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Der gruuna-Blog

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Algen
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26.07.2014, 08.30 Uhr

Alleskönner Algen: Kulturpflanze der Zukunft?

Man kennt sie aus dem Urlaub am Meer, keiner braucht sie: Die Algen. Oder doch? In den vergangenen Jahren tauchten immer wieder Versuche, Diskussionen und Hoffnung um die klitschigen Wassergräser auf. Manche sehen in ihnen ein „Rundum-Sorglos-Paket“, denn sie scheinen zwar nicht alles, aber vieles zu können.

Die Kieselalge beispielsweise wird schon in der Pharmazie eingesetzt. Als Nahrungsergänzung wird ihr Reichtum an Kohlenhydraten, Fettsäuren und Vitaminen nachgesagt. Für die Produktion von Kosmetikprodukten werden aus Algen natürliche Verdickungsmittel hergestellt. Aus den Salzen der Braunalge werden Geliermittel für Salben hergestellt.

Alternative Energie
Dass Wasser zu Treibstoff werden kann, spukt schon lange in den Köpfen von Forschern und Entwicklern herum. Bereits 1939 hat der peruanische Biochemiker mit deutschen Wurzeln, Hans Gaffron, ein Verfahren entwickelt, um aus Grünalgen Wasserstoff zu produzieren. Irgendwann wurde die Methode beiseite gelegt. Extrem schwankende Ölpreise und die Klimadiskussionen haben wohl Forscher dazu bewegt, die alten Erkenntnisse wieder aufzunehmen.

Im Institut für Bio- und Geowissenschaften wird zur Zeit nach der „Super-Alge“ gesucht, die zu Flugzeugtreibstoff verarbeitet werden kann. Teilweise haben Flugzeuge schon Pflanzenöle im Tank. Momentan wäre das Verfahren, Algen zu verarbeiten noch zu teuer, aber in den nächsten 20 Jahren sieht Joachim Buse, Vorstand der Biokraft-Initiative der deutschen Luftfahrt (Aireg), Algen in Jettanks wandern. Ziel sei es, den CO2-Ausstoß zu mindern und Landflächen für nur mehr für die Nahrungsmittelproduktion zu verwenden, wie er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagt.

Nicht nur der Flugverkehr könnte profitieren, im gesamten Bioenergiebereich könnten Algen eingesetzt werden – von Treibstoff für Autos bis Biogas zum Beheizen von Gebäuden.

Zahlmittel
Mit Algen bezahlen? Klingt absurd, oder? Nicht wenn man sich den Hintergrund anschaut. Der französische Ingenieur Rémy Lucas entwickelte ein Verfahren, um aus den Pflanzen Kunststoff herzustellen, also bezahlen wir vielleicht in Zukunft mit Kreditkarten aus Algen. Der in der Bretagne lebende Tüftler hat seinen Rohstoff quasi direkt vor der Haustür. Er holt sie sich aus dem Atlantik. Für Kinderspielzeug sei dies eine natürliche Alternative zu künstlich hergestelltem Kunststoff, so Lucas.

Herstellung in Kinderschuhen
Es gibt mehrere Möglichkeiten der Kultivierung von Algen. Die „Bepflanzung“ von offenen Becken direkt beim Betrieb wäre naheliegend, ist aber nicht sehr ergiebig, da die Bedingungen für die Wasserpflanzen auf den Punkt stimmen müssen. Anders sieht es bei sogenannten Algenrektoren aus. Diese Möglichkeit ist zur Zeit noch den Forschungsinstituten vorbehalten. Sie ist noch zu teuer und mit heutigem Stand noch nicht umsetzbar.

Algen werden also gebraucht, in allen Lebenslagen – eine Alternative für Landwirte – zumindest vielleicht in ferner Zukunft.

Bild: Nasser Rohstoff: Lösen Algenbecken bald Getreidefelder ab? Foto: pixabay

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