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Der gruuna-Blog

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Biosprit
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29.08.2013, 13.01 Uhr

Biosprit ein Umweltfeind?

Mit der Einführung von Biosprit, zum Beispiel aus Mais oder der Zuckerrübe, war man sich sicher, endlich eine umweltverträgliche Lösung für die Mobilität gefunden zu haben. Diese Art von Treibstoff wird immer wieder gerne von der Politik als Marketinginstrument verwendet. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Biotreibstoffe scheinbar doch nicht alle Probleme der Welt lösen.

Beispielsweise wird bei der Produktion des Biotreibstoffs Ethanol, der auf der Gärung zuckerhaltiger Früchte zu Alkohol basiert, laut einer Studie des Londoner „Institute for European Enviromental Policy“ (IEEP) aus dem Jahr 2011 mehr Treibhausgas produziert als bei der Herstellung von fossilen Brennstoffen. Die Forscher veröffentlichten in der Publikation Theorien, in denen davon ausgegangen wird, dass für die Produktion pflanzlicher Treibstoffe weltweit riesige Flächen in zusätzliches Ackerland umgewandelt werden müssen. Die Studie enthält Analysen der offiziellen Pläne von 23 EU-Mitgliedsstaaten zum Ausbau erneuerbarer Energien. Dort heißt es, dass in Europa bis zum Jahr 2020 9,5 Prozent der verwendeten Treibstoffe aus Biosprit bestehen sollen, der vor allem aus Ölsamen, Palmöl, Rohr- und Rübenzucker sowie Weizen gewonnen werden soll. Weiter berechneten die Engländer, dass für die Umsetzung des europäischen Vorhabens 69.000 Quadratkilometer Wälder, Weiden und Feuchtgebiete in Ackerflächen umgewandelt werden müssten, was bis zu 56 Millionen Tonnen Treibhausgase freisetzen würde. Sowohl in den Bäumen als auch im Waldboden wird Kohlendioxid gespeichert. Wenn Wälder wegfallen, entweicht das vorhandene Kohlendioxid in die Atmosphäre, sorgt für den Treibhauseffekt und in weiterer Folge für den viel strapazierten Klimawandel.

Melkkuh Ölpalme
Eine der ergiebigsten Pflanzen, um Öl zu gewinnen, ist die Ölpalme. In Malaysia und Indonesien werden riesige Regenwaldgebiete zerstört, um gewinnbringende Palmenplantagen anzulegen. Dabei geht’s ums Geschäft. Palmen bringen bis zu sieben Tonnen Öl pro Hektar und Jahr. Das ist zehnmal so viel wie zum Beispiel bei Soja. Bei diesen Regenwald-Massenvernichtungsaktionen werden jährlich etwa 500.000 Hektar Torfsumpfwälder trockengelegt und abgefackelt. Die dabei entstehenden riesigen Feuer setzen über zwei Milliarden Tonnen CO2 frei, fast zehn Prozent der weltweiten Emissionen.

Fahren statt essen
Ein weiterer schwerwiegender Kritikpunkt an der Produktion von Biotreibstoff sind die dadurch steigenden Lebensmittelpreise. Von 200 Kilogramm Getreide kann sich ein Mensch ein Jahr lang ernähren oder sein Auto zweimal volltanken. Umweltorganisationen kritisieren, dass Lebensmittelrohstoffe, die in anderen Teilen der Welt dringend gebraucht werden, in den westlichen Regionen einfach durch den Auspuff geblasen werden würden. Der Deutsche Bauernverband (DBV) schaltet einen Gang zurück und beschwichtigt, dass innerhalb der Europäischen Union nur 2 Prozent der Getreideernte für Biodiesel verwendet werden würden. Außerdem könne die EU ihren Bedarf an Biodiesel gar nicht alleine decken. Die Staaten der Union würden ihren Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen aus Ländern wie Brasilien oder eben Indonesien importieren. Das widerspricht allerdings einer Aussage von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die in einem Interview zum Thema Stellung bezog und behauptet, dass in Europa für den E10-Sprit, der auch Ethanol enthält, nur Rohstoffe mit nachhaltiger Herkunft verwendet werden würden.

Foto: VDB

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