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Der gruuna-Blog

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Kühe
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13.05.2014, 13.27 Uhr

Wieder Fälle von Rindertuberkulose

Deutschland gilt seit 1997 als rindertuberkulosefrei. Die letzten bekannten Fälle traten 2012 in Bayern auf. Jetzt wurden in einer Herde im Saarland kranke Tiere entdeckt. Das teilt das saarländische Umweltministerium mit. Zum Vorschein kam die anzeigepflichtige Tierseuche bei der Fleischuntersuchung eines geschlachteten Rindes, dessen Lunge tuberkulose-typische Veränderungen zeigte. Die Laboruntersuchung verschiedener Organe bestätigte den Verdacht.

Der betroffene Bauernhof wurde sofort gesperrt. Das heißt, es dürfen keine Tiere den Hof verlassen. Darüber hinaus wurden alle 79 über sechs Wochen alten Rinder der Herde mit einem ersten Hauttest auf Tuberkulose untersucht. Bei mehr als der Hälfte der Tiere waren die Ergebnisse positiv. Die Rinder müssen getötet werden und es wird nachgeforscht, welche landwirtschaftlichen Landwirte in den vergangenen fünf Jahren Tiere aus dem betroffenen Betrieb bekommen haben. Diese werden dann unter behördliche Beobachtung gestellt.

Da es sich im saarländischen Fall um eine reine Mutterkuhhaltung handelt, kann eine Kontamination von Milch und Käse durch Milchlieferungen an Molkereien ausgeschlossen werden. Das Fleisch des betroffenen Schlachttieres wurde über die Tierkörperbeseitigungsanstalt beseitigt. Das Risiko, dass Verbraucher sich über kontaminierte Lebensmittel mit Tuberkulose infiziert haben, wird von Experten als sehr gering eingestuft. „Wir werden alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um Sicherheit für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewinnen“, versichert der saarländische Umwelt- und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD).

99,9 Prozent der deutschen Rinderhaltungsbetriebe müssen jährlich ohne Tuberkulosefälle sein, damit die Bundesrepublik als rindertuberkulosefrei gilt. „Ob die Fälle im Saarland die Zahl gefährden, können wir noch nicht einschätzen.“, so Dipl.-Biologin Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut Greifswald im Gespräch mit gruuna.com.

Die Rindertuberkulose ist eine bakterielle Infektion, die durch Mykobakterium bovis oder Mykobakterium caprae ausgelöst wird. Der Erreger ist sehr widerstandsfähig und vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten von Erkrankungssymptomen können Jahre vergehen. Die Krankheit ist eine typische Zoonose. Sie kann vom Tier auf den Menschen oder auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Tuberkuloseerreger werden in der Regel über die Luft (Tröpfcheninfektion) weitergegeben. Beim Rind tritt die Erkrankung sehr häufig in Form der Lungentuberkulose auf.

Die Krankheitsdauer kann über Jahre hinweg unerkannt bleiben, bis sich schließlich klinische Symptome wie Husten, Atembeschwerden, Abmagerung und Leistungsabfall zeigen. In der Regel verläuft die Rindertuberkulose schleichend, und die Tiere bleiben klinisch völlig unauffällig.

Foto: Andreas Liebhart/pixelio.de (Symbolbild)

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