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Der gruuna-Blog

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Mais
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22.02.2014, 11.01 Uhr

Wie gefährlich ist Genmais wirklich?

Seit 2001 liegt der Antrag des US-Unternehmens Dupont Pioneer, die Maissorte TC1507 nach Europa liefern zu dürfen auf dem EU-Schreibtisch. Nach 13 Jahren nun hat sich das Europäische Parlament durchgerungen, zuzustimmen, dass der gentechnische Mais auf europäischem Boden Platz findet. Die Letztentscheidung liegt jetzt bei der Europäischen Kommission. Wie es aussieht, steht dem Anbau des umstrittenen „1507“ nichts mehr im Weg.

Doch warum wird die Berechtigung dieser Maissorte angezweifelt, was ist das Gefährliche an gentechnisch veränderten Pflanzen? Kritiker, die im Umwelt- und im Verbraucherschutz, aber auch in der Agrarbranche, zu finden sind, sehen erstens ein Umweltrisiko und zweitens ein ethisches Problem. Faktoren wie das Bt-Gift (Bt steht für Bacillus thuringiensis) das ein Teil der Grundstruktur des Maises ist, und Schädlinge, wie den Maiszünsler, abwehren soll. Doch Experten befürchten, dass das Gift auch Schmetterlinge, Spinnen und Raupen abtötet. Umweltaktivisten befürchten, dass so die Natur aus dem Gleichgewicht kommt. Laut Naturschutzbund (NABU) beinhalte das Genkonstrukt auch das Breitbandherbizid Glufosinat, das zu den besonders gefährlichen Pestiziden gehöre.

Ein extra gegründetes Bündnis aus gentechnik-kritischen Verbraucher-, Landwirtschafts- und Saatgutinitiativen weist auf die Resistenz des Maises gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat hin, das aufgrund seiner schädlichen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit ab 2016 gar nicht mehr verwendet werden darf.

Die offiziellen Vertretungen der Agrarbranche, allen voran der Deutsche Bauernverband (DBV), wollen ebenfalls keinen gentechnisch veränderten Mais auf den Äckern der Bundesrepublik wissen. Was den Bauernvertretern gegen den Strich geht, ist die aus deren Sicht falsche Diplomatie der Bundesregierung, die sich bei der Entscheidung „Genmais ja oder nein“ vornehm raushalten will.

Focus Online zitierte den Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, Reinhard Jung, der sich am Rande der Mitgliederversammlung in Falkenrehde enttäuscht von Berlin zeigte: „Die Entscheidung der Bundesregierung, sich bei der Abstimmung zu enthalten, ist ein Armutszeugnis.“ Desweiteren ist Jung überzeugt, dass Gentechnik keiner braucht: „Grüne Gentechnik ist produktionstechnisch überflüssig und betriebswirtschaftlich gefährlich. Wir werden weiter dagegen kämpfen.“

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der Hans-Peter Friedrich (CSU) nach dessen Rücktritt auf den Ministerstuhl folgte, äußerte sich am Freitag gegenüber der Rheinischen Post kritisch und verfolgt so die Meinung seines Vorgängers weiter: „Im Koalitionsvertrag steht ganz klar: Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an. Mein Vorgänger Hans-Peter Friedrich hat hier klare Worte gefunden, und auch ich sehe nicht, von wem und wofür diese Technologie bei uns gebraucht wird.“

Der Genmais 1507 ist übrigens nicht der erste seiner Art, der auf EU- und Bundesebene für Diskussionen sorgt. Der Mais M810 ist in der EU zugelassen, allerdings seit 2009 in Deutschland verboten.

Foto: pixabay

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