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dlz roadshow: Precision Dairy ...

Wir berichten live vom Intensiv-Seminar (6 Einträge)

Messen und kontrollieren Dr. Michael Neumayer, Tierarzt aus Österreich Strukturanteil in Ration ermitteln
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24.06.2014, 23.06 Uhr

TAG 2: Kühe würden jeden Tag denselben Salat bestellen

Heute Morgen startete der Tag mit einer Odyssee. Maren und ich fuhren vom Hotel aus nach Poing, als uns auf dem Weg mehrere unangenehme Überraschungen erwarteten. Es regnete in Strömen, das Navi spielte verrückt. Mutig wie wir sind, bahnten wir uns einen Weg durch den Berufsverkehr in München.
Die erste Hürde war genommen, doch Poing war irgendwie nicht aufzufinden. Die Abfahrt war gesperrt – keine Umleitungsausschilderung weit und breit zu sehen. Also irrten wir weiter durch den Süden, bis wir das verheißungsvolle Schild „Poing 7 km“ fanden.
Als wir letztendlich doch die der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) erreichten, bereitete sich Dr. Michael Neumayer, Fachtierarzt und Fütterungsexperte aus Österreich, auf seinen Vortrag vor. Er machte deutlich, was Precision Dairy Farming eigentlich bedeutet: reproduzierbare Genauigkeit. „Schauen Sie die Dinge in Ihrem Betrieb an, messen und kontrollieren Sie“, erklärt er.
Was das für den Milchviehhalter bedeutet, machte er am Beispiel Fütterung deutlich. Eine Kuh würde sich jeden Tag denselben Salat bestellen, wenn sie könnte – zwei Mal täglich, sieben Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr. Das bedeutet: Die Tiere reagieren empfindlich auf kleinste Änderungen.
Einen Strich durch diese Rechnung ziehe dabei die Futtermittelindustrie. Auch, wenn Energiewerte stimmen, können sich die Komponenten unter Umständen ändern. Wo vorher Soja in der Rezeptur eingesetzt wurde, kann in der nächsten keiner mehr enthalten sein. „Wenn wir 20 % Weizen in der Ration haben wollen, müssen wir das vom Futtermittelhersteller kontinuierlich verlangen, auch wenn es Phasen gibt, in denen das Futter dann teurer wird“, meint Dr. Neumayer. Nur eine gesunde Kuh mit einem gesunden Pansen bringt hohe Milchleistungen.
Auch die Menge der Futtervorlage war ein Thema: Wir wissen oft gar nicht, wie viel die Tiere fressen und legen einfach Futter vor únd davom meist zu viel. Es abwiegen und erreichbar vorzulegen sei wichtig. Interessant war es auch zu hören, dass der pH-Wert des Pansens per se keine Aussagekraft für eine Azidose besitzt. Vielmehr sind es die pH-Wert-Schwankungen, die diese Erkrankung hervorrufen. Dr. Neumayer betonte auch, wie wichtig es ist, die Nährstoffversorgung entsprechend der Milchleistung einer Kuh anzupassen – und nicht umgekehrt!
Am Ende der Veranstaltung waren wir erst erstaunt, dann hocherfreut, zwei Nordlichter zu treffen! Gerold Stuhr nahm mit seiner Ehefrau die lange Reise aus Dötlingen (Niedersachsen) nach Bayern auf. Die beiden melken 120 Kühe mit zwei Robotern. „Trockensteher brauchen viel Platz und dürfen nicht vernachlässigt werden. Sie sind die Zukunft der Milchviehherde und damit auch die des Betriebes. Das ist mir durch den Vortrag wieder bewusst geworden“, berichtet der Landwirt.

Damit brechen wir nun auf nach Österreich! Hier könnt ihr euch noch ein kleines Video anschauen. Dr. Michael Neumayer verrät, warum er runde Kühe so gern hat: [agrarheute.landlive.de]

Wir sehen uns morgen!
Liebe Grüße
Eure Anne Grave
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