-Zentralheizung um. Das Brennholz dazu kommt aus der Region, aus dem eigenen Wald und vom Nachbarn. Das Warmwasser wird von einer thermischen Solaranlage mit 12 Quadratmeter Kollektorfläche bereitgestellt.

Strom aus Sonne und Wind
Die Stromversorgung kommt von einer Photovoltaikanlage. „Die Inbetriebnahme der Anlage war die Krönung für meinen energieautarken Bauernhof“, ist Löser von seinem Konzept überzeugt. Mit einer Gesamtfläche von 21,5 Quadratmetern liefern die Kollektoren 3 Kilowatt pro Stunde. An sonnenreichen Tagen erzeugt die Anlage doppelt so viel Strom, wie der Betrieb verbrauchen kann, der Überschuss wird verkauft. An sonnenarmen Tagen springt der Wind als Energielieferant ein. Dazu ist Löser an mehreren Windparks beteiligt.

Mobilität mit Pflanzenöl
Sein Auto und die Landmaschinen betreibt der Nebenerwerbslandwirt, der auch bei der Straßenmeisterei einer Nachbargemeinde arbeitet, mit kalt gepresstem Pflanzenöl, das er ebenfalls selbst herstellt. Ermöglicht wurde dies durch eine kleine Umrüstung der Dieselfahrzeuge. Dazu war eine Investition von 2000 Euro nötig, im Vergleich ein geringer finanzieller Aufwand. Mit anderen Landwirten aus der Umgebung gründete der Österreicher eine Pflanzenöl-Pressgemeinschaft. Der Treibstoff wird mit einer Ölpresse aus Sonnenblumen gewonnen, die auf Stilllegungsflächen extra angebaut werden. Die Ölsaaten werden direkt im Betrieb gepresst und das daraus gewonnene Öl gleich in den Tank gefüllt. Der Strom für die Presse kommt natürlich wiederum von der Photovoltaikanlage.

„Auf längere Sicht könnten in unserer Region auch pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmegewinnung gebaut werden, um so ganze Gemeinden von den teuer importierten und klimaschädigenden fossilen Energieträgern unabhängig zu machen und gleichzeitig lokale Arbeitsplätze zu schaffen.“, philosophiert der Visionär Wolfgang Löser und will gleichzeitig andere Landwirte dazu ermutigen, es ihm nachzutun.

Im Bild: Große Sonnenkollektoren versorgen den ersten energieautarken Bauernhof Österreichs mit genug Strom, um den Betrieb komplett zu versorgen. Foto: solarbundesliga.at
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