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dlzUNTERWEGS: Osteuropa

Osteuropa und die Milchviehhaltung (11 Einträge)

Im Interview Milchviehhaltung in Ungarn Raps in Ungarn
402 mal angesehen
08.04.2014, 03.57 Uhr

Tag 9: Die letzten zwei Betriebe

Das tolle Wetter kündigte sich schon früh morgens um halb sieben mit einem leicht hellblauen Himmel an. Ausgestattet mit unseren, neuen Körperteilen Kamera, Stift, Block, Smartphone, Videokamera, Visitenkarten und Gastgeschenken fuhren wir mit unserem definitiv gut riechenden Bulli nach Kuscole. Dort trafen wir wieder Károly Gutei vorm Betrieb, der mit uns zusammen die Hygieneschleuse (übrigens die erste während unserer Tour) und das Security-Häuschen durchschritt.

Nach ein paar Minuten kamen zu erst der Herdenmanager und anschließend auch der Betriebsleiter. Der Betriebsleiter hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht und sprach mit uns über diese und seine Bedenken. Es hatten sich damals Leute als Journalisten ausgegeben die, wie sich nachher herausstellte zu einer Partei für Natur- und Tierschutz gehörten und über den Betrieb negativ berichteten. Diese Probleme kamen uns bekannt vor und wir erklärtem ihm genau was wir machen und wer wir sind. Vor allem Maren Diersing-Espenhorst fasste es genau die richtigen Worte, die auch er noch auf Deutsch Verstand: Wir, sagt sie und klopfte dabei auf ihren Bustkorb, sind Bauern. Er lächelte und alles war gut.

Im Büro erklärte er uns, natürlich mit der tatkräftigen Übersetzer-Unterstützung von Károly Gutei seinen Werdegang und den seines Betriebes, der mit insgesamt 3.000 ha und 322 zu melkende Kühe ein familiengeleiteter Betrieb ist. Gebürtig kommen sie aus Jugoslawien und gehörten dort zu der ungarischen Minderheit. Schon 1990 pachtete sie Land in Ungarn, da sie das Gefühl hatten, dass der Privatisierungsprozess hier startete. Dann begann 1991 der Krieg in Jugoslawien und es gelangen Ihnen mit der ganzen Familie nach Ungarn zu fliehen.

Schon in Jugoslawien hatte die Familie Landwirtschaft. Allerdings war es dort damals so, dass eine Familie nur insgesamt 10 ha Land bewirtschaften durfte, so dass sie sich durch einen Lohnbetrieb noch etwas dazu verdienen.
Er erzählte zu dem auch von den Problemen die sie derzeit mit den Preisen für Bullenkälber haben. Wir waren überrascht, sagen wir mal etwas geschockt. Hier bekommen sie rund 450 € für das Bullenfleisch. Für diesen Preis kann man sie eigentlich nicht mästen. Sie ziehen die Rinder bis zu 110 kg auf und verkaufen sie nach Italien oder in die Türkei. Allerdings müssen sie dafür noch zu einer Sammelstelle zum Flughafen fahren.

Nach dem Rundgang lud uns der Betriebsleiter noch auf den Hauptsitz seiner Farm, in den Weinkeller ein und zeigte uns seine Vorliebe für Weine und Obstbrände. Der Wahnsinn! Und wieder einmal durften wir eine wunderbare Gastfreundschaft erfahren, die uns während der ganzen Tour immer wieder begeisterte.

Gestärkt mit Brot, Wildschinken aus der eigene Jagd und ein paar Schlücken aus dem Keller des Milchviehhalters fuhren wir auf den zweiten Betrieb.
Was wir hier alles erlebt haben und warum sich der Betriebsleiter über die ungarischen jammernden Landwirte aufregte lest ihr in den kommenden Ausgaben vom dlz primus rind.

Unser letzter Betriebsbesuch des Roadtrips war damit vorbei. Auf dem Rückweg hielten wir noch mal an, damit Birgit noch ein paar Landschaftseinstellungen drehen und konnte und wir genossen den Ausblick auf das hügelige Panoram Ungarns und seine blühenden Rapsfelder.

Wie schnell diese Fahrt doch vorbei ging!

Was wir alles erlebt haben!

Und welch‘ tollen Job wir haben, dass wir all das erfahren und mit Ihnen teilen durften.

Milchviehhaltung und das Quotenende in Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Ab der Juli-Ausgabe können Sie die vollständigen Reportagen zu dieser Reise lesen.

Gleich starten wir unsere Tour über Österreich nach München zurück. Für Maren Diersing-Espenhorst, Birgit Greuner und mich geht es von da dann noch einmal 5 Stunden mit der Bahn nach Hannover – wieder ein weiter Weg. Aber es hat sich wirklich gelohnt.

Kommen Sie gut in den Tag!
Liebste Grüße
Anneke Hasemann
offline

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Kommentare

08.04.2014 21:31 DairyQueen
Sind wieder daheim. Es war einfach toll! Spannende Betriebe, liebenswerte Menschen und einfach klasse Eindrücke! Und die besten Mitreisenden der Welt! Ein riesiger Dank an alle Beteiligten!
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