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Der gruuna-Blog

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Spargelfeld
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08.07.2014, 15.36 Uhr

Ernte 2014: Gemischte Gefühle

Trotz Plus bei der Ernte bereitet sie der deutschen Landwirtschaft Sorgen um die Zukunft heimischer Produkte, was allerdings nicht nur mit dem Wetter zu tun hat.

Die Obst- und Gemüseernte wurde dieses Jahr durch den Witterungsverlauf begünstigt. Früchte wie Spargel oder Erdbeeren und Salate konnten aufgrund eines außergewöhnlich frühen Saisonstarts teilweise drei Wochen früher geerntet werden, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) die Situation schildert. Die sehr ausgeglichene Witterung in den vergangenen Wochen habe gleichmäßiges Wachstum und Reifung ermöglicht, so die Verbandsexperten. So habe der Markt stetig mit heimischer Ware beliefert werden können. Die längere Verfügbarkeit sorge aber auch dafür, dass der Druck auf die Erzeugerpreise sehr hoch sei.

Die am 24 Juni beendete Spargelernte wird mit bundesweit 120.000 Tonnen prognostiziert und liegt somit um etwa 15 Prozent höher als die Ernte des Vorjahres. Die diesjährige Saison war eine der längsten der letzten Jahrzehnte und ermöglichte auch eine der bisher mengenmäßig größten Ernten. Auch die Ernte der Erdbeeren und Kirschen, die noch auf Hochtouren läuft, ist im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Hier haben die Obstbauern die kontinuierliche und gleichmäßige Abreife ebenfalls dem ausgeglichenen Wetter zu verdanken. Die Apfelernte, für die eine Prognose noch zu früh wäre, wird vorsichtig mit einem Plus zum Vorjahr geschätzt.

Kartoffelernte nur vereinzelt gut
Nicht so eindeutig seien laut Bauernverband die Ergebnisse bei den Frühkartoffeln, deren Ernte nahezu abgeschlossen ist. Je nach Region wurden den Einschätzungen zufolge überdurchschnittliche Erträge erzielt oder aber auch herbe Verluste verzeichnet. Als Grund für die geringeren Erträge nennt Martin Umhau, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Kartoffeln, die anhaltende Trockenheit in einzelnen Regionen. Die Qualität der bisherigen Kartoffelernte bezeichnet der Experte aber als hervorragend.

Getreide ganz okay
Die Getreideernte werde leicht überdurchschnittlich ausfallen, schätzt der DBV. Aufgrund der Prognosen der Landesbauernverbände wurden knapp 48 Millionen Tonnen errechnet, die dieses Jahr bundesweit geerntet werden sollen. Damit entspräche die diesjährige Ernte zwar dem Vorjahresergebnis von 47,8 Millionen Tonnen, überträfe den Mittelwert der Jahre 2008 bis 2013 in Höhe von 46,5 Millionen Tonnen jedoch nur geringfügig. Die Getreideanbaufläche erreiche mit insgesamt 6,5 Millionen Hektar die Größenordnung der im vergangenen Jahr bestellten Fläche. Das Ertragsniveau werde, vergleichbar dem Vorjahresergebnis, bei etwa 7,4 Tonnen pro Hektar liegen.

Getrübte Stimmung
Ernte gut ist längst nicht alles gut. Zukunftsangst bereitet den Obst- und Gemüsebetrieben der vom Bundestag beschlossene Mindestlohn, der den gesamten arbeitsintensiven Sonderkulturbereich ab 2015 erheblich treffen wird. Gerade bei Obst, Gemüse, Hopfen, Tabak und Wein wird befürchtet, dass sich Billigprodukte aus Süd-, Mittel- und Osteuropa auf dem deutschen Markt ausbreiten werden.

Bild: Trotz zum großen Teil zufriedenstellender Ernten hängen dichte Wolken über dem Sonderkulturanbau. Foto: H. D. Volz/pixelio.de

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