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Der gruuna-Blog

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Welternährung
191 mal angesehen
15.07.2014, 14.34 Uhr

Tut regionale Landwirtschaft der Welt nicht gut?

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) haben jetzt einen Ausblick auf die Preisentwicklungen von Nahrungs- und Futtermittel bis zum Jahr 2023 veröffentlicht.

Die beiden Verbände gehen in dem Bericht davon aus, dass die Nahrungsmittelproduktion wegen der veränderten Essgewohnheiten und der wachsenden Weltbevölkerung im kommenden Jahrzehnt erheblich ausgeweitet werden muss. Die zusätzliche Nachfrage wird dabei vor allem von Asien und Lateinamerika befriedigt werden. Insgesamt dürften sie mehr als drei Viertel der zusätzlichen agrarischen Produktion des kommenden Jahrzehnts stellen.

Weltmarkt statt Regionalität
Die Preise der wichtigsten Nahrungs- und Futtermittelpflanzen haben laut der Experten ihren Sinkflug für die nächsten zwei Jahre eingeleitet, bevor sie sich knapp über dem Niveau des Jahres 2008 einpendeln werden. „Nach einer Phase ungewöhnlich hoher Preise kehren die Agrarmärkte zu gemäßigteren Konditionen zurück”, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Rom. Gurría befürwortet auch das globale Denken der meisten Staaten. Dass sich die Regierungen zurückgehalten hätten, die eignen Märkte zu schützen, habe dabei geholfen, ist sich der Generalsekretär sicher. „Aber wir können die Hände auch jetzt nicht in den Schoß legen: Wir müssen mehr tun – in puncto Handel, für die Produktivität und bei der Armutsbekämpfung. Regierungen sollten die sozial Schwachen stützen sowie den Landwirten helfen, Risiken zu managen und Produktivitätssteigerungen zu erzielen. Unsere Ziele in einer Art und Weise zu erreichen, von der alle Menschen profitieren und die nachhaltig ist, bleibt eine unserer schwierigsten Aufgaben.“, zeigt sich Gurría global. Wenn jedes Land für sich produziert und die Grenzen nicht öffnet, kann also die Weltbevölkerung nicht ernährt werden, so die Kernaussage des Berichtes.

Biosprit top – Nahrungsmittel flop
Was die Produktionen ansich betrifft, geht der Landwirtschaftsausblick davon aus, dass die Getreideproduktion bis 2023 etwa 15 Prozent über jener der Jahre 2011 bis 2013 liegen wird, wobei das schnellste Wachstum mit plus 26 Prozent für Ölsaaten prognostiziert wird, was nicht zuletzt an der steigenden Nachfrage nach Biokraftstoffen liegt.

Das Wachstum bei der Nahrungsmittelproduktion hingegen wird im Verhältnis eher gehemmt ausfallen. Für Weizen wird eine Steigerung von 12 Prozent prognostiziert, für Reis 14 Prozent. Beides liegt weit unter den Zuwachsraten des vergangenen Jahrzehnts. Die Zuckererzeugung wird bis 2023 um 20 Prozent zulegen und das vor allem in den Entwicklungsländern.

Bild: OECD und Vereinte Nationen befürchten, dass mit regionalem Denken die Weltbevölkerung nicht weiter ernährt werden kann. Illustration: TrueMitra

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Kommentare

17.07.2014 08:28 Ziegentom
Solange Lebensmittel in die Energiegewinnung wandern sin logischerweise diese Flächen für Lebensmittelproduktion blockiert.
Was hat Stromerzeugung oder Biosprit mit regionaler Landwirtschaft zu tun, da doch dies auf dem Weltmarkt gehandelt wird?
SOgar Deutschland nimmt aktiv an der Umweltzerstörung der Dritten Welt durch Aufkäufe vom hochgelobten Biosprit teil-
So etwas verlogenes habe ich in all den Jahren nicht erlebt.
Regionale Landwirtschaft in Bereich Lebensmittelerzeugung trägt meiner Ansicht mehr zur Bekämpfung der Hungersnöte bei wenn dieser Agrarenergiewahnsinn endlich gestoppt wird.
Dann können Überschüsse in andere Länder gebracht werden.
Was aber wenn die hungernden Mensche wie so oft kein Geld haben um die nahrungsmittel zu kaufen?
Dann verhungern sie bewusst vor vollen Regalen mit Wohlwollen der Industrienationen die nur profitorientiert sind und den Tod eines Menschen des Mammons wegen locker in Kauf nehmen.
Solch eine egoistische lebensfeindliche Gesellschaft in einer modernen alles Erkennenden Zeit sollte man nicht für möglich halten.
Es herrscht eine Menschenverachtung weil oft nur geschrieben und palavert wird und nichts effektives getan.
Sogar in den armen Ländern bereichern sich dann korruptive Verteilorganisationen an der Armut ihrer eigenen Bevölkerung .
Was soll man dann ändern?
17.07.2014 14:43 gruuna
Hallo Ziegentom,

da hast du recht.

Michi/Redaktion gruuna.com
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