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Der gruuna-Blog

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Moor
275 mal angesehen
22.07.2014, 16.32 Uhr

Blumenerde statt Futter: Grünland soll zu Moor werden

In Niedersachsen fürchten hunderte Milchviehhalter um ihre Existenz. Der Grund: Das Land will im Rahmen des Programms „Niedersächsische Moorlandschaften“ wertvolles Gründland in Torfflächen umwidmen. Das Vorhaben wurde vergangene Woche auf einem Symposium in Hannover thematisiert.

Die geplanten Flächenankäufe würden die Grünlandknappheit in der Region verschärfen, ist sich der niedersächsische Bauernverband Landvolk sicher. Es gehe dabei um 100.000 Hektar einschließlich von bereits bestehenden Hofstellen. „Das Problem ist, dass einige Landwirte dabei sind, die, weil sie beispielsweise nicht mehr bewirtschaften wollen oder können, ihr Land verkaufen werden und so das gesamte Weideland knapper wird.“, so Landvolk-Pressesprecherin Gabi von der Brelie gegenüber gruuna.com.

Der Vorsitzende des Landvolkes in der Wesermarsch, Karsten Padecken, kritisiert die Pläne des niedersächsischen Landwirtschaftsministerium aufs Schärfste: „Das Ministerium hat auf dem Symposium eingeräumt, dass bei der Gebietsabgrenzung und den Folgen der Vorranggebiete keine Rücksicht auf die Entwicklungsperspektiven von Hofstellen genommen werden soll, die außerhalb geschlossener Siedlungsbereiche im Moor liegen. Bevor der versprochene Dialog von der Regierung überhaupt begonnen wurde, ist die Diskussion über praxisgerechte, existenzwahrende Möglichkeiten einer klimaschonenden Landwirtschaft in Moorgebieten schon nicht mehr ergebnisoffen”.

Die Unterschutzstellung der überwiegend zur Milchviehhaltung genutzten Moorböden über Landesraumordnung, Landschaftsrahmenpläne und regionale Raumordnung mache die versprochene Kooperation mit der Landwirtschaft zur Makulatur, heißt es weiter vom Landvolk-Verband.

Dialogbereitschaft nur vorgetäuscht
Landvolk sieht in der Vorgehensweise eine versteckte Strategie, auch gegen den Widerstand der Eigentümer und Bewirtschafter die Kultivierung der Moorgebiete rückgängig machen zu wollen und die Grundlage für eine Wiedervernässung der Nutzflächen zu legen. Planungen würden wertlos werden, wie ein betroffener Landwirt beim Symposium in Hannover den Verantwortlichen sehr deutlich zu bedenken gab. Der Bauer sieht auch die Behörden in der Verantwortung, den Betrieben von jeglichen Investitionsvorhaben abzuraten.

Landvolk hat eine gegenüberstellende Rechnung aufgestellt, die das allgemeine Interesse, das Grünland zu erhalten, noch deutlicher hervorhebt. Auf einem Hektar Moorgrünland würden Milchviehbetriebe über 10 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr als hochwertiges Heu und Grassilage als Futtermittel für die Milcherzeugung ernten. Bei einer Wiedervernässung von einem Hektar Moorboden könnten nach Angaben von Fachleuten im besten Fall 1,8 Tonnen Torfmoos als potenzieller Torfersatzstoff für Blumenerde gewonnen werden.

Bild: Zurück in die Vergangenheit: Im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch soll Grünland wieder zu Moor werden. Foto: Anja Osenberg/pixabay.com (Symbolbild)

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Kommentare

22.07.2014 16:43 The_Fox
Ein weiterer Schritt in der Agenda der Grünen die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland flächendeckend abszuschaffen und das ganze Land unter Naturschutz zu stellen, damit sich gestresste Städter "in freier Natur" erholen können.
22.07.2014 20:54 Freisinger
Organisiert eine Revolution, und steckt die Verantwortlichen bis zum jüngsten Tag in die Klapsmühle.
22.07.2014 22:54 spacefarmer
Sollen sie Moor essen!
23.07.2014 12:07 merlincurry
Hier in Brandenburg(Nuthe-Nieplitz) geschieht etwas ähnliches. Die Staustufen der entwässernden Gewässer werden einfach hochgesetzt und das Grundwasser steigt. Sogar alte Keller zeigen wieder Nässe, von den neugebauten Häusern, die sonst nie auf die Idee eines Kellers gekommen wären, fließt das Grundwasser regelrecht rein !!
23.07.2014 12:37 Kone
Braucht ja blos keiner was verkaufen. Um eine Enteignung zu rechtfertigen, müsste öffentliches Interesse bestehen. Also ich sehe das in dem Fall nicht gegeben!
23.07.2014 15:28 Martin1977
Torfproduktion wird es dort nicht geben. Der Mensch ist dr Störfaktor und muss aus solchen Gebieten zurückgedrängt ( deportiert) werden. Daher wird die wirtschaftliche Nutzung eingeschränkt und so langfristig eine menschenfreie Region geschaffen. doch wie kommt der Staat an die Flächen, woher die 7 bis 8 Euro je Quadratmeter nehmen. ganz einfach. schutzgebietsauflagen mit einer wie bisher möglichen Nutzung reichen aus um den Preis kaputt zumachen. das klappt in NRW seit Jahren erfolgreich, sodass in diesen Gebieten nur 2 Euro angelegt werden müssen und diese Gebiet den Gemeinnützigen Naturschutzverbänden als Dank für ihre Tatkräftige Unterstüzutzung bei der Enteignung überlassen werden.
Wer glaubt seinen nassen Acker für teuer Geld zu verscherbeln der wird die Geister die er rief nicht mehr los.
Schützt euer Eigentum vor dem Zugriff des Staates. Die Nutzungeinschränkungen dienen langfristig nur dem kostenfreien überlassen der Fläche an Dritte mit und ohne Eigentumswechsel.
23.07.2014 20:30 derAzubi
Kone schrieb:
Braucht ja blos keiner was verkaufen. Um eine Enteignung zu rechtfertigen, müsste öffentliches Interesse bestehen. Also ich sehe das in dem Fall nicht gegeben!

Es wird aber Verkauft werden weil genau das Befürchtet wird.
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