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Der gruuna-Blog

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Rinder in Brasilien
279 mal angesehen
29.04.2014, 08.35 Uhr

Rinder sollen globales Klima retten

Wie Wissenschaftler des „International Institute for Applied Systems Analysis“ (IIAA) im österreichischen Laxenburg bei Wien jetzt herausgefunden haben, muss man die Auswirkung von Rinderemissionen auf das Klima viel differenzierter sehen, wie bisher angenommen.

Die Studie, die im anerkannten US-Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass durch eine Änderung der Landnutzung in Brasilien der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um ein Viertel reduziert werden könnte. Anstatt den Regenwald für Weideflächen zu roden, sollen die brasilianischen Farmer auf Getreidezufütterung bauen.

Die Theorie der Forscher: Wenn Getreide zugefüttert wird, müsste nicht soviel Wald gerodet werden, um die Rinder satt zu bekommen und so die Welternährung zu sichern. Brasilien ist immerhin der weltweit zweitgrößte Rindfleischproduzent und der größte Rindfleischexporteur. 80 Prozent der Brandrodungen dienen dem Anlegen von Weideflächen. So würden schonmal die Klimaschäden durch die Brände reduziert werden. Der zweite Punkt, den die Wissenschaftler in der Studie ansprechen, ist, dass durch die Zufütterung von Getreide der Emissionsausstoß der Rinder weniger ist als bei reiner Grasfütterung.

Die Verfasser der Studie wollen den südamerikanischen Landwirten ein Umdenken durch bessere Ertragsaussichten schmackhaft machen. Getreide sei energiereicher als reines Gras. Die Tiere würden schneller wachsen und auch mehr Milch geben. Klimaschutz und Fleischproduktion würden sich also nicht ausschließen, so die Wissenschaftler. Der Aufruf der Politik zu weniger Fleischkonsum dem Klima zuliebe wäre somit überholt.

Die IIAA-Studie entstand in Zusammenarbeit mit der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) und Forschern aus den USA, unter anderem von der Tufts University, Boston, und dem kalifornischen „Energy Biosciences Institute“ (EBI).

Bild: Problemland Brasilien: Eine neue Studie sagt, dass sich Rindfleischproduktion und Klimaschutz nicht ausschließen. Foto: Lineair/Greenpeace/Ricardo Funari

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Kommentare

29.04.2014 13:12 4711
Und auf welchen Flächen soll das Getreide wachsen? Doch wohl auch auf den schon gerodeten Flächen oder?
30.04.2014 10:03 Ziegentom
Gibts auch mal was das Sinn macht?
Das ist den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Einzig reduzierter Fleisch und Wurstkonsum lässt Auswirkungen erkennen. Wer will denn nun an den Umnutzungen wieder verdienen?
Spritzmittelhersteller und Saatgutlieferanten?
Sowas Scheinheiliges.
30.04.2014 15:34 gruuna
Hallo 4711,
ich gehe davon aus, dass Getreide nicht soviel Platz benötigt, wie Viehweiden.
Ich frage beim Leiter der Studie nach, wie man sich vorgestellt. Dazu hat man sich nämlich nicht geäussert. Sobald ich Antwort habe, kommentiere ich hier.

Michi Jo Standl/Redaktion gruuna.com
03.05.2014 08:13 gruuna
Lieber 4711,
die Antwort auf deine Bedenken, dass ja Getreide auch Platz braucht. Ich fragte beim Leiter der Studie nach, wie denn das Ganze gemeint sei. Die Antwort kam prompt. Die Wissenschaftler sehen das langfristig. Natürlich könne man die Rodung des Regenwaldes nicht von heute auf morgen einstellen. Man setze aber darauf, dass die Energieausbeute pro Hektar bei Getreide höher ist, als bei Gras. So könne man langfristig die Abholzung einschränken.
Michi Jo Standl/Redaktion gruuna.com
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