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Echte Niedersachsen

(49 Einträge)

Gärtner
75 mal angesehen
29.01.2014, 15.56 Uhr

Vom Säen und Ernten

Landwirt, Fischwirtin oder auch Forstwirt  - im neuen Echte Niedersachsen-Kalender 2014 zeigen „Deerns“ und  „Jungs“, wie attraktiv grüne Berufe sind. Doch wie sieht ein Alltag in diesen Berufen aus? In dieser Ausgabe: Gärtnerin.

Gärtnerin Carmen Schneegans greift sich eine Grünkohlpflanze, trennt diese mit einem gezielten Schnitt mit dem scharfen Gemüsemesser ab und legt die „Palme des Nordens“, wie der Grünkohl auch genannt wird, in einen Korb. Es ist Wintererntezeit auf dem Betrieb Manegold in Seulingen bei Duderstadt, Landkreis Göttingen. Carmen, die hier bis zum vergangenen Sommer gelernt hatte, ist heute zu Besuch - und packt gleich mit an. Der bislang milde Winter erlaubt es, dass noch immer geerntet werden kann: Vor allem Grün- und Rosenkohl sowie Feldsalat sind es, die derzeit vom Feld geholt werden.

Eine der Besten Der Betrieb Manegold hat sich seit 1929 auf den Gemüseanbau spezialisiert. Auf etwa 20 Hektar werden Gemüse, Kräuter und Salat angebaut. Seit 2007 bildet der Betrieb aus - „und Carmen war eine der besten Auszubildenden, die der Betrieb hatte: organisiert, verlässlich und sehr lernbereit“, sagt der 30-jährige Junior-Chef und Gartenbaumeister Stefan Manegold, der den Betrieb in mittlerweile vierter Generation leitet. Schwerpunkte des Anbaus sind Porree, Sellerie, Futter- und Speisemöhren, Broccoli, diverse Kohlarten, Zucchini, Kürbisse, Kohlrabi, Bohnen sowie Salate. Neben zehn Mitarbeitern sind in der Saison auch fünf Erntehelfer beschäftigt.

„Den Jahresablauf mitzuerleben und das Wachstum der Pflanzen - von der Planung, der Anzucht im Gewächshaus, dem Auspflanzen bis zur Ernte und Vermarktung. Das macht den Reiz des Berufes aus“, sagt Carmen, die mittlerweile in Witzenhausen Ökologische Landwirtschaft studiert. Zuvor hatte die aus der Region stammende junge Frau in Duderstadt ihr Abitur gemacht: Erforderlich für die Ausbildung ist mindestens der Hauptschulabschluss. Weiterbildungen sind anschließend über Studium, Techniker- oder Meisterschule möglich. „Leider haben wir in diesem Jahr keinen geeigneten Auszubildenden gefunden. Dabei sind die Aussichten gut, die Übernahmechancen groß und Gärtner derzeit gesucht“, sagt Stefan Manegold. Viel Handarbeit „Ich wollte nach der Schule etwas Praktisches machen - und draußen sein“, erinnert sich die heute 23-Jährige an ihre Beweggründe, Gärtnerin zu lernen. Den nur wenige Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt liegenden Betrieb entdeckte sie durch Zufall im Internet bei der Suche nach offenen Ausbildungsstellen. Sie absolvierte dort zunächst ein Praktikum und wurde dann bei Manegold von 2011 bis 2013 mit Schwerpunkt Gemüsebau ausgebildet. Die sechs weiteren Fachrichtungen sind Zierpflanzen, Baumschule, Obstbau, Friedhofsgärtnerei, Staudengärtnerei sowie Garten- und Landschaftsbau. Einmal pro Woche ging es in die Berufsschule nach Northeim. Als Gärtnerin-Azubi lernte die junge Frau alle typischen Arbeiten einer Gemüsegärtnerei kennen. Besonders die Aufzucht, Pflege und Betreuung der Pflanzen auf dem Feld nehmen viel Zeit und Handarbeit in Anspruch, ehe dann geerntet werden kann. Düngung und Pflanzenschutz gehören daher ebenso zu den Ausbildungsinhalten wie überbetriebliche Ausbildungen in der DEULA. Doch mit der Ernte allein ist es nicht getan, auch die Vermarktung will gelernt sein. Ein Großteil der Ernte verkauft der Betrieb in Direktvermarktung an fünf Tagen in der Woche auf Wochenmärkten, ein Drittel der Ware geht darüber hinaus an regionale Supermärkte. Auch bei der Organisation des Hoffestes mit 3.000 Leuten war Carmen dabei. Am Wochenende den Marktwagen zu bestücken, um 5.30 Uhr vom Hof zu fahren und im Verkauf mitzuarbeiten - auch das gehört zum Bestandteil der Arbeit. Überhaupt sollten angehende Gärtner belastbar sein.

„Wenn geerntet wird, wird geerntet“, sagt Carmen. Bei großer Hitze im Sommer könne man die Arbeit zwar in die frühen Morgenstunden legen. Wenn es aber im Winter nass und kalt sei, helfe dagegen nur gute Kleidung und heißer Tee in den Pausen. Belohnt werde man aber durch viele schöne Stunden auf dem Feld, bei dem man ganz nah dran sei am „Wunder Natur“: „Wenn aus so einem kleinen Samen eine so große Pflanze wird, dann ist das schon etwas Faszinierendes.“

Infos zur Ausbildung findet Ihr unter www.lwk-niedersachsen.de, www.manegold-gemuese.de
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Ria_Landleben

Ria_Landleben

Alter: 27 Jahre,
aus Hannover
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