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Der gruuna-Blog

(440 Einträge)

Annäherung zwischen Landwirtschaft und Tierschutz
140 mal angesehen
25.01.2014, 10.45 Uhr

Tierschutz: Wo Propaganda endet und das Gespräch beginnt

Tierschutz und Landwirtschaft haben in dieser Kombination das Image, wie Pech und Schwefel zu sein. Nicht ohne Grund – oft setzen Tierschützer ihre Aktivitäten mit viel Aggression und einer teilweise fragwürdigen Interpretion ihrer Leidenschaft um. Mit Parolen, wie „Nutztierhaltung abschaffen!“ und „Kühe sind versklavte Mütter“ geht man auf die Straße und in Kampagnen, um vor allem gegen Landwirte zu wettern. Deren Existenz interessiert in diesem Moment niemand, scheint es.

Tierschutz kann allerdings auch anders vonstatten gehen, mit Vernunft soweit es die Sache zulässt. Der Tierschutzverein Berlin (TVB) ist auf der Internationalen Grünen Woche (IGW), die noch bis 26. Januar läuft, am Stand des Vereins Neuland, der sich mit artgerechter Tierhaltung beschäftigt vertreten – mitten in der Nutztierhalle, inmitten von an Lebensmitteln interessierten Besuchern, inmitten Nutztierhaltern. Kann eine Gesprächsbasis zwischen Landwirten und Fleischkonsumenten und Tierschützern mit ihren vegetarischen und veganen Anhängern auf einer Ebene funktionieren?

TVB-Sprecherin Beate Kaminski gegenüber gruuna.com: „Ich weiß, dass viele Tierschutzaktivistinnen und -aktivisten mit teilweise nicht sehr feinen Parolen direkt die Landwirte ansprechen, das ist aber nicht der richtige Weg.“ Die Tierschutzvereine als Mitglieder des Deutschen Tierschutzbundes gehen die Unstimmigkeiten zwischen Fleischkonsumenten und -verweigerern anders an. Sie wollen dem Konsumenten ins Bewußtsein bringen, dass Tiere keine künstliche Ware sind, sondern Lebewesen aus Fleisch und Blut, denen man respektvoll begegnen sollte, auch wenn sie Teil der Nahrungskette sind.

„Wir verlangen nicht nur Respekt den Tieren gegenüber, wir möchten auch denen, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, mit Respekt begegnen. Aggression ist hier fehl am Platz“, ist sich Kaminski der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit bewußt. „Die Vereine wollen den Menschen vor Augen führen: ,Schaut her, so hat euer Fleisch einmal gelebt!’”, so die Tierschützerin, die selbst vegetarisch lebt.

Die Tierschutzvereine wollen mit dieser Schiene, weit abseits von militanten Aktionen, die Gesellschaft an einen Tisch bringen um einfach mal zu quatschen, nicht Tierhalter verurteilen.

Einen weiteren Aspekt sieht Kaminski in der humanen Gesundheit: „Es muss nicht jeden Tag Fleisch sein, lieber öfters mal qualitativ bessere Fleischprodukte, dafür seltener. Umfragen haben ergeben, dass Konsumenten lieber etwas mehr Geld für Produkte ausgeben, dafür aber ein hochwertigeres Schnitzel auf dem Tisch haben.“

Offensichtlich ist der Tierschutz, so wie in die Vereine und der Tierschutzbund betreiben und die Landwirtschaft weniger weit auseinander als man meinen möchte. Ein Großteil der deutschen Fleischproduzenten arbeitet qualitätsorientiert. Die, die aus Sicht der Tierschützer zu bekehren sind, sind die schwarzen Schafe der Branche. „Anfangen muss man aber damit, den Konsumenten klar zu machen, wenn sie schon nicht auf Fleisch verzichten wollen, dass sie wenigstens beim Einkauf auf Qualität und die Herkunft achten.“, so Beate Kaminski auf die Frage nach einer diplomatischen Lösung.

Foto: Zukunftsstiftung Landwirtschaft

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Kommentare

25.01.2014 20:47 nurich
ich weis nicht, was soll man davon halten? natürlich ist eine vernünftige Konversation der bessere weg, aber danach klingt das ganze noch nicht. ich denke eher man will damit sagen wir sind die besseren Weltverbesserer?
und wirklich interessant wird es doch erst am schluß:" Anfangen muss man aber damit, den Konsumenten klar zu machen, wenn sie schon nicht auf Fleisch verzichten wollen, dass sie wenigstens beim Einkauf auf Qualität und die Herkunft achten"
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