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Der gruuna-Blog

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Kreml – Moskau
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19.08.2014, 14.33 Uhr

Russland: Reanimation einer gefährlichen Großmacht

Von Michi Jo Standl

Nachdem die „westliche Welt“ den Importstopp Russlands von Agrarprodukten aus der EU und den USA halbwegs verdaut hat, geht es nun darum, zu analysieren, was Präsident Wladimir Putin und seine Regierung zu diesem Schritt bewegt hat und vor allem, was man tun kann, um die Beziehungen wieder aufzubauen.

Aus der Not eine Tugend
Nach Einschätzungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden die Sanktionen für die deutschen Erzeuger zwar spürbar sein, aber beherrschbar bleiben. „Wir werden sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene die Märkte sehr genau beobachten und analysieren.“, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Es sei gut, dass die betroffenen Branchen sich dieser schwierigen Marktsituation entgegenstemmen und neue Absatzmärkte ausloten, sieht der Minister sogar eine Chance in der momentanen Situation. Dabei werde er die Betriebe unterstützen. Bei erkennbaren deutlichen Schieflagen des Marktes für einzelne Produktgruppen werde man auf europäischer Ebene entsprechende Krisenmaßnahmen beraten und einleiten.

Will Putin eine Sowjetunion 2.0?
Abseits von den mehr oder weniger drohenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der europäischen Märkte und den EU-Sitzungen, muss man sich fragen „was will Putin?“. Beim ersten Hinsehen könnte man meinen, dass er „sein“ Volk durch Aushungern gefügig machen will. Trotz der teilweisen Importstoppe der vergangenen Jahre, die Russland mit „Gesundheitsrisiken“ begründete, die zum Beispiel von westlichem Fleisch ausgehen könnten, sind etwa die Hälfte der in der Russischen Föderation konsumierten Lebensmittel ausländischer Herkunft. 9,4 Prozent stammen aus Deutschland.

Währenddessen sorgt sich der ehemalige KGB-Offizier scheinbar schon um das Wohl seiner Russen, denn er akzeptiert doch westliche Lebensmittel in seinem Land. Einem Bericht der „Zeit“ zufolge müssen diese aber über Umwege nach Russland gebracht werden, nämlich über Weißrussland und Kasachstan. Einzige Bedingung dafür ist, dass die Lebensmittel aus westlichen Rohstoffen in den beiden Ländern weiterverarbeitet werden. Mit genau diesen beiden Staaten hatte Russland vor kurzem eine Zollunion geschlossen.

Mit der Ukraine hatte Wladimir Putin Streit begonnen, der in einem Krieg ausartete – Widerstand und Leid. Hat also nicht ganz nach seinen Vorstellungen funktioniert. Vielleicht kann man ja die Staaten der ehemaligen Sowjetunion wirtschaftlich besser unter Druck setzen und abhängig machen, indem man den weiterverarbeitenden Betrieben Arbeit gibt, aber nur, wenn der Daumen im Kreml nach oben zeigt. Weißrussland hatte 2013 ein Bruttoinlandsprodukt von 71 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: In Deutschland waren es über 2 Billionen, in Weißrusslands Nachbarland Polen auch immerhin über 490 Milliarden US-Dollar. Da schadet etwas Unterstützung aus Moskau nicht und man ist dafür auch sehr dankbar. Und wenn Putin will, können ja alte Freundschaften weitergeführt werden. Was ist schon der Zerfall einer Großmacht. Oder war sie etwa gar nie weg?

Natürlich sollen sich Europas agrarpolitisch Verantwortlichen um die Russlandsache kümmern und alternative Märkte suchen, doch dass das Ganze mehr als wirtschaftlicher Hickhack und für Putin nur ein Mittel zum Zweck ist, scheint bis Berlin und Brüssel noch nicht vorgedrungen zu sein.

Bild: Kreml: Ist der Agrarimportstopp Russlands nur Mittel zum Zweck für Wladimir Putins Machtausbau? Foto: Lynn Greyling/pixabay.com, Composing: gruuna.com

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