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dlz roadshow: Precision Dairy ...

Wir berichten live vom Intensiv-Seminar (6 Einträge)

Voll gepackt bis unter´s Dach Neil und Sandra Chesterton aus Neuseeland Maren ist ab morgen dabei!
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23.06.2014, 23.54 Uhr

TAG 1: Kühe nicht bange machen

Gestapelt, geschichtet, gequetscht und gelacht. So begann heute unser Tag in Thüringen. Wir mussten gefühlte hundert Koffer (von Referenten, Redakteuren, Mitarbeitern) in nur zwei Wagen unterbringen. Als wir diese Meisterleistung endlich vollbracht haben, ging es gut gelaunt und randvoll beladen vom Hotel aus in die Schützenhalle Stadtroda, wo schon die letzten Vorbereitungen, technischen Checks durchgeführt wurden. Dort füllten sich bereits die Parkplätze. Nach und nach trudelten die Gäste ein, um am Intensiv-Seminar teilzunehmen.

Nachdem jeder seinen Platz im Seminar-Raum gefunden hat, wurde es mucksmäuschen still, als Dr. Neil Chesterton, Tierarzt aus Neuseeland, das Mikrofon in die Hand nahm: „Wovor haben Kühe eigentlich Angst? Wie nehmen sie Menschen und ihre Umwelt wahr?“ Das waren die zentralen Fragen, die er den Teilnehmern stellte. Der Vortrag des Neuseeländers war herzallerliebst. Nicht nur, weil er genau weiß wie Kühe ticken, sondern auch, weil er so stolz auf seine Frau Sandra war, die ihm bei seinem Vortrag tatkräftig unterstützte. Den Laptop könne er in Neuseeland vergessen, einen Vortrag könne er auch ohne diesen halten. Aber seine Frau Sandra dürfte niemals fehlen – ohne sie ginge nichts!

Beeindruckt hat mich an diesem Vortrag, wie sehr scheinbar belanglose Dinge Kühe verunsichern. So gab Dr. Neil Chesterton einige Beispiele, warum Kühe nicht freiwillig in den Melkstand gehen. Sie haben Angst. Meist vor dem Menschen, der sich aus Sicht der Kuh merkwürdig verhält und somit eine potenzielle Gefahr für sie darstellt. Die Kuh ist also erst einmal auf Abstand eingestellt.

„Wer das Verhalten seiner Kuh nicht richtig deuten kann, macht Fehler“, sagt er. Da die Kuh dann nicht kooperiert wie es der Landwirt wünscht, übt er weiterhin Druck auf das Tier auf, indem er treibt und laut ruft. Das kann fatale Folgen haben. Die Kuh verweigert sich völlig, der Halter ist frustriert. Ein Teufelskreis. Meist genügt es schon, dass jemand im Inneren des Stalls vor sich hin pfeift oder beim Treiben mit dem Plastikrohr gegen ein Gitter schlägt und die Kühe weigern sich vom Vorwartehof in den Melkstand zu gehen.
Unter den Teilnehmern war zustimmendes Nicken zu beobachten, viele Milchviehalter kennen das Problem, wissen aber manchmal nicht, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen. Landwirte sollten sich der Kuh langsam seitlich nähern (in Höhe der Schulterblätter), damit sich das Tier nicht erschreckt der Milchvehalter die Fluchtdistanz des Tieres austesten kann. Denn die Kuh sieht anders als Menschen. Sie braucht länger, um ihren Fokus "scharf zu stellen". Sie reagiert also viel später auf Umweltreize.

Am Ende der Veranstaltung konnten uns regelrecht in eine Kuh hineinfühlen. Ein gelungener erster Tag unserer dlz roadshow, den wir mit einem Glas Wein in München ausklingen ließen. Denn nach den Vorträgen, verteilten wir und unsere Koffer direkt wieder auf die Autos und ab ging es in den Süden. Hier wartete schon Maren Diersing-Espenhorst vom dlz agrarmagazin auf uns. Sie wird ab morgen auf dem Precision Dairy Farming Seminar in Poing dabei sein! Seid gespannt darauf! Denn Dr. Michael Neumayer aus Österreich erklärt, worauf es bei einer richtigen Fütterung ankommt.

Einen filmischen Rückblick des Tages mit Neil Chesterton gibt es hier:
[agrarheute.landlive.de]

Liebe Grüße!
Eure Anne Grave
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